Vorläufiger Bericht: Softwarefehler für tödlichen Uber-Unfall mitverantwortlich

Eine Verkettung von Softwarefehlern und falschen Sicherheitseinstellungen hat offenbar zum tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-Auto geführt. Die Sensoren hatten die getötete Frau schon sehr früh wahrgenommen.

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Die getötete Frau wurde vom Uber-Auto erst spät als Radfahrerin erkannt.
Die getötete Frau wurde vom Uber-Auto erst spät als Radfahrerin erkannt. (Bild: NTSB)

Der tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Testauto des Mitfahrdienstes Uber ist unter anderem auf deaktivierte Sicherheitsfunktionen zurückzuführen. Das geht aus einem vorläufigen Unfallbericht hervor, den die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) am Donnerstag veröffentlicht hat. Demzufolge haben die Lidar- und Radarsensoren des Testautos bereits sechs Sekunden vor der Kollision die getötete Frau wahrgenommen, die ihr Fahrrad über eine mehrspurige Straße geschoben hat. Doch erst 1,3 Sekunden vor dem Zusammenstoß habe die Software berechnet, dass eine Notbremsung erforderlich sei. Die Notbremsfunktion sei laut Uber jedoch deaktiviert gewesen, um ein "erratisches Verhalten" des Autos zu vermeiden.

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Stattdessen sei vorgesehen, dass in solchen Situationen der Testfahrer eingreife, heißt es weiter in dem Bericht. Allerdings sei das System nicht so programmiert gewesen, dass es den Fahrer alarmiere. Da die Testfahrerin in den Sekunden vor dem Unfall damit beschäftigt gewesen sei, die Bildschirmanzeige des Steuerungssystems zu beobachten, habe sie erst sehr kurz vor der Kollision überhaupt das Lenkrad ergriffen. Die Bremsung sei dann eine Sekunde nach dem tödlichen Zusammenstoß erfolgt.

Bremsweg könnte ausgereicht haben

Dem Bericht zufolge war das Testauto mit einer Geschwindigkeit von knapp 63 km/h (39 mph) unterwegs, als die Notbremssituation erkannt wurde. Bei dieser Geschwindigkeit beträgt der reine Bremsweg auf trockener Straße bei einer Verzögerung von 8 m/s(hoch2) rechnerisch 19 Meter. Da die Frau zu diesem Zeitpunkt fast 25 Meter entfernt war, hätte das Auto noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden können.

Ein weiterer Grund für den Unfall: Das System detektierte die Frau zwar recht früh, erkannte sie aber offenbar nicht richtig als Verkehrsteilnehmerin und projizierte ihre Bewegungsrichtung falsch. "Als die Pfade von Fahrzeug und Fußgängerin zusammenliefen, bewertete das autonome System die Fußgängerin als unbekanntes Objekt, als Fahrzeug und dann als Fahrrad, mit verschiedenen Erwartungen des künftigen Fahrweges", schreibt die NTSB.

Fahrer musste auch Monitore überwachen

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Problematisch für Uber könnte die Feststellung des Berichts werden, dass die Testfahrer angewiesen wurden, neben dem Verkehr auch die Diagnosemeldungen des Systems zu überwachen und Ereignisse für eine spätere Untersuchung zu markieren. Medienberichten zufolge soll Uber erst Ende vergangenen Jahres entschieden haben, auf den ursprünglich vorhandenen zweiten Testfahrer zu verzichten und beide Aufgaben einer einzigen Person zu überlassen.

Dem Bericht zufolge verfügte das System über ein Sensorsystem bestehend aus Laserscannern, Kameras und Radaren, die die Umgebung vor und neben dem Fahrzeug überwachten. Zusammen gab es demnach zehn Kameras, die die Fahrt des Testwagens aufnahmen. Die Auswertung der Aufnahmen habe ergeben, dass die Frau dunkel gekleidet gewesen sei und das Fahrrad über keine Seitenreflektoren verfügt habe. Vorder- und Rücklicht des Fahrrades hätten quer zur Fahrtrichtung des Autos geleuchtet. Die Frau habe die Straße zudem an einer Stelle überquert, die nicht durch Straßenlaternen beleuchtet gewesen sei.

Drogen bei Unfallopfer festgestellt

Aus den Aufnahmen gehe des Weiteren hervor, dass die Frau erst kurz vor der Kollision das Auto gesehen habe. Bei einer toxikologischen Untersuchung ihrer Leiche seien Methamphetamine und Marihuana festgestellt worden. Bei der Testfahrerin habe es jedoch kein toxikologische Untersuchung gegeben. Den lokalen Polizisten zufolge sollen jedoch keine Anzeichen von Beeinträchtigung nach dem Unfall festgestellt worden sein. Die NTSB setzt nach eigenen Angaben die Untersuchung fort, um die Unfallursache zu bestimmen und um mögliche Vorgaben zu machen, solche Unfälle künftig zu vermeiden.

Erst am Mittwoch hatte Uber mitgeteilt, die Testfahrten in Arizona nicht mehr aufzunehmen und sich statt dessen auf Tests in Pennsylvania und Kalifornien zu konzentrieren. Schon in diesem Sommer solle das Testprogramm wieder fortgesetzt werden.

Die NTSB ermittelt bei Flugzeugunglücken und anderen Unfällen, die grundsätzliche Bedeutung haben könnten. Sie ist sehr einflussreich, obwohl sie formell nur Empfehlungen abgeben kann. Aktuell untersuchen NTSB-Experten auch mehrere Unfälle mit Fahrzeugen des Elektroautobauers Tesla. Dabei geht es um Batteriebrände und die Arbeit des Fahrassistenzsystems Autopilot.

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fanreisender 30. Mai 2018

.... Das hat jetzt eigentlich nichts mit Opferdiffamierung zu tun. Es gibt immer zwei...

Bachsau 30. Mai 2018

Isso. Das ganze Gejammer von Opfern und Tätern kotzt einfach nur an. Wer mit seinem Leben...

Xandros 29. Mai 2018

Ich wurde als Autofahrer selbst schon mit vergleichbaren Situationen konfrontiert...

Anonymer Nutzer 25. Mai 2018

Also eine Dame kreuzt mal eben amtlich zugedrogt eine Straße trotz Verkehr und du siehst...



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