Vonovia: Größter Wohnungskonzern tauscht Telekom gegen Vodafone

Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen Vonovia setzt statt auf die Deutsche Telekom nun auf Vodafone. Ab Juli 2024 hätten 120.000 Wohneinheiten nach vielen Jahren wieder die Möglichkeit, ins Kabelnetz von Vodafone zurückzukehren, erklärten Vonovia(öffnet im neuen Fenster) und Vodafone(öffnet im neuen Fenster) am 27. Mai 2024. Eine entsprechende Vereinbarung habe man in der Zentrale von Vonovia in Bochum unterzeichnet.
Die neu hinzugekommenen 120.000 Wohnungen sind laut Vodafone in den vergangenen Jahren mehrheitlich über DSL-Technologie von Wettbewerbern versorgt worden, womit die Telekom gemeint sein dürfte. Nun komme von Vodafone eine weitere Zugangsmöglichkeit hinzu.
In der Zeit von 2011 bis 2012 konnte die Telekom den Kabelnetzbetreiber Unitymedia, der heute zu Vodafone gehört, bei einem Vorgänger von Vonovia (Deutsche Annington) verdrängen und die Versorgung übernehmen. Dabei wurde vereinbart, dass 171.000 Wohnungen Anschluss an ein neues Telekom-Glasfasernetz erhalten. Laut Informationen von Euro am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) wurde diese Zusage jedoch nur selten umgesetzt - in den meisten Wohnungen seien nach wie vor Kupfer- und Koaxial-Leitungen verlegt. Die Telekom hat die Bekanntgabe von Vonovia bisher nicht kommentiert.
Markt für TV-Versorgung ist im Umbruch
Allerdings bezeichnete die Telekom zu dieser Zeit ihr Vectoring aus Marketinggründen auch als "Glasfasernetz" . Die Telekom nannte in der damaligen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) "Geschwindigkeiten bis zu 200 MBit/s für Up- und Downloads" , was auch auf Fiber To The Building (FTTB) hindeuten könnte. Vectoring wird nicht mit so einem hohen Upload angeboten. Hier ist in der Regel bei 40 MBit/s die Grenze.
Der Markt für TV-Versorgung ist im Umbruch: Rund 12,5 Millionen Haushalte in Deutschland erhielten Fernsehen bislang über das Kabelnetz, abgerechnet über das in den 1980er Jahren eingeführte Nebenkostenprivileg. Das änderte sich mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG), laut der die Kabelnetzgebühren nicht mehr auf die Mietnebenkosten umgelegt werden dürfen. Viele Mieter wandern deswegen ab. So hat Vodafone Deutschland im ersten Quartal 650.000 Fernsehkunden verloren.



