Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Von öffentlichen Auftraggebern: Tausende IT-Verträge enden bis 2028

Eine Analyse zeigt, dass öffentliche Auftraggeber in den Jahren 2027 und 2028 zahlreiche Entscheidungen über Neuausschreibungen treffen müssen.
/ Mike Faust
3 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Softwareanbieter sollten nicht auf Neuausschreibungen warten, bevor sie aktiv werden. (Bild: Pexels / Lukas Blazek)
Softwareanbieter sollten nicht auf Neuausschreibungen warten, bevor sie aktiv werden. Bild: Pexels / Lukas Blazek

In den Jahren 2027 und 2028 enden 2.130 Verträge für Software und IT-Dienstleistungen im öffentlichen Sektor. Wie aus einer Erhebung des Softwareanbieters Tendervane(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, markiert das Ende dieser Verträge einen kritischen Zeitpunkt, an dem öffentliche Auftraggeber über Vertragsverlängerungen oder Neuausschreibungen entscheiden müssen.

Unter den öffentlichen Auftraggebern bildet der Bund mit 443 Bekanntmachungen (20,8 Prozent) die größte Einzelgruppe, gefolgt von den Ländern (370 Fälle) und Kliniken (276 Fälle). Bei den Vergaben mit genau einem genannten Auftragnehmer gingen die meisten Zuschläge an Dienstleister wie die SVA GmbH (77 Fälle), Software One (58 Fälle) und die Bechtle-Gruppe (57 Fälle).

Zudem wird in mindestens 383 Bekanntmachungstexten ein konkreter Softwarehersteller (g+) genannt, wobei Produkte von Microsoft (131 Nennungen) und SAP (106 Nennungen) am häufigsten auftauchen.

Anbieter sollten nicht auf öffentliche Ausschreibung warten

Die Datengrundlage bilden amtliche Zuschlagsbekanntmachungen aus dem Bekanntmachungsservice des Bundes(öffnet im neuen Fenster) für IT-Dienste und Softwarepakete. Tendervane weist darauf hin, dass die auslaufenden Verträge keine garantierte Welle automatischer Neuausschreibungen darstellen, sondern eine Häufung vertraglicher Entscheidungsmomente bei den jeweiligen öffentlichen Auftraggebern markieren.

Ein Großteil der Verträge beinhaltet komplexe Verlängerungs- und Strukturregeln, weshalb das Ende der ersten Laufzeit keineswegs dem endgültigen Auftragsende entsprechen muss. Bei 669 Bekanntmachungen ist eine explizite Verlängerungsoption enthalten, 245 Verträge verlängern sich laut der Erhebung automatisch, und bei 941 Fällen fehlen Angaben zur Verlängerung im Text.

Die Auslaufdaten verteilen sich ungleichmäßig über den zweijährigen Zeitraum, mit einem deutlichen Schwerpunkt im zweiten Halbjahr 2028. Auf dieses entfallen allein 638 Fälle, was etwa 30 Prozent der Gesamtzahl entspricht. Besonders auffällig ist zudem eine Häufung im jeweils vierten Quartal beider Jahre. Diese Konzentration erklärt sich vor allem aus der gängigen Verwaltungspraxis, Vertragslaufzeiten formal zum Jahresende, am 31. Dezember, auslaufen zu lassen.

Softwareanbietern und IT-Dienstleistern empfiehlt Tendervane, frühzeitig aktiv zu werden, da strategische Entscheidungen über Optionsziehungen oder Neuvergaben in der Praxis meist sechs bis zwölf Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit getroffen werden.


Relevante Themen