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Vor 40 Jahren: Die Nasa startet Raumstation Skylab

Jahrestag für die US-Raumfahrtbehörde Nasa: Am 13. Mai 1973 startete von Cape Canaveral aus das Skylab in den Orbit. Golem.de blickt auf die erste US-Raumstation zurück, die bis 1979 um die Erde kreiste.

Artikel veröffentlicht am ,
Skylab: wichtige Erkenntnisse für Langzeitmissionen im All
Skylab: wichtige Erkenntnisse für Langzeitmissionen im All (Bild: Nasa)

Mai 1973: Nicht einmal ein halbes Jahr war vergangen, seit die Besatzung von Apollo 17 heil vom letzten Flug zum Mond zurückgekehrt war, da startete die National Aeronautics and Space Administration (Nasa) das nächste ehrgeizige Projekt der bemannten Raumfahrt: Am 14. Mai 1973, heute vor 40 Jahren, schoss die US-Raumfahrtbehörde die Raumstation Skylab ins All.

  • Start einer Saturn 1B am 16. November 1973. Sie brachte die dritte und letzte Besatzung zum Skylab. Die Station war am 13. Mai 1973 von einer Saturn 5 ins All transportiert worden. (Foto: Nasa)
  • Skylab über der Erde, aufgenommen von der letzen Crew kurz nach dem Abdocken am 8. Februar 1974 (Foto: Nasa)
  • Skylab kreiste noch gut fünf Jahre um die Erde. Am 11. Juli 1979 wurde es zum Absturz gebracht. (Foto: Nasa)
  • Der Aufbau der ersten US-Raumstation (Foto: Nasa)
  • Skylab im Bau: Die Station war eine umgebaute Raketenstufe. (Foto: Nasa)
  • Erde von oben: Cape Canaveral aufgenommen von der dritten Skylab-Besatzung (Foto: Nasa)
  • Zahnkontrolle in luftiger Höhe: Joseph Kerwin untersucht Pete Conrad, den Kommandanten der ersten Skylab-Besatzung. Das Skylab-Programm brachte viele Erkenntnisse  über die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper. (Foto: Nasa)
  • Owen Garriott, Mitglied der zweiten Besatzung, bei einem Außeneinsatz. Die Astronauten mussten unter anderem aussteigen, um Filme im Sonnenteleskop zu wechseln. (Foto: Nasa)
  • Die zweite Skylab-Besatzung: Owen Garriott, Kommandant Alan Bean und Astronaut Jack Lousma (v. l.)  (Foto: Nasa)
Start einer Saturn 1B am 16. November 1973. Sie brachte die dritte und letzte Besatzung zum Skylab. Die Station war am 13. Mai 1973 von einer Saturn 5 ins All transportiert worden. (Foto: Nasa)
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Skylab war rund 26 Meter lang und hatte einen Durchmesser von über 6 Metern. Der nutzbare Raum hatte ein Volumen von knapp 320 Kubikmetern. Die Station wog knapp über 77 Tonnen.

Mehrere Module

Skylab bestand aus mehreren Modulen: Das Hauptmodul war der Orbital Workshop (OWS). Dort wohnte und arbeitete die Besatzung, dort befanden sich auch die Essens- und Wasservorräte. Außen am OWS saßen die Solarpaneele, die das Skylab mit Strom versorgten. Das zweite war das Airlock Module (AM), eine Luftschleuse, über die die Besatzung die Station verlassen konnte. An das AM schloss sich der Multiple Docking Adapter (MDA) an, an dem die Raumfähre festmachte, mit der die Besatzungen zur Station flogen. Seitlich am MDA saß das Apollo Telescope Mount (ATM), ein Sonnenobservatorium, an dem kreuzförmig vier weitere Sonnenpaneele befestigt waren.

Das Skylab-Programm schloss direkt an das Apollo-Programm an. Viele Komponenten aus dem Mondprogramm wurden weiterverwendet: Die Station etwa basierte auf einer Stufe einer Saturn-Rakete, die das US-Luftfahrtunternehmen McDonnell Douglas umbaute. Als Transporter für die Besatzung diente die Apollo-Kommandokapsel. Station und Raumkapsel wurden von Saturn-Raketen in den Weltraum gebracht.

Besatzung fliegt hinterher

Skylab startete am 13. Mai 1973 unbemannt an Bord einer Saturn-1B vom Raketenstartplatz Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus. Knapp zwei Wochen später, am 25. Mai, folgte die erste Besatzung, die aus den Astronauten Charles Conrad, Paul Weitz und Joseph Kerwin bestand. Sie blieben knapp einen Monat im Skylab: Am 22. Juni 1973 waren die drei wieder auf der Erde. Schon im Folgemonat flogen die nächsten drei zur Station: Alan Bean, Owen Garriott und Jack Lousma lebten vom 28. Juli bis 25. September 1973 im Skylab. Die dritte und letzte Besatzung, bestehend aus Gerald Carr, Edward Gibson und William Pogue, flog am 16. November 1973 und verließ das Skylab am 8. Februar 1974.

Danach hatte die Nasa kein Geld mehr für weitere Flüge zum Skylab - zu viel wurde für das Spaceshuttle-Programm benötigt. Skylab kreiste noch gut fünf Jahre um die Erde. Insgesamt blieb die Station sechs Jahre und 58 Tage im Orbit. Am 11. Juli 1979 trat die Station in die Erdatmosphäre ein. Sie verglühte nicht ganz - Teile stürzten auf die Erde. Sie fielen nicht wie geplant alle in den Indischen Ozean, einige landeten im Westen Australiens, verletzten aber niemanden.

Wieder nur Zweiter

Aber: Wie schon bei den Satelliten und der bemannten Raumfahrt hatte die Sowjetunion auch bei den Raumstationen die Nase vorn. Die Saljut 1, die erste Raumstation überhaupt, wurde am 19. April 1971 in den Orbit geschossen. Dort blieb sie jedoch nur ein halbes Jahr: Am 10. Oktober wurde sie abgesenkt und verglühte einen Tag später über dem Pazifik.

Die Geschichte von Saljut 1 war tragisch. Wie Skylab war auch die sowjetische Station zwei Jahre zuvor unbemannt ins All geschossen worden. Drei Tage danach flog die erste Besatzung, bestehend aus Wladimir Schatalow, Alexej Jelissejew und Nikolai Rukawischnikow, zur Saljut. Sie konnten aber ihr Sojus-Raumschiff nicht fest an die Station andocken und mussten deshalb schon nach zwei Tagen wieder zur Erde zurückkehren. Der zweiten Besatzung, bestehend aus Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow, gelang im Juni 1971 das Andockmanöver. Nach 23 Tagen auf der Station traten die drei Kosmonauten am 29. Juni die Rückkehr zu Erde an. Dabei kam es zu einer Fehlfunktion, durch die ein Frischluftventil zu früh geöffnet wurde. Dobrowolski, Pazajew und Wolkow starben an Bord der Sojus-Kapsel.

Filme wechseln im All

Die Skylab-Mission hatte mehrere Funktionen: Zu den wissenschaftlichen Aufgaben zählte die Beobachtung der Sonne mit dem ATM. Mit dem Teleskop machten die Besatzungsmitglieder rund 160.000 Aufnahmen von der Sonne, die viele neue Erkenntnisse über unser Zentralgestirn lieferten. Unter anderem konnten erstmals koronale Massenauswürfe beobachtet werden. Die Sonnenbeobachtung war allerdings recht mühsam: Um die Filme an dem Teleskop zu wechseln, musste jedes Mal ein Besatzungsmitglied die Station verlassen.

Eine weitere Funktion war, Langzeitaufenthalte im Weltraum zu testen. Die drei Besatzungen sammelten beispielsweise Daten über die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper. Später halfen sie mit, Maßnahmen zu entwickeln, um Astronauten lange Aufenthalte im All zu ermöglichen. Die Nasa bewertet dies heute als das wichtigste Ergebnis der Skylab-Mission. Diese diente damit der Vorbereitung für die Internationale Raumstation (ISS), deren erste Module 25 Jahre später ins All geschossen wurden, und natürlich der bemannten Mars-Missionen, die die Nasa derzeit vorbereitet.



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wp (Golem.de) 15. Mai 2013

Danke für den Hinweis auf die Saturn 5. Ist geändert. wp (Golem.de)

MeinSenf 15. Mai 2013

So eine umgebaute Saturn-V Raketenhülse hat eben einen beachtlichen Durchmesser.

pUiE 14. Mai 2013

ja gerne öfter =) könnte regelmäßig sein...muss ja nichts historisches sein..einfach...

David64Bit 14. Mai 2013

Highway Radio aus L.A. hat die Rechnung 2009 Bezahlt^^


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