Vorausschauender Versand: Amazon will Pakete ohne Bestellung verschicken

Beim Onlinekauf gibt es gegenüber dem stationären Handel eine recht große Zeitverzögerung zwischen Kauf und Aushändigung der Ware. In einem US-Patent beschreibt Amazon, wie die Ware künftig schneller zum Kunden kommen könnte. Beim "vorausschauenden Versand" wertet der US-Versandhändler aus, was der Kunde sich online angesehen hat, welche Produkte er in den Einkaufswagen gelegt, aber nicht bestellt hat oder was auf seinem Wunschzettel steht, und packt schon einmal ein Paket und schickt es in ein nahegelegenes Versandzentrum. Bestellt der Kunde das Produkt wirklich, kann es ihm so schneller zugestellt werden.
Wie das Wall Street Journal schreibt(öffnet im neuen Fenster) , will Amazon außerdem die vorangehenden Bestellungen des Kunden und die Zeit auswerten, wie lange der Anwender sich einzelne Teile des Sortiments angesehen hat. Damit will der Versandhändler möglichst präzise vorhersagen, was den Kunden nicht nur interessiert, sondern was er kaufen wird. Laut Patentschrift könnte Amazon sogar Teile der Anschrift vorausfüllen und während der Zustellung ergänzen, falls der Kunde wirklich bestellt.
Der Vorhersageversand könnte laut Amazon besonders gut bei Bestsellern oder mit Produkten funktionieren, die Kunden zum Erstverkaufstag haben wollen. Das könnte zum Beispiel bei populären Spielen oder Spielekonsolen der Fall sein. Es ist auch denkbar, den Kunden schon auf der Website mitzuteilen, welche Produkte sich bereits im Versand befinden und so zusätzliche Kaufanreize zu bieten.
Amazon hat den Patentantrag bereits im August 2012 eingereicht. Das Patent US008615473(öffnet im neuen Fenster) selbst wurde kurz vor dem Jahreswechsel 2013/2014 erteilt. Ob Amazon die darin geäußerten Ideen auch in die Tat umsetzt, lässt sich kaum prognostizieren.