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Von Cabrio zur Rakete: VW-Werk Osnabrück wird zur Rüstungsfabrik

Aus dem Karmann-Werk in Osnabrück wird ein Kompetenzzentrum für Verteidigungstechnik. Rafael produziert dort künftig Luftverteidigungssysteme.
/ Michael Linden
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Bislang laufen im VW-Werk Osnabrück noch Porschemodelle vom Band. (Bild: Fabian Bimmer/Reuters)
Bislang laufen im VW-Werk Osnabrück noch Porschemodelle vom Band. Bild: Fabian Bimmer/Reuters

Volkswagen will das Automobilwerk Osnabrück an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen verkaufen. Wie der Konzern mitteilte(öffnet im neuen Fenster), soll der Standort schrittweise zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungstechnik umgebaut werden. Als erstes Projekt ist die Produktion von Luftverteidigungssystemen des Iron-Dome-Herstellers Rafael geplant. Die Eckpunkte des Geschäfts waren am Montag vereinbart worden. VW-Chef Oliver Blume sprach von einem wichtigen Schritt, um dem Werk eine neue industrielle Zukunft zu eröffnen.

Mehrheit für Aurelius – Minderheit für Niedersachsen

Den Plänen zufolge übernimmt der auf Rüstungsprojekte spezialisierte Fonds Aurelius die Mehrheit am Werk, während Niedersachsen eine Minderheitsbeteiligung erhält. Die Details sollen in den kommenden Monaten ausgehandelt werden. Ein Abschluss dürfte also noch einige Zeit auf sich warten lassen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bewertete gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Vereinbarung positiv: Der Standort verfüge über viel Erfahrung bei anspruchsvollen Aufgaben, zugleich habe sich die Sicherheitslage grundlegend verändert.

Produktion vollständig in Deutschland

Die Pläne könnten weitreichende Konsequenzen für die deutsche Wehrindustrie haben. Rafael-Chef Yoav Tourgeman kündigte eine langfristige industrielle Partnerschaft an. Ziel sei es, dass die Technik für den Schutz Deutschlands und Europas vollständig in Deutschland produziert werde.

1.200 von 1.800 Mitarbeitern erhalten Perspektive

Etwa 1.200 der derzeit rund 1.800 VW‑Mitarbeiter sollen laut Betriebsratschefin Daniela Cavallo eine langfristige Perspektive am Standort erhalten. Für den Rest der Belegschaft werde derzeit an einer Lösung gearbeitet. IG-Metall-Chefin Christiane Benner betonte gegenüber Reuters, der heutige Schritt eröffne Chancen für den Standort, entbinde Volkswagen aber nicht davon, auch für die verbleibenden Beschäftigten verlässliche Zukunftsperspektiven zu schaffen. Volkswagen hatte beschlossen, die Fertigung des T-Roc-Cabrios im Sommer 2027 auslaufen zu lassen.

Die Katar-Komplikation

Ein direkter Verkauf an Rafael war wegen der Bedenken des VW-Großaktionärs Katar nicht zu realisieren. Die Konstruktion über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Aurelius und Niedersachsen gilt daher als politisch durchsetzbare Alternative.


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