Von De-Aging zu Un-Deading: Wie Hollywood die Totenruhe stört

De-Aging war gestern, jetzt werden die Toten zum Leben erweckt: James Dean übernimmt posthum eine Filmrolle. Damit überholt in Hollywood die Technik die Moral.

Eine Analyse von Peter Osteried veröffentlicht am
Ob James Dean im Grabe rotiert?
Ob James Dean im Grabe rotiert? (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

Im Jahr 2014 stellte The Telegraph im Rahmen eines Berichts über den Science-Fiction-Film Der Kongress die Frage, wann CGI-Schauspieler (Computer Generated Imagery) die echten Menschen ersetzen würden. Die Antwort kann jetzt gegeben werden: Nur sechs Jahre später ist es so weit.

Inhalt:
  1. Von De-Aging zu Un-Deading: Wie Hollywood die Totenruhe stört
  2. Was haben Verstorbene von neuen Möglichkeiten?
  3. Pornos mit Toten - oder wo ist die Grenze?

Die Produktionsfirmen Magic City Films und Artistry Media Group gaben vor wenigen Tagen bekannt, dass James Dean im neuen Film Finding Jack eingesetzt werde. James Dean starb 1954 im Alter von 24 Jahren bei einem Autounfall. Dank moderner Technik soll er jetzt wieder auferstehen, um ein junges Publikum mit seiner rebellischen Attitüde zu begeistern. Hollywoods Traum vom ständig vorhandenen, immer wieder abrufbaren, in Erscheinung und Alter veränderbaren, niemals murrenden, rund um die Uhr arbeitenden Schauspieler wird damit endlich wahr. Sicherlich, man benötigt noch Motion-Capture-Darsteller und auch einen Stimm-Schauspieler, aber über das Aussehen kann man die komplette Kontrolle ausüben. Finding Jack ist ein Moment der Zäsur. Er verändert die Spielregeln Hollywoods.

Alte Stars in neuen Produktionen

Der Wunsch, tote Schauspieler in neuen Produktionen einzusetzen, ist so neu nicht. Tatsächlich hat Hollywood auf unterschiedliche Weise schon damit gespielt. Schon im Jahr 1980 gab es den Detektivfilm Der Mann mit Bogarts Gesicht. Hier hätte man denken können, Humphrey Bogart sei wiederauferstanden, es war aber tatsächlich nur Schauspieler Robert Sacchi, der ihm ähnlich sieht.

Bei der Serie Geschichten aus der Gruft gingen die Macher, allen voran Regisseur Robert Zemeckis, 1995 für die Folge You, Murderer noch weiter. Sie erzählten die Geschichte samt und sonders aus dem Blickwinkel der Hauptfigur. Diese sieht sich einmal am Ende kurz im Spiegel an. Humphrey Bogarts Gesicht blickt zurück. Das ist nur ein kurzer Moment, aber er zeigt, wie gerne mit dem Konterfei von Toten gespielt wird - und wie sehr das Ganze auch als Marketing-Gimmick funktioniert. Gleiches gilt nun ja auch für Finding Jack, der weit mehr Publicity erhalten hat, als wenn irgendein anderer Schauspieler besetzt worden wäre.

Der Griff zur Technik

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Um tote Schauspieler zu reanimieren, wird schon seit den 90er Jahren auf jeweils moderne Technik zurückgegriffen. Schon bei The Crow im Jahr 1994 mussten die Macher tricksen, als Hauptdarsteller Brandon Lee während der Dreharbeiten starb. Auch für Paul Walkers Abschied bei der Reihe Fast & Furious war der Einsatz von alternativem Material und CGI nötig, um seiner Figur ein würdiges Ende zu bescheren. Aber es ist etwas anderes, einen Film abschließen zu wollen. Hier ist bekannt, dass der Schauspieler hinter dem Projekt stand, es wird im Grunde also sein Vermächtnis erfüllt.

Das konnte von Peter Cushings Auftritt in Rogue One: A Star Wars Story sicherlich nicht gesagt werden. Der im Jahr 1994 gestorbene Schauspieler tritt hier posthum auf - allerdings in einer Rolle, die er 1977 schon in Star Wars: Episode IV gespielt hat. Man kann also durchaus argumentieren, dass Cushing die Rolle wohl wieder gespielt hätte, wenn er noch gelebt hätte. Dann wäre wohl die De-Aging-Technologie in großem Maße zum Einsatz gekommen, damit Grand Moff Tarkin auch so ausgesehen hätte wie im ersten Star Wars-Film.

Diese wird immer perfekter, wie gerade auch Martin Scorseses The Irishman zeigt, aber auch hier gilt: Einen Schauspieler, der die Rolle bewusst angenommen hat, künstlich zu verjüngen, ist sicherlich kein Sakrileg. Es ist die konsequente Ausnutzung dessen, was moderne Filmtechnik möglich macht. Einen toten Schauspieler jedoch in einer völlig neuen Rolle zu besetzen, ist etwas gänzlich anderes: ein gefährlicher Präzedenzfall.

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Was haben Verstorbene von neuen Möglichkeiten? 
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Ratanka 25. Nov 2019

das sich soviele aufregen ja genau ER IST TOT also wird es ihn mit sicherheit nicht...

Oh je 17. Nov 2019

eigentlich als Radikale bezeichnen und behandeln? Ist maximale Ausbeutung ohne jede...

Oh je 17. Nov 2019

Das ganze nennt sich rhetorische Frage und ist ein Konzept welche eine gewisse Bildung...

ibsi 14. Nov 2019

https://www.google.com/search?q=Guy+Henry&oq=Guy+Henry Laut Wikipedia ist er am Leben...

Vaako 14. Nov 2019

Sicherlich gibt es das bei Disney auch zur genüge aber bisher sah ich das nur bei billig...



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