Spacenet will nicht gegen Quick Freeze klagen

Zunächst ist mit einer Klage gegen eine Quick-Freeze-Lösung wohl nicht zu rechnen. So sagte Spacenet-Vorstand Sebastian von Bomhard in der vergangenen Woche vor Journalisten: "Natürlich gibt es keinen Grund, wieso nicht vernünftige Maßnahmen, die mit unserer Verfassung und allem, was uns wichtig ist, im Einklang stehen, nicht auch umgesetzt werden. Ein gutes Beispiel ist das Quick-Freeze-Verfahren."

Stellenmarkt
  1. IT-Systemkauffrau / -kaufmann m/w/d
    Stockmeier Holding GmbH, Bielefeld
  2. Ingenieur (w/m/d) Kommunikationstechnik
    Deutscher Bundestag, Berlin
Detailsuche

Das könne man jedoch nicht einfach einführen. Da müsse natürlich in der technischen Infrastruktur etwas passieren, "wenn man auf den Quick-Freeze-Button draufhaut. Auch da muss Infrastruktur aufgebaut werden. Ein generelles technisches Nein von den Providern kann ich mir nicht vorstellen", sagte Bomhard.

Kosten für Quick Freeze deutlich niedriger

Nach Einschätzung von Spacenet liegen die Kosten für eine Quick-Freeze-Lösung jedoch deutlich unter denen einer allgemeinen Vorratsdatenspeicherung. "Ich denke, wenn wir einfach nur ein Feature Quick Freeze bauen müssen, das funktioniert und sicher ist, liegen wir unter 10 Prozent von dem, was bei der Vorratsdatenspeicherung von uns erwartet wurde", sagte Bomhard auf Anfrage von Golem.de. So sei eine zweite Plattform, eine Vernichtung der Datenträger oder eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit bei der Quick-Freeze-Lösung wohl nicht erforderlich.

Insgesamt rechnet Bomhard damit, dass der Aufbau der Infrastruktur nur 20 Prozent der Kosten im Vergleich zur nun gekippten Regelung ausmacht, beim Betrieb seien es 10 Prozent. Das sei "immer noch nicht nichts, aber sinnvoll und daher eher verschmerzbar". Jedoch wollte er nicht ausschließen, "dass durch eine gesteigerte Regulierung Zusatzanforderungen an uns gestellt würden, die den Preis in die Höhe treiben". Diese Kosten müssten am Ende die Verbraucher tragen.

Golem Karrierewelt
  1. Informationssicherheit in der Automobilindustrie nach VDA-ISA und TISAX® mit Zertifikat: Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. Adobe Premiere Pro Grundkurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wie auch immer die Neuregelung ausfallen wird: Der nächste Versuch einer anlasslosen Massenspeicherung von Verbindungs- und Standortdaten wird es mit der Ampelkoalition sicher nicht geben. Das heißt jedoch nicht, dass zumindest der Begriff Vorratsdatenspeicherung endgültig begraben wird. "Meine Vermutung ist, dass der Name bestehen bleibt, aber sich das Verfahren komplett ändert. Dann kann die Bundesregierung nicht mehr sagen, sie sei mit der VDS gescheitert, unser Sieg schaut ein bisschen kassiert aus", sagte Bomhard.

Der Gummiwand in Luxemburg dürfte das ziemlich egal sein.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]

Nachtrag vom 21. September 2022, 13:27 Uhr

Wir haben im vorletzten Absatz der ersten Seite noch ergänzt, dass laut EuGH die IP-Adressen für einen "auf das absolut Notwendige begrenzten Zeitraum" gespeichert werden dürfen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Vorratsdatenspeicherung: Quick Freeze soll den VDS-Zombie begraben
  1.  
  2. 1
  3. 2


zacha 21. Sep 2022 / Themenstart

Kommt wohl auf den Provider an, teilweise speichern die aktuell wohl die IP...

Captain 21. Sep 2022 / Themenstart

die wiederholt verfassung- und grundrechtswidrige Gesetze erlassen, das Recht zur...

Termuellinator 20. Sep 2022 / Themenstart

Das wuerde bei einigen Politikern aber zu sehr das Kindheitstrauma des zu oft...

h31nz 20. Sep 2022 / Themenstart

Klingt interessant, aber das Schaubild in der verlinkten Präsentation enthält viele...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Minority Report wird 20 Jahre alt
Die Zukunft wird immer gegenwärtiger

Minority Report zog aus, die Zukunft des Jahres 2054 vorherzusagen. 20 Jahre später scheint so manches noch prophetischer.
Von Peter Osteried

Minority Report wird 20 Jahre alt: Die Zukunft wird immer gegenwärtiger
Artikel
  1. Luftfahrt: Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi
    Luftfahrt
    Wisk Aero zeigt autonomes Flugtaxi

    Das senkrecht startende und landende Lufttaxi soll in fünf Jahren im regulären Einsatz sein.

  2. Gegen Agile Unlust: Macht es wie Bruce Lee
    Gegen Agile Unlust
    Macht es wie Bruce Lee

    Unser Autor macht seit vielen Jahren agile Projekte und kennt "agile Unlust". Er weiß, warum sie entsteht, und auch, wie man gegen sie ankommen kann.
    Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  3. Firefly Aerospace: Rakete erreicht den Orbit
    Firefly Aerospace
    Rakete erreicht den Orbit

    Der zweite Start der Alpha-Rakete war erfolgreich. Sie hat Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn ausgesetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindFactory (u. a. PowerColor RX 6700 XT Hellhound 489€, ASRock RX 6600 XT Challenger D OC 388€) • Kingston NV2 1TB (PS5) 72,99€ • be quiet! Silent Loop 2 240 99,90€ • Star Wars: Squadrons PS4a 5€ • Acer 24"-FHD/165 Hz 149€ + Cashback • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /