Von der Konsole ins Gefecht: Call of Duty wird zur Militärausbildung
Die britische Armee integriert kommerzielle Videospiele in ihre Ausbildungsprogramme. Militärvertreter erhoffen sich durch kompetitive Gaming-Plattformen eine Verbesserung der operativen Fähigkeiten ihrer Soldaten.
General Sir Tom Copinger-Symes, stellvertretender Kommandeur des Cyber and Specialist Operations Command, sagte dem Telegraph(öffnet im neuen Fenster) , dass Spiele wie Call of Duty zur Steigerung der "Kampfbereitschaft" des Personals eingesetzt werden.
Das Verteidigungsministerium kündigte am Freitag die International Defence Esports Games(öffnet im neuen Fenster) (IDEG) an, bei denen britische Militärs gegen Streitkräfte aus 40 Nationen antreten werden. Laut Telegraph umfasst das Turnier sowohl die populäre Call-of-Duty-Reihe als auch Velocidrone(öffnet im neuen Fenster) , ein Drohnensimulationsprogramm.
Militärvertreter verweisen auf den Ukrainekonflikt als Beleg für den potenziellen Nutzen von Gaming. Der weitverbreitete Einsatz ferngesteuerter Drohnen auf diesem Kriegsschauplatz habe die Relevanz von Fähigkeiten unterstrichen, die üblicherweise durch Videospiele entwickelt würden, so Quellen aus dem Verteidigungsbereich.
Gaming-Kompetenzen für moderne Kriegsführung
Das Verteidigungsministerium skizzierte mehrere Kompetenzen, die das Personal durch kompetitives Gaming entwickeln könne. Dazu gehören laut Telegraph die gleichzeitige Verfolgung mehrerer Ziele, die Leitung von Bodentruppen, Leistungsfähigkeit unter Druck sowie die Anpassung von Taktiken basierend auf eingehenden Informationen.
Phil Ingram, ein ehemaliger britischer Militärgeheimdienstoffizier, mahnte jedoch an, dass Gaming konventionelle Ausbildungsmethoden ergänzen, aber nicht ersetzen sollte. Ob kommerzielle Titel oder speziell entwickelte Programme – solche Werkzeuge hätten Grenzen bei der Nachbildung realer Bedingungen im Feld.
Das Vereinigte Königreich erkannte E-Sports 2024 offiziell als militärische Sportart an. Zivile E-Sports-Turniere ziehen bereits beträchtliche globale Zuschauerzahlen an, die Top-Wettkämpfer verdienen erhebliche Summen durch Preisgelder und Sponsoring.
VR in der Ausbildung bereits Realität
Im vergangenen Jahr kündigte der britische Verteidigungsminister John Healey beschleunigte Aufnahmeverfahren für Cyberkriegs-fähige Rekruten an, wie der Telegraph berichtet. Großbritannien sieht sich jährlich rund 90.000 Cyberangriffen ausgesetzt, so Regierungszahlen.
Die britischen Streitkräfte setzen bereits Virtual-Reality-Systeme zu Ausbildungszwecken ein. Einige militärische Ausrüstung verwendet Controller, die wie kommerzielle Gaming-Geräte aussehen; das soll dem Bedienpersonal mit Gaming-Hintergrund helfen, damit zurechtzukommen.
Auch ukrainische Streitkräfte haben Berichten zufolge Simulationsspiele entwickelt, die Zielpräzision und Reaktionszeiten ihrer Operateure verbesserten, wie vom Telegraph zitierte Quellen aus dem britischen Verteidigungsministerium berichten.
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