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Von AWS zu On-Prem: Unternehmen verlässt die Cloud und spart dadurch Millionen

Der Ausstieg aus der Cloud kann ein enormes Einsparpotenzial bieten. Wie das im Detail aussieht, demonstriert das Softwareunternehmen 37signals.
/ Marc Stöckel
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Wolke verdeckt die Sonne (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / giografiche)
Wolke verdeckt die Sonne (Symbolbild) Bild: pixabay.com / giografiche

Viele Unternehmen haben ihre IT in den vergangenen Jahren mehr oder weniger freiwillig in die Cloud verlagert. Wie David Heinemeier Hansson, CTO eines US-amerikanischen Softwareunternehmens namens 37signals, in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) darlegt, kann es je nach Ausgangslage aber erhebliche finanzielle Vorteile haben, die Cloud wieder zu verlassen und stattdessen auf eigene Hardware zu setzen.

Laut Hansson verlagerte 37signals schon im Sommer 2023(öffnet im neuen Fenster) sieben Cloudanwendungen von AWS auf eigene Systeme innerhalb eines bestehenden Rechenzentrums. Die jährlichen Cloudkosten des Unternehmens konnten durch diese Maßnahme von zuvor 3,2 Millionen auf nur noch 1,3 Millionen US-Dollar gesenkt werden.

Dem stellt der CTO Anschaffungskosten in Höhe von rund 700.000 US-Dollar für neue Dell-Hardware(öffnet im neuen Fenster) gegenüber. Diese seien jedoch noch 2023 vollständig durch die Einsparungen wegen des verringerten Bedarfs an Cloudressourcen gedeckt worden. "Das sind Geräte, die wir voraussichtlich die nächsten fünf, vielleicht sogar sieben Jahre nutzen werden" , gibt Hansson weiter zu bedenken.

Ersparnisse von über zehn Millionen US-Dollar in fünf Jahren

Die verbleibenden 1,3 Millionen US-Dollar an Cloudkosten entfallen den Angaben nach auf ein AWS-Storage-System mit rund 10 PBytes an benötigtem Speicher. Der zugehörige Vertrag läuft laut Hansson erst im Sommer 2025 aus. Bis dahin will 37signals auch diese Daten aus der Cloud holen und sich ein eigenes Storage-System mit einer Kapazität von 18 PBytes aufbauen.

Die Hardware soll in diesem Fall in etwa so viel kosten, wie das Unternehmen derzeit für ein Jahr AWS S3 zahlt. Danach rechnet Hansson mit weiteren Einsparungen. Insgesamt soll der Cloudausstieg seinem Unternehmen über einen Zeitraum von fünf Jahren Kostenersparnisse in Höhe von "weit über zehn Millionen Dollar" bescheren – bei zugleich mehr verfügbarer Rechenleistung und Speicherkapazität.

Obendrein betont Hansson, das Verlassen der Cloud stelle keine höhere Belastung für das IT-Team von 37signals dar. "Das Team, das alles verwaltet, ist immer noch dasselbe" , so der CTO. Die Arbeit in den zwei Rechenzentren des Unternehmens erfordere zwar ein hohes Maß an Engagement, die meiste Arbeit, die das Team heute erledigen müsse, sei jedoch zuvor in der Cloud ebenso angefallen.

Cloudausstieg nicht immer die beste Wahl

Für potenzielle Nachahmer gibt Hansson zu bedenken, dass die Ersparnisse durch das Verlassen der Cloud nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen hoch ausfallen. Wer etwa keine eigenen Rechenzentrumskapazitäten habe, müsse diese gegebenenfalls zusätzlich mieten. Zudem gebe es individuelle Anforderungen an die Hardware, die sich im Laufe der Zeit ändern könnten. Sofern ein Unternehmen beträchtliche Cloudkosten habe, lohne es sich aber, eigene Berechnungen hinsichtlich eines möglichen Ausstiegs vorzunehmen.

In diesem Zuge weist der CTO auch darauf hin, dass die Cloud für einige Kunden nach wie vor sinnvoll sein kann – etwa wenn sie mit großen Lastschwankungen zu tun haben oder noch gar nicht wissen, ob sie die jeweiligen Systeme auch nach einem Jahr noch brauchen. Schon Ende 2023 veröffentlichte Hansson einen FAQ-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) , in dem er gängige Fragen rund um den Cloudausstieg beantwortet.


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