Von Boykott wird abgeraten: Synchronsprecher sehen KI-Klauseln von Netflix als Rettung
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Der Streit zwischen Synchronsprechern und Netflix um die Nutzung von künstlicher Intelligenz bei der Synchronarbeit geht weiter. Die Schauspielervereinigung BFFS hat ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das ein anderes Gutachten des Sprecherverbands VDS scharf kritisiert. Der VDS hatte eine Kanzlei damit beauftragt, die Rechtsgültigkeit der Verträge zu untersuchen, die Netflix Synchronsprechern anbietet.
Dem vom VDS bezahlten Rechtsgutachten nach ist der Vertrag von Netflix für deutsche Synchronsprecher in zentralen Punkten unwirksam oder rechtswidrig. Als Reaktion darauf gab der BFFS ein Gutachten in Auftrag, das die zentralen Aussagen des VDS-Gutachtens überprüfen sollte.
Das neue Gutachten stammt von dem Urheberrechtsexperten Artur-Axel Wandtke, der ehrenamtlich und unbezahlt im Beirat des BFFS tätig ist. Der BFFS betont, dass Wandtke keine Vergütung für dieses Gutachten erhalten habe. Das Gutachten(öffnet im neuen Fenster) wirft dem VDS-Papier vor, dass entscheidende Aussagen "auf unzutreffenden rechtlichen Ausgangspunkten" beruhten.
VDS-Gutachten werden schwere Versäumnisse vorgeworfen
"Wesentliche Fragen und Tatbestandselemente werden entweder sehr verkürzt dargestellt oder nicht aufgegriffen", heißt es im Gutachten. Zudem fehlten dem VDS-Gutachten an wichtigen Stellen "konkrete Nachweise". Der BFFS hatte vor knapp einem Jahr, am 30. April 2025, eine Vereinbarung für die KI-Nutzung von Synchronstimmen mit Netflix getroffen.
Der Sprecherverband VDS kritisiert diese Regelung und einige Synchronsprecher boykottieren die Zusammenarbeit mit Netflix. Das sieht der BFFS kritisch: Als Folge werden die Rollen von anderen Sprechern übernommen, die Boykotteure verlieren Gage und die Möglichkeit, "zusätzliche Vergütungen bei erfolgreichen Netflix-Produktionen zu erhalten".
Aus Sicht des BFFS biete die aktuelle Netflix-Regelung einen Rechtsrahmen als Grundlage für eine existenzielle Absicherung der Synchronbranche, indem eine künftige Vergütung von KI-Stimmen ermöglicht werde, die Gesetze so nicht vorsähen. Der Verband betont, dass die Zustimmung zum KI-Training nicht bedeute, dass die eigene Stimme später frei verwendet werden dürfe.
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