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Eure Geschichten aus den 2000ern

➤ Unser Lehrer dachte, es sei eine gute Idee, uns mit Lego Mindstorms zu beschäftigen. Wir verbrachten insgesamt 4 Unterrichtseinheiten damit, das Lego dazu aufzubauen, haben dann aber nie die Roboter selbst programmiert. Noch bitterer ist, dass der Informatikunterricht immer nachmittags nach einer Stunde Mittagspause war. Also gingen da insgesamt 6 Stunden Zeit für nichts drauf.


➤ Computerunterricht anno dazumal: Im gesamten Computerraum standen uns ungefähr 400 kbit/s Internet zur Verfügung. Unser Lehrer erklärte uns voller Begeisterung, was Google ist. Man merkte allerdings schnell, dass er das Internet ungefähr genauso gut kannte wie wir. Dann sagte er: "Besucht doch noch die Webseite von meinem Kollegen."

"Wie lautet die Adresse?" Er diktierte uns daraufhin ganz selbstverständlich die E-Mail-Adresse seines Kollegen. Wir tippten sie ein und warteten. Natürlich kam keine Webseite. Unser Lehrer schaute kurz auf den Bildschirm und meinte nur: "Hm ... dann funktioniert die Seite momentan nicht ..."


➤ Excel und Turbo Pascal 2002!!! Röhrenbildschirme! Lehrer war eine einzige Katastrophe!


➤ Irgendwann haben ein paar Klassenkameraden und ich den Windows-Befehl

shutdown /i

entdeckt - und, dass man damit auch andere Rechner im Netzwerk herunterfahren konnte. Seitdem wurden regelmäßig während des Unterrichts Rechner von "unwissenden" Mitschülern zum Spaß heruntergefahren und niemand konnte sich erklären, was da los war.


➤ Mein ITG-Unterricht startete in der 6. Klasse. Wir hatten zu Hause keinen Computer und bekamen von einem Bekannten einen sehr veralteten PC geschenkt. Dadurch konnte ich die Aufgaben in der Schule ganz gut mitmachen, musste aber meine Sachen noch auf Diskette abgeben, während andere Klassenkameraden bereits USB-Sticks verwendeten. Unsere Aufgaben bestanden größtenteils aus Bildern in Paint ausmalen, Word-Dokumente schreiben und formatieren. Das sind auch so die einzigen Sachen, an die ich mich noch wirklich erinnern kann.

Den Hauptteil meiner IT-Erfahrung habe ich im Computerraum der Schule gemacht, zu dem irgendein älterer Mitschüler es geschafft hatte, Zugang zu erhalten, und der uns Jüngere ab und zu mit reinnahm. Hier lernte ich einiges kennen und entwickelte so ein erstes Interesse für die IT.

Guter Informatikunterricht in Waldorfschulen

Sehr positiv habe ich noch den NWT-Unterricht in Erinnerung, bei dem ein Lehrer in Kooperation mit der örtlichen Hochschule ein gesamtes Schuljahr mit uns beim Mikrocontroller-Programmieren verbrachte. Da lernte ich viel, es war aber an manchen Stellen auch sehr trocken.

Insgesamt muss ich sagen, haben mir die Stunden ITG wenig gebracht. Ich verdanke sehr viel meinen Mitschülern und Mitschülerinnen.


➤ Auch wenn Waldorfschulen immer wieder belächelt und auch zurecht kritisiert werden: Wir hatten dort tatsächlich ziemlich guten Informatikunterricht. Nicht nur Einblicke in Programmiersprachen haben, sondern auch Hardware stand auf dem Programm. Wir bauten einen Rechner auseinander und bekamen alle Komponenten erklärt. An mehr erinnere ich mich nicht, ist schon 20 Jahre her. 😃


➤ Briefe nach DIN schreiben, MS Office, 10-Finger-System. Mehr gab es da nicht. Viel mehr konnte man nicht machen, da die Maschinen alle so eine Karte drinnen hatten, die den Stand nach einem Shutdown wieder zurücksetzte.

Echte Programmierungserfahrungen gab es nur in der Computer-AG. Da hatten wir das erste Mal programmieren können, obwohl es nur ein bisschen Java war, für einen dieser Lego-Roboter.


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