Abo
  • Services:
Anzeige
Kriminaldienstmarke
Kriminaldienstmarke (Bild: Wo st 01/Wikipedia CC Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz)

Vorratsdatenspeicherung: BKA bekommt fast immer die gewünschten Telefondaten

Kriminaldienstmarke
Kriminaldienstmarke (Bild: Wo st 01/Wikipedia CC Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz)

Eine Studie des BKA zeigt: Die Behörde hat Probleme, Kundendaten zu IP-Adressen zu bekommen. Telefonverkehrsdaten dagegen erhält sie auch ohne Vorratsdatenspeicherung.

Auch ohne Vorratsdatenspeicherung bekommt die Polizei fast immer die Telefondaten, die sie benötigt. Das belegt eine Studie des Bundeskriminalamtes (BKA). Nur bei Internetverbindungsdaten wie IP-Adressen haben die Fahnder Probleme: Diese Daten werden oft gar nicht oder für ihre Zwecke nicht lange genug gespeichert.

Anzeige

Diese Ergebnisse hat das Bundesinnenministerium am 27. Januar veröffentlicht. Am selben Tag veröffentlichten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht eine Untersuchung zur Vorratsdatenspeicherung, die sie im Auftrag des Bundesjustizministeriums erstellt hatten. Das Ergebnis ihrer 200 Seiten starken Studie: Der Wegfall der Vorratsdatenspeicherung kann nicht als Ursache für Veränderungen bei der Aufklärungsquote gelten. Insgesamt "ergeben sich keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Schutzmöglichkeiten durch den Wegfall der Vorratsdatenspeicherung reduziert worden wären". Die Datenbasis, auf die sie zurückgreifen konnten, sei allerdings unsicher und lückenhaft, räumten die Strafrechtsforscher ein. Ihre Ergebnisse seien deshalb lediglich eine "Momentaufnahme".

Die BKA-Studie vom selben Tag ist bislang kaum beachtet worden. Sie besteht aus einer statistischen Datenerhebung von Auskunftsersuchen des BKA an die Telekommunikationsanbieter im Zeitraum zwischen März 2010 und April 2011. Im März 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung in der damals bestehenden Form für teilweise verfassungswidrig erklärt und damit gestoppt.

Die Daten aus der Zeit bis April 2011 "bekräftigen" nach Darstellung des Innenministeriums "die Notwendigkeit der Speicherung von Telekommunikationsdaten für die Strafverfolgung und Gefahrenabwehr". Denn die dazu benötigten Verkehrsdaten seien "bei den Providern oftmals bereits gelöscht, wenn bei den zuständigen Behörden entsprechende Ermittlungen aufgenommen werden". Etwa 85 Prozent der Auskunftsersuche aus dem untersuchten Zeitraum wurden von den Providern nicht beantwortet, da die entsprechenden Daten nicht oder nicht mehr vorhanden waren. Das Fazit des Innenministeriums: "Hinsichtlich der Beauskunftung von IP-Adressen hat dies im Ergebnis dazu geführt, dass von diesem Ermittlungsansatz wegen Aussichtslosigkeit kaum noch Gebrauch gemacht wird."

Ein Blick auf die Details zeigt jedoch, dass diese Aussagen differenzierter betrachtet werden müssen: Erfasst wurden 5.082 Auskunftsersuche. Darunter waren zum einen Erhebungen von "retrograden Verkehrsdaten", also etwa ein- und ausgehende Telefonnummern, Standortdaten sowie Beginn und Ende der Verbindung.

Den mit Abstand größten Anteil aber machten Versuche aus, die hinter einer IP-Adresse stehenden Kundendaten zu ermitteln. 90,2 Prozent der Fälle bezogen sich auf solche Auskunftsersuche. Nur 9,2 Prozent bezogen sich auf retrograde Verkehrsdaten.

In absoluten Zahlen: Bei den 5.082 Auskunftsersuchen ging es in 4.584 Fällen um IP-Adressen und nur in 467 Fällen um Telefonverbindungsdaten. Von diesen 467 wiederum wurden 380 von den Providern beantwortet. Größtenteils unbeantwortet blieben nur die Anfragen nach Daten zu IP-Adressen, nämlich in 4.195 Fällen. Von allen unbeantworteten Anfragen des BKA bezogen sich also nur etwas mehr als zwei Prozent auf Telefondaten, die Behörde bekommt diese demnach fast immer. Die Telekom etwa kopiert alle Verkehrsdaten ihrer Kunden für 30 Tage in eine Datenbank, die nur für polizeiliche Anfragen gepflegt wird.

BKA benötigt Speicherfrist von sechs Monaten 

eye home zur Startseite
Youssarian 07. Feb 2012

Hier sollte man bedenken, dass die Polizei ohnehin nur dann Täter fasst, wenn diese...

omo 07. Feb 2012

"Arbeitnehmer" sind keine Staatsbürger sondern "die kleinen Leute". Wieso benötigen die...

elgooG 07. Feb 2012

Ist niemand zuvor von denen auch nur mal auf die Idee gekommen zu fragen ob sie das...

DY 07. Feb 2012

Da es mit keinem Wort erwähnt wurde und man als aufmerksamer Beobachter die Situation...

omo 06. Feb 2012

Angie in der Warteschleife ;-)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Landeshauptstadt München, München
  2. PAUL HARTMANN AG, Heidenheim
  3. BRUNATA Wärmemesser GmbH & Co. KG, München
  4. Heinzmann GmbH & Co. KG, Schönau


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 39,99€
  3. 219,00€

Folgen Sie uns
       


  1. Fixed Wireless

    Verizon startet einen der weltweit größten 5G-Endkundentests

  2. Klage eingereicht

    Google wirft Uber Diebstahl von Lidar-Technik vor

  3. Speicherleck

    Cloudflare verteilt private Daten übers Internet

  4. Apple

    Magicgrips machen die Magic Mouse breit

  5. Aufsteckbar

    Kugelkamera für Android-Smartphones filmt 360-Grad-Videos

  6. Panamera Turbo S E-Hybrid

    Porsche kombiniert V8-Motor und E-Antrieb

  7. Matrix Voice

    Preiswerter mit Spracherkennung experimentieren

  8. LTE

    Telekom führt Narrowband-IoT-Netz in Deutschland ein

  9. Deep Learning

    Wenn die KI besser prügelt als Menschen

  10. Firepower 2100

    Cisco stellt Firewall für KMU-Bereich vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
XPS 13 (9360) im Test: Wieder ein tolles Ultrabook von Dell
XPS 13 (9360) im Test
Wieder ein tolles Ultrabook von Dell
  1. Die Woche im Video Die Selbstzerstörungssequenz ist aktiviert
  2. XPS 13 Convertible im Hands on Dells 2-in-1 ist kompakter und kaum langsamer

Mechanische Tastatur Poker 3 im Test: "Kauf dir endlich Dämpfungsringe!"
Mechanische Tastatur Poker 3 im Test
"Kauf dir endlich Dämpfungsringe!"
  1. Patentantrag Apple denkt über Tastatur mit Siri-, Emoji- und Teilen-Taste nach
  2. MX Board Silent im Praxistest Der viel zu teure Feldversuch von Cherry
  3. Kanex Faltbare Bluetooth-Tastatur für mehrere Geräte gleichzeitig

Hyperloop-Challenge: Der Kompressor macht den Unterschied
Hyperloop-Challenge
Der Kompressor macht den Unterschied
  1. Arrivo Die neuen alten Hyperlooper
  2. SpaceX Die Bayern hyperloopen am schnellsten und weitesten
  3. Hyperloop HTT baut ein Forschungszentrum in Toulouse

  1. Re: Warum nicht gleich eine richtige Mouse?

    HanSwurst101 | 11:27

  2. Re: Also wir suchen Frontend/Backend-Devs...

    der_wahre_hannes | 11:25

  3. Re: Ich hol sie mir, wenn Mario Kart draußen ist.

    GourmetZocker | 11:25

  4. Re: C für Webtechnik ist sowas wie Socke für Sex

    eric33303 | 11:24

  5. Re: Wie laufen Bewerbungen heutzutage eigentlich ab?

    der_wahre_hannes | 11:21


  1. 11:09

  2. 10:51

  3. 10:45

  4. 09:38

  5. 07:23

  6. 07:14

  7. 17:37

  8. 17:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel