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VOM: Raumsonde soll die Venus erforschen

Die Venus ist der Erde so nah und dennoch wenig erforscht. Die indische Raumfahrtbehörde Isro möchte das mit einem Orbiter ändern.
/ Patrick Klapetz
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Eine Aufnahme der Venussichel (Bild: Pixabay)
Eine Aufnahme der Venussichel Bild: Pixabay

Nach der ersten erfolgreichen indischen Mondlandung ( Chandrayaan-3 ) hat das Unionskabinett der indischen Regierung neben einer geplanten Raumstation und dem Bau einer Mondbasis auch eine Venusmission genehmigt(öffnet im neuen Fenster) .

Mit der Venus-Orbiter-Mission (VOM) sollen verschiedene Facetten der Venus, einschließlich ihrer Oberfläche und Atmosphäre, erforscht werden. Dafür wird die Raumsonde mit sechzehn indischen, zwei indisch-internationalen und einer internationalen Nutzlast ausgestattet. Mit ihnen sollen die Atmosphäre, die Oberfläche und die Wechselwirkung des Planeten mit der Sonne erforscht werden.

Auf der dritten indischen Weltraumkonklave hatte der Chef der indischen Raumfahrtbehörde Isro, Sreedhara Somanath, noch einmal die Bedeutung der Mission unterstrichen. Bisherige Missionen umfassten nur eine begrenzte und enge räumliche Abdeckung in der Südpolarregion oder im Äquatorgürtel. Mit VOM soll die gesamte Venus betrachtet werden.

Die Ziele der indischen Venusmission

Zu den wichtigsten wissenschaftlichen Zielen der VOM-Raumsonde gehören die Untersuchungen des solaren Röntgenspektrums in der Nähe der Venus, Staubanalysen in ihrer Atmosphäre sowie die Kartierung der Oberflächentopografie. Aber auch die Analyse des Venus-Luftleuchtens ( Airglow(öffnet im neuen Fenster) ) und die Untersuchung der Eigenschaften unter der Oberfläche gehören zu den wissenschaftlichen Aufgaben von VOM.

Eines der verbauten Instrumente, das Live-Instrument (Lightning Instrument for Venus), soll die Blitze in der Umgebung der Venus erforschen . Dadurch soll ein elektrostatisches Modell der Wolken anhand der Eigenschaften von Blitzsignalen entstehen. Zudem sollen Forschungsteams durch die gesammelten Daten eine Schätzung über die empfangene Blitzenergie und ihre Rate abgeben.

Mit dem Vartiss-Instrument (Venus Advanced Radar for Topside Ionosphere and Subsurface Sounding) können sowohl die Ionosphäre als auch der Untergrund des Planeten erforscht werden. Der Niederfrequenz-Radarsensor soll dabei die vertikale Struktur und die Stratigrafie untersuchen.

Bei der Stratigrafie(öffnet im neuen Fenster) werden Gesteinskörper anhand der darin enthaltenen organischen und anorganischen Merkmale zeitlich geordnet und in Beziehung mit räumlich weit entfernten Gesteinseinheiten gesetzt. Dazu gehören aktive vulkanische Hotspots und Lavaströme sowie die Erkennung von verborgenen Merkmalen und Strukturen.

Start und Herausforderung der Mission

Die Mission soll im März 2028 mit einer indischen Trägerrakete des Typs LVM-3 starten. Nach seiner Ankunft an der Venus schwenkt der Orbiter in eine Umlaufbahn von 500 x 60.000 Kilometern über der Venusoberfläche ein.

Innerhalb der nachfolgenden sechs bis acht Monate soll die Raumsonde ihre Flughöhe mittels Atmosphärenbremsung ( Aerobraking(öffnet im neuen Fenster) ) verringern. Dabei soll das Raumfahrzeug mehrfach in die obere Atmosphäre eintauchen, um sich schrittweise der gewünschten Flugbahn von 200 x 600 Kilometern – dem Wissenschaftsorbit – zu nähern.

Die anschließende Missionsdauer ist auf fünf Jahre ausgelegt. Die verbaute Wärmemanagementtechnik soll dabei helfen, dass die Raumsonde der rauen Umgebung der Venus über einen so langen Zeitraum standhalten kann.


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