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Vor 25 Jahren im Fernsehen: Als Stargate SG-1 nach Deutschland kam

Vor 25 Jahren startete Stargate SG-1 hierzulande und entwickelte sich vom Fleck weg zum Erfolg - auch ohne die Crew des ebenfalls erfolgreichen Kinofilms.
/ Peter Osteried
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Das Team SG-1: Teal'c (Christopher Judge), Sam Carter (Amanda Tapping), Jack O'Neill (Richard Dean Anderson) und Dr. Daniel Jackson (Michael Shanks) (Bild: MGM)
Das Team SG-1: Teal'c (Christopher Judge), Sam Carter (Amanda Tapping), Jack O'Neill (Richard Dean Anderson) und Dr. Daniel Jackson (Michael Shanks) Bild: MGM

Grundlage für Stargate SG-1, das ab dem 6. Januar 1999 bei RTL 2 lief, war der große Kinofilm von Roland Emmerich. Der wollte eigentlich zwei weitere Filme drehen und aus dem Stoff eine Trilogie machen, MGM erschien eine Serie aber vielversprechender.

Als sie hierzulande startete, lief die Produktion bereits seit zwei Jahren beim amerikanischen Pay-TV-Sender Showtime. In den Genuss der deutschen Fassungen konnte man schon vor RTL 2 kommen, denn Warner Home Video veröffentlichte die Serie peu à peu auf VHS-Kassette(öffnet im neuen Fenster) - mit zwei Folgen pro Kassette, die in die Videotheken kamen.

Der Planet der Woche

Das Stargate ist ein Tor zu anderen Welten, Teil eines Systems von Toren, das unzählige Welten miteinander verbindet und geradezu einlädt, sie zu erkunden. Das Stargate auf der Erde wurde bei Ausgrabungen in Gizeh gefunden, obwohl man damals noch nicht den Hauch einer Ahnung hatte, was es damit eigentlich auf sich hat.

Erst mit der im Kinofilm erzählten Geschichte begann die Nutzung des Tores (obwohl die Serie später die Vorgeschichte des Stargates und des gesamten Projekts noch ausweitete). Von unbekannten Erbauern geschaffen, wird dieses Torsystem von den Goa'uld(öffnet im neuen Fenster) - Parasiten, die sich in menschlichen Körpern einnisten - genutzt, um ihre Macht und ihre Schreckensherrschaft aufrechtzuerhalten.

Mit dieser Prämisse, bei der man sich zusätzlich an den bekannten Charakteren aus dem Film orientierte und weitere extra für die Serie schuf, begannen die Überlegungen, wie sich aus Stargate eine Serie machen ließe.

Begonnen hatte alles damit, dass MGM daran dachte, das Franchise in Form einer Serie auszubauen. Damit erhoffte man sich auf lange Sicht einen höheren Gewinn als mit neuen Filmen, die vielleicht alle drei oder vier Jahre in die Kinos gekommen wären.

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Die neuen Macher

Während MGM Verhandlungen mit Roland Emmerich und dem Produzenten Dean Devlin anstrebte, zeigte sich bald, dass die Pläne nicht gerade unter einem glücklichen Stern standen. Man konnte sich über die Art, wie man aus Stargate eine Serie machen sollte, nicht einig werden, weswegen man sich schließlich trennte. In beiderseitigem Einvernehmen, hieß es offiziell, mit bösem Blut hinter vorgehaltener Hand.

Zur gleichen Zeit machten sich Jonathan Glassner, der für MGM schon die erfolgreiche Serie The Outer Limits produzierte, und Brad Wright, der anfangs für dieselbe Serie schrieb und dann auch in den Produzentenstamm aufgenommen wurde, getrennt voneinander daran, MGM die Idee einer Serie basierend auf dem Kinofilm anzubieten. Zu jener Zeit war beiden noch nicht bewusst, dass MGM schon lange mit einer solchen Entwicklung beschäftigt war, aber noch immer nach den richtigen Leuten suchte.

Eine ungewöhnliche Zusage

Da Glassner und Wright ähnliche Ideen vorstellten und schon zusammengearbeitet hatten, bot es sich aus Sicht von MGM an, sie auch zusammen für Stargate SG-1 zu verpflichten, wie die Serie später vollständig heißen sollte.

Die beiden begannen ihre Arbeit mit der Intention, dem Film so nahe wie möglich zu kommen und die dort aufgestellten Grundlagen nicht einfach über den Haufen zu werfen. Beide hätten sich auch gewünscht, einmal mit Emmerich oder Devlin zu sprechen, aber die wetterten schon im Vorfeld arg gegen die Serie, so dass ein Gespräch unvorstellbar war.

Glassner und Wright schauten sich den Film wieder und wieder an, um zu sehen, worauf es ankam. Dabei überlegten sie, wie sich das Stargate nutzen ließ, denn immerhin befanden sich auf dem eisernen Ring 39 Symbole, von denen man aber nur sieben brauchte, um einen Planeten anzuwählen. Logisch betrachtet musste es also Hunderte, wenn nicht gar Tausende von möglichen Koordinaten geben, die zu den unterschiedlichsten Planeten führen würden.

Gleichzeitig mussten sie sich natürlich Gedanken über die Schurken der Serie machen. Im Film hieß es, dass Ra der Letzte seiner Art war, aber nun kamen Glassner und Wright mit der Idee, dass es tatsächlich nur wenige Goa'ulds - so sollte der neue alte Feind heißen - gab, die als Systemlords wie Ra über große Reiche herrschten.

Bei ihrem Konzept verzichteten die beiden jedoch darauf, alles in Stein zu meißeln und die nächsten beiden Jahre - immerhin gab es eine Zusage über zwei volle Seasons - sklavisch an den einst getroffenen Vorgaben zu hängen. Vielmehr achteten sie darauf, dass sich die Mythologie der Serie organisch weiterentwickelte, wofür beispielsweise die Tok'ra, Widerstandskämpfer gegen die Goa'uld, der beste Beweis sind.

Die ersten Staffeln sind gesichert

Die Garantie für zwei volle Jahre Stargate SG-1 ist etwas geradezu Außergewöhnliches im Fernsehen. Während normale Serien mit Quotenerwartungen zu kämpfen haben, hatte Stargate SG-1 das große Glück, auf dem Pay-TV-Sender Showtime unterzukommen. Da dessen Kunden ohnehin für das Programm bezahlten, gab es keinen großen Quotendruck, wodurch man sich den Luxus erlauben konnte, die Serie in Ruhe anzugehen und zu entwickeln.

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Dabei wollten Glassner und Wright einen gewissen Handlungsbogen, der sich durch die Serie zieht, aber er sollte nicht zu stark sein - auch Gelegenheitszuschauer sollten sich bei der Serie wohlfühlen. Bei der garantierten Anzahl von 44 Episoden konnte man es sich leisten, Handlungsstränge, die scheinbar in einer Episode abgeschlossen waren, später wieder aufzugreifen, selbst wenn dieses Später 20 Folgen oder mehr bedeuten mochte.

Nach Glassner und Wright war der dritte Mann im Bunde Michael Greenburg, seines Zeichens Partner von Richard Dean Anderson bei der gemeinsamen Produktionsfirma Gekko Film Corporation. Greenburg hat als Produzent schon für die Anderson-Serien MacGyver und Legend gearbeitet.

An ihn wandte man sich, um die Aufgaben eines ausführenden Produzenten zu übernehmen. Dabei kam das Gespräch auch auf seinen Partner Richard Dean Anderson, der daran interessiert war, die Hauptrolle in der neuen Serie zu übernehmen, ein Umstand, mit dem zuvor niemand gerechnet hatte.

Die Rollen werden besetzt

Das restliche Casting verlief wie gewohnt, indem man sich viele Leute ansah, sie mit anderen Schauspielern testete und schließlich eine engere Wahl traf, aus der man dann die Favoriten herauspickte.

Nach und nach bildete sich das Team heraus. Richard Dean Anderson war O'Neill, Michael Shanks wurde zu Daniel Jackson. Ihn wählte man wohl auch aus, weil er eine gewisse Ähnlichkeit mit James Spader hatte, der die Rolle im Film spielte.

Ganz neu waren die Figuren Sam Carter, gespielt von Amanda Tapping, und Teal'c, dargestellt von Christopher Judge. Teal'c war ein Diener des falschen Gottes Apophis, stellt sich dann aber gegen ihn und wird zu einem Teil von SG-1. Denn die Menschen sind so ziemlich die einzigen in den Weiten des Alls, die die Goa'uld bekämpfen. Für den Kommandanten des Stargate-Programms holte man Don S. Davis, der bei Akte X den Vater von Dana Scully(öffnet im neuen Fenster) spielte.

Erfolg in Serie

Die Serie kam nicht nur in den USA, sondern weltweit sehr gut an. Im Lauf der Jahre wurde die Mythologie ausgebaut, in Hinblick auf die Goa'uld, aber auch auf kleine graue Außerirdische, die den Menschen helfen. Dazu kamen neue Bedrohungen wie die Replikatoren(öffnet im neuen Fenster) , kleine Roboter, die sich rasant vermehren konnten. Auch die arachnidenartigen Reetou(öffnet im neuen Fenster) tauchten auf, deren erklärtes Ziel die Vernichtung alles Menschlichen war.

Selbst Verschwörungselemente wurden eingebaut, weil die in den späten 90er Jahren sehr populär waren. Die Mischung aus für sich stehenden Episoden und solchen, die die große Story vorantrieben, war sehr gut. Zehn Jahre lang wurde Stargate SG-1 produziert. Dabei gab es einige Änderungen.

Michael Shanks stieg nach der fünften Staffel aus und wurde von Corin Nemec (Parker Lewis - Der Coole aus der Schule) ersetzt, kehrte aber im siebten Jahr zurück. Richard Dean Anderson verringerte nach sieben Jahren seine Auftritte und so stießen Ben Browder und Claudia Black, die beide zuvor Hauptrollen in Farscape gespielt hatten, zum Team dazu.

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Geht es weiter?

Von 1997 bis 2007 brachte es Stargate SG-1 auf zehn Staffeln mit 213 Episoden(öffnet im neuen Fenster) . Danach folgten 2008 noch die Fernsehfilme Stargate: The Ark of Truth und Stargate: Continuum, mit der Hauptserie war danach jedoch Schluss.

Zwei Spin-offs wurden produziert. Stargate: Atlantis und Stargate: Universe waren jedoch nicht so erfolgreich wie die Mutterserie.

Seit Jahren hoffen die Fans auf ein Revival, das wahrscheinlicher geworden ist, seitdem Amazon das Studio MGM gekauft hat. Irgendwann wird es weitergehen; es ist aber zu hoffen, dass man nicht von vorne beginnt, sondern fortführt, was mit Stargate SG-1 begonnen wurde.


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