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Auflösung ändern auf das Jahr 1999

Drei Monitore sehen auf unserem improvisierten Arbeitsplatz doch gut aus. Als wir unser Set-up ausprobieren wollten, hängte sich allerdings der per VGA und Displaylink verbundene Röhrenmonitor auf. Anschließend konnten wir den Desktop darauf nur noch spiegeln und nicht erweitern. Offenbar war die Kommunikation zwischen dem Displaylink-Adapter und dem Macbook Neo fehlerhaft.

Das lag an zwei Dingen: Zum einen war die 4:3-Auflösung zu hoch, zum anderen führte die Bildfrequenz von 90 Hz zu Fehlern. Nachdem wir die Auflösung auf 800 x 600 Pixel und die Bildfrequenz auf 75 Hz festgelegt hatten, mussten wir alle Komponenten noch mehrmals hintereinander trennen und wieder verbinden. Das viele Herumprobieren zahlte sich aus: Wir hatten einen funktionierenden Arbeitsplatz mit drei Monitoren. Doch da geht noch mehr, dachten wir uns.

Obskure Matrox-Videokarte kommt dazu

Wir gingen unser Inventar durch und suchten nach einer Möglichkeit, um mehr als drei Panels an das Macbook anzuschließen. Wir wurden durch das noch tiefere Graben in der Adapterkiste fündig. Vor vielen Jahren hatten wir einen Mac-Arbeitsplatz mit zwei älteren DVI-Bildschirmen mit einem externen Display-Adapter eingerichtet. Es handelt sich um den Matrox Dualhead2Go. Der wird per Displayport angeschlossen und gibt sich über eine proprietäre Software als 4K-Monitor aus. Daran lassen sich allerdings zwei DVI-Displays betreiben.

Das funktioniert ähnlich wie Displaylink, stellte sich aber als noch improvisierter heraus. Zwei Fragen ergaben sich: Wie schließen wir das Displayport-Kabel an den USB-C-Port an? Und wie kommen wir an die Software dieser alten Hardware heran? Die wird nämlich seit Langem nicht mehr von Apple-Silicon-Macs unterstützt. Mittels Displayport-Kabel und passendem USB-C-Adapter konnten wir zumindest das Anschlussproblem lösen – vorerst.

In einem Reddit-Thread(öffnet im neuen Fenster) stießen wir zudem auf eine alte Version der Matrox-Powerdesk-Software. Obskurerweise lässt sich der Adapter wohl nur mit der Version 1.04.07.001 an einem Apple-Silicon-Mac betreiben. Dass ein User den Download-Link dazu direkt im Thread postete, schien zu gut, um wahr zu sein. Das Glück wendete sich aber und unser Displayport-auf-USB-C-Dongle konnte das vom Matrox-Videoadapter ausgehende Signal nicht übertragen. Was nun?

Arbeitsplatz demontiert, Dockingstation geplündert

Noch einen weiteren Trick gab all die Hardware in unseren Büros her. Der Arbeitsplatz eines Kollegen war mit einer D6000-Dockingstation von Dell ausgestattet. Die nutzte wie unser alter Dell-Dongle aus dem Schuhkarton Displaylink. Statt einem können hier allerdings direkt drei Monitore angeschlossen werden. Außerdem verfügt die Dockingstation über Displayport-Anschlüsse in voller Größe. Wir konnten unseren Matrox-Adapter also direkt mittels Displayport-Kabel verbinden. Vorher mussten wir aber einen komplett sauber verkabelten Arbeitsplatz demontieren. Alles im Namen der Wissenschaft!

Da wir zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Monitore für unseren Test nutzen konnten und weil es auch amüsant erschien, lief in diesem Set-up unser VGA-Röhrenmonitor trotzdem noch über den alten Dell-Adapter. Nur steckte der nun in einer der USB-Buchsen am Dell-D6000-Dock. Insgesamt drei Monitore konnten wir so über den einen USB-3.2-Gen2-Port am Macbook Neo ansteuern. Zusammen mit dem iPad kamen wir auf immerhin vier externe Displays.

Das sah so lange gut aus, bis wir wirklich daran arbeiten wollten. Die wirre Anordnung und Aneinanderreihung diverser Adapter machte das gesamte System instabil. Berührten wir eines der Kabel falsch, fielen zwei der drei Monitore direkt aus. Außerdem mussten wir wie zuvor die Auflösung der Displays teils deutlich reduzieren. Zweimal 800 x 600 Pixel mussten reichen.

Die Moral von der Geschicht'

Es sollte klar sein, dass wir ein solches Set-up mit mehreren Ebenen von Adaptern in der Praxis nicht empfehlen. Und trotzdem lassen sich zumindest vier externe Displays an ein Macbook Neo anschließen. Allein mit unserer Hardware wären theoretisch sogar sechs Displays möglich: zwei Panels über die Dockingstation, zwei weitere über den an Dell-Dock angeschlossenen Matrox-Adapter, eines direkt über USB-C und ein drahtlos verbundenes iPad.

Wirklich praktisch denkbar sind aber eher zwei Szenarien. Erstens liefert die von uns genutzte Displaylink-Dockingstation D6000 von Dell bereits drei Anschlüsse für externe Panels – mehr als genug für die meisten Arbeitsplätze. Der Nachteil daran ist, dass Displaylink, wie erwähnt, mit Bildqualität, Bildfrequenz und teils anderen Problemen zu kämpfen hat. Perfekt ist diese Lösung also nicht. Zudem kann solch ein Dock auch schon mal 200 Euro und damit fast ein Drittel des Macbook Neo kosten.

Zweitens könnten wir an den einen USB-Port einfach einen externen großen Monitor verbauen, der möglichst viel Bildfläche aufweist und etwa im Format 21:9 oder 32:9 kommt. Apple gibt an, dass sich am Neo etwa ein 4K-Panel mit 60 Hz betreiben lässt. Viele Menschen werden nicht mehr Platz auf dem Desktop brauchen. Und wenn doch, können sie zusätzlich und ganz ohne Adapter-Frickeleien ein iPad als zweiten externen Monitor verwenden.

Oder sie folgen unseren wirren Anweisungen. Das funktioniert sicher, versprochen!


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