Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Von wegen ein Display: Wie viele Monitore funktionieren mit dem Macbook Neo?

Golem begibt sich auf eine Odyssee mit CRTs, iPads und obskuren Adaptern. Das Ziel: möglichst viele Displays am Macbook Neo anschließen.
/ Oliver Nickel
38 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mit einigen Tricks lassen sich diverse Panels an das Macbook Neo anschließen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Mit einigen Tricks lassen sich diverse Panels an das Macbook Neo anschließen. Bild: Martin Wolf/Golem
Inhalt
  1. Von wegen ein Display: Wie viele Monitore funktionieren mit dem Macbook Neo?
  2. Auflösung ändern auf das Jahr 1999

Offiziell lässt sich an das neue Macbook Neo (Test) nur ein weiterer externer Monitor anschließen. Diese Einschränkung ist einer der größten Kritikpunkte an dem günstigen Apple-Gerät. Aber es müsste doch möglich sein, mehr Monitore anzuschließen, oder? Denn die Vergangenheit zeigt: Probleme mit Macbooks können oft gelöst werden, wenn wir nur genügend Adapter und andere Tricks auf das Problem werfen.

Das Neo ist da keine Ausnahme: Zu unserer Überraschung konnten wir immerhin vier externe Displays anschließen. Dazu mussten wir teilweise sehr tief in den Kisten und Boxen mit Adaptern suchen und den Arbeitsplatz eines Kollegen demontieren. Das finale Set-up ist fragil und dürfte in der Praxis eher unbrauchbar sein. Wir sehen unser Projekt eher als Machbarkeitsstudie an. Zumindest stieg aus dem einen USB-C-Port mit Displayausgabe kein Rauch auf.

Generell ist es für unser Vorhaben problematisch, dass nur einer der beiden USB-C-Ports überhaupt für Displayausgaben konzipiert ist. Wir könnten nun einfach den einen offiziell unterstützten Monitor daran anschließen. Das funktioniert auch beim Macbook Neo einwandfrei. Der USB-C-3.2-Gen2-Port lässt sich sogar mit einem 4K-Panel bei 60 Hz Bildfrequenz nutzen.

Die Adapterkiste durchsuchen

Für unser Experiment müssen wir allerdings bereits auf den ersten Adapter zugreifen. Anfangs haben wir einen passiven Dongle verwendet, an den sich per HDMI ein Monitor ansteuern ließ. Dieser offiziell unterstützte Bildschirm wurde erwartungsgemäß direkt vom Macbook Neo erkannt.

Über einen am passiven Adapter verbauten USB-A-Port konnten wir einen weiteren aktiven Dongle anschließen. An diesen steckten wir wiederum einen VGA-Monitor. Praktischerweise stand in unserem Büro noch ein alter LG-Flatron-Röhrenmonitor ungenutzt in der Ecke – ein perfektes Testsubjekt für unser Projekt.

Moment mal, das sind bereits zwei externe Displays an einem Port, der offiziell nur einen Monitor unterstützt. Wie geht es also weiter? MacOS-Veteranen dürfte der Begriff Displaylink bekannt vorkommen. Mit dieser Technik ließen sich schon zu Intel-Macbook-Zeiten viele weitere Monitore ansteuern, obwohl die genutzten Macs dafür teils nicht ausgelegt waren.

Displaylink zur Rettung

Bei Displaylink wird eine proprietäre Software benutzt, die selbstständig Monitore etwa als USB-Geräte verwalten kann. So ist es möglich, ein Bildsignal über USB-Standards wie USB 2.0 zu leiten, die dafür eigentlich ungeeignet sind. Das Bildsignal wird dabei von Software und nicht direkt vom SoC verarbeitet. Dadurch sollte das von Apple angegebene physische Limit umgangen werden können.

Der Displaylink-Treiber präsentiert dem Betriebssystem angeschlossene Geräte als weiteres nutzbares Panel, was überraschenderweise selbst in MacOS 26 noch funktioniert. Displaylink hat nämlich auch Nachteile, die vor allem in der schlechten Bildqualität und der teils miserablen Latenz begründet sind. Es hat eben Gründe, warum Displaylink nicht (mehr) sehr stark verbreitet ist und oft eher als Notfalllösung genutzt wird.

Für unsere Testzwecke sollte dies aber reichen. Glücklicherweise integrierte der unscheinbare USB-A-Dongle von Dell, den wir ganz unten in einer alten Kiste mit Adaptern und Kabeln gefunden haben, Displaylink über USB-A, und bot zugleich VGA für unser CRT-Relikt der 90er Jahre an. Zwei Monitore sind also sicher angeschlossen.

Da musste doch mehr drin sein. Nach etwas Überlegen fiel uns dann ein von Apple wenig beworbenes Feature ein. Denn mittels Sidecar lässt sich ein anderes Apple-Gerät, etwa ein iPad, als sekundärer Bildschirm mit dem Macbook Neo im gleichen Netzwerk koppeln.

Sidecar mit ungewohnten Problemen

Was Apple als einfach verkauft und unserer Erfahrung nach bisher auch immer einfach funktioniert hat, artete diesmal in eine stundenlange Fehlersuche aus. Unser iPad Air M1 wollte einfach nicht vom Macbook Neo erkannt werden. Also meldeten wir unseren Apple-Account erneut an, installierten sämtliche Updates, wechselten die Netzwerke und versuchten sogar die direkte Verbindung über ein USB-Kabel – testweise an unserem wertvollen USB-C-3.2-Port mit Displayausgabe.

Nach mehrmaligem Ab- und Anmelden, dem Neustarten der Geräte und sogar dem Austausch des iPad Air durch ein anderes, laut Apple ebenfalls kompatibles Modell wollten wir schon fast aufgeben. Eine längere Suche im Internet brachte uns dann aber auf die richtige Fährte. Aus für uns unerklärlichen Gründen muss auf beiden Geräten offenbar der iCloud-Dienst installiert sein und aktiv laufen. Und tatsächlich konnten wir unser iPad nach dieser Maßnahme endlich mit dem Macbook Neo verbinden.

Anschließend schauten wir stolz auf unser Set-up mit immerhin drei statt einem externen Bildschirm, das von Außenstehenden wohl eher als Brandgefahr und nicht als ergonomischer Arbeitsplatz eingestuft werden würde. Und dann funktionierte auch noch einer der Monitore plötzlich nicht mehr.


Relevante Themen