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Ein Ausschnitt aus der Visualisierung der "Neuen Zürcher Zeitung"
Ein Ausschnitt aus der Visualisierung der "Neuen Zürcher Zeitung" (Bild: Screenshot Golem.de)

Vorratsdatenspeicherung: Politiker visualisieren ihr Leben mit Metadaten

Ein Ausschnitt aus der Visualisierung der "Neuen Zürcher Zeitung"
Ein Ausschnitt aus der Visualisierung der "Neuen Zürcher Zeitung" (Bild: Screenshot Golem.de)

Abhören ist nicht nötig - Metadaten reichen, um einen Menschen zu durchleuchten. Das zeigen die Datenexperimente von einem Schweizer und zwei dänischen Politikern.
Von Patrick Beuth

Gerade erst hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Vorratsdatenspeicherung so gründlich zerlegt, dass eine Fortsetzung der anlasslosen Speicherung von Kommunikationsdaten der 500 Millionen EU-Bürger nicht mehr vorstellbar erscheint. Manche haben das schnell verstanden: In Schweden, Finnland und der Slowakei steht die Datensammlung vor dem Aus.

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In Deutschland dagegen fordern Unionspolitiker und auch der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, einen "nationalen Alleingang", also ein Vorratsdaten-Gesetz ohne entsprechende EU-Richtlinie. Und in der Schweiz, die nicht an die EuGH-Entscheidung gebunden ist, könnte die Vorratsdatenspeicherung sogar noch verschärft werden, von einer sechs- auf eine zwölfmonatige Speicherdauer. Ein entsprechender Gesetzentwurf hat bereits den Ständerat passiert und liegt nun dem Nationalrat vor.

Zwei Experimente zeigen nun erneut, welch einen tiefen Eingriff in die Privatsphäre die Vorratsdatenspeicherung und die Sammlung weiterer persönlicher Daten bedeuten können.

Eines der beiden Experimente fand in der Schweiz statt. Dort hat der Nationalrat Balthasar Glättli die Verbindungsdaten eingefordert, die sein damaliger Mobilfunkanbieter zwischen Januar 2013 und Juli 2013 über ihn gespeichert hatte. Die Digitale Gesellschaft Schweiz, die Agentur OpenDataCity, die Schweiz am Sonntag, Watson.ch und Arte haben sie in einer interaktiven Grafik visualisiert, die auch in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) veröffentlicht wurde. Die NZZ schreibt, die Daten ergäben ein fast vollständiges "Abziehbild des Lebens Glättlis".

Für so ein Abziehbild ist es nicht nötig, jemanden zu belauschen. Verbindungsdaten sind sogenannte Metadaten, also Daten über das Kommunikationsverhalten. Es sind keine abgehörten Telefongespräche oder E-Mail-Inhalte, sondern Angaben darüber, wann Glättli wo wie lange mit wem telefoniert, SMS oder Mails geschrieben hat. Ergänzt werden die Daten mit öffentlich einsehbaren Updates aus Facebook und Twitter. Zusammen sagen sie mehr aus als abgefangene Gespräche, die ausgewertet, interpretiert und in einen Kontext gesetzt werden müssten. Anders gesagt: Metadaten lügen nicht.

Vorbild für Glättli ist der Grünen-Politiker Malte Spitz, der bereits vor etwa drei Jahren seine Vorratsdaten einklagte und auf Zeit Online als Datenvisualisierung veröffentlichte. Beide Grafiken wurden von der Agentur OpenDataCity umgesetzt.

Der größte Unterschied: Glättli ließ auch Vorratsdaten von anderen Menschen, darunter die seiner Frau, mit einfließen. Daraus, schreibt die NZZ, "lässt sich ein Kontaktnetzwerk spinnen, welches auch Rückschlüsse auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Adressaten erlaubt. Die kumulierten Vorratsdaten zeigen zudem die meist besuchten Orte und Regionen Glättlis in der Schweiz."

Glättli war, wie er selbst sagt, zunächst euphorisch, weil er mit der Visualisierung seiner Daten ein politisches Statement abgeben wollte. Mittlerweile fühle er sich angesichts seines nun öffentlich einsehbaren Lebens entblößt und nackt.

Politiker visualisieren ihr Leben mit Metadaten 

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double1981 29. Apr 2014

... moment mal, ist mir was entgangen? Warum werde ich überwacht? Und wem nützt das...

double1981 29. Apr 2014

Sagte der Insasse von Guantanamo

ploedman 28. Apr 2014

interessieren, was die NSA, BND, GCHQ etc. so alles über mich an Daten haben. Wäre super...

Kasabian 28. Apr 2014

Willst du den Terror bekämpfen darfst du dich nicht darauf einlassen oder gleiches tun...

billyx 28. Apr 2014

würde ich nun zugestehen, eine Vorratsdatenspeicherung zu fordern. Die werden das aber...



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