Pornos mit Toten - oder wo ist die Grenze?

Der kanadischen Firma Imagine Engine und der südafrikanischen Firma MOI Worldwide fällt die Aufgabe zu, James Dean wiederzubeleben. Sie werden eine "Full-Body-CGI-Figur" kreieren, und das auf Basis von Archivmaterial aus Deans Filmen. Diese Figur wird dann über einen physisch präsenten Schauspieler gelegt, der per Motion-Capture James Dean spielt, der Rogan spielt. Das muss man sich vorstellen wie bei Andy Serkis, der in den Planet-der-Affen-Filmen den Schimpansen Caesar zum Leben erweckt hat. Dann benötigt man jedoch noch einen Schauspieler, der möglichst ähnlich klingt. Denn die neuen Dialoge müssen ja eingesprochen werden. Insgesamt soll Dean bei Finding Jack in etwa 30 bis 40 Prozent aller Szenen zu sehen sein.

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Es ist eine Sache, wenn sich heute noch lebende Schauspieler bereits digitalisieren lassen, damit nach ihrem Ableben ihre Filmfiguren auch ohne sie weiterleben können. Das haben mittlerweile einige getan, auch wenn die wenigsten darüber reden. Es ist etwas ganz anderes, wenn eine solche Entscheidung für jemanden getroffen wird, der sich nicht mehr wehren kann.

Was, wenn man künftig entscheidet, James Dean in Filmen einzusetzen, hinter denen er mutmaßlich nicht gestanden hätte. Wenn man das konsequent weiterdenkt, könnte Jahre oder Jahrzehnte nach dem Ableben eines Schauspielers ein weit entfernter Verwandter, der dessen Erbe ist und dem dadurch die komplette Vermarktung eines Stars zusteht, auf die Idee kommen, dass Pornos mit dem ehemaligen Superstar die Lizenz zum Gelddrucken sein könnten.

Zu Lebzeiten vorsorgen

Das kann man natürlich zu Lebzeiten schon verhindern. Robin Williams hat testamentarisch verfügt, dass sein Bildnis für Publicity-Zwecke die ersten 25 Jahre nach seinem Ableben nicht benutzt werden darf. Er dachte hier wohl vor allem an Werbung, er hat aber effektiv auch dafür gesorgt, dass seine Erben nicht auf die Idee kommen können, ihn posthum an Hollywood zu verkaufen. Nicht, dass die daran dächten. Seine Tochter erklärte angesichts der James-Dean-News: "Ob dies nun ein Publicity-Stunt ist oder nicht, die Toten ihres Namens wegen wie Marionetten zu benutzen, erschafft einen schrecklichen Präzedenzfall für die Zukunft der Schauspielerei."

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Einige Schauspieler haben sich ebenso zu Wort gemeldet. Captain America-Star Chris Evans findet das Unterfangen grauenvoll und erklärte auf Twitter: "Vielleicht können wir ja einen Computer dazu bringen, einen neuen Picasso zu malen." Elijah Wood, der Star aus den Herr-der-Ringe-Filmen, erklärte ebenfalls, dass man über so etwas gar nicht mal nachdenken sollte.

Das kommt von Schauspielern, die ihre Schäfchen im Trockenen haben. Sie sind Stars, sie müssen nicht darum fürchten, von künstlicher Intelligenz ersetzt zu werden. Denn Hollywood sieht sich mit dem James-Dean-Präzedenzfall seiner eigenen Version von "Die Roboter nehmen uns unsere Arbeitsplätze weg" konfrontiert. Wo Maschinen Arbeiter am Fließband ersetzten, kann dies nun auch Schauspielern blühen, die nur noch gebraucht werden, um die Bewegungen zu spielen und ihre Stimme zu verleihen. In einer schönen, neuen Welt, von der wir noch weit entfernt sind, die aber in ein paar Jahrzehnten Wirklichkeit sein könnte.

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 Was haben Verstorbene von neuen Möglichkeiten?
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Ratanka 25. Nov 2019

das sich soviele aufregen ja genau ER IST TOT also wird es ihn mit sicherheit nicht...

Oh je 17. Nov 2019

eigentlich als Radikale bezeichnen und behandeln? Ist maximale Ausbeutung ohne jede...

Oh je 17. Nov 2019

Das ganze nennt sich rhetorische Frage und ist ein Konzept welche eine gewisse Bildung...

ibsi 14. Nov 2019

https://www.google.com/search?q=Guy+Henry&oq=Guy+Henry Laut Wikipedia ist er am Leben...

Vaako 14. Nov 2019

Sicherlich gibt es das bei Disney auch zur genüge aber bisher sah ich das nur bei billig...



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