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Tencent weiß alles über seine Nutzer

Die meisten Miniprogramme kommen von Drittanbietern. Auf Entwicklerkonferenzen wie der in Guangzhou will Zhang selbst erfahren, "welche neuen Trends die Programmierer aufspüren", wie er sagt. Doch eigentlich will er mehr. Geht es nach ihm, soll Wechat so ziemlich alle Internetangebote ersetzen, die der chinesische Bürger im Alltag benötigt.

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Tencent ist daher auch ein Unternehmen, das weltweit von einigen Firmen beneidet werden dürfte. Denn Daten sind der Rohstoff unserer Zeit und ihre Vernetzung für Unternehmen sehr wertvoll. Tencent weiß mit Wechat alles über seine Nutzer: was sie kaufen, wohin sie gehen, worüber sie sich unterhalten, wen sie lieben. Dieses Wissen ist nicht nur ein gewaltiger Pluspunkt für die Konsumindustrie, sondern auch bei der Entwicklung von Anwendungen für die künstliche Intelligenz. Die selbstlernenden Programme der Zukunft brauchen Anschauungsmaterial. Und kaum einer weiß so viel über die Menschen wie Tencent.

Als Nächstes soll die Integration von Wechat ins Berufsleben folgen. Nachdem sich die Leute im Privaten daran gewöhnt haben, nutzen sie die App dort bereits eifrig, um Vertragsentwürfe zu teilen, Termine auszumachen ("E-Mail ist soooo gestrig") und Fotos von Problemen am Fließband an die Ingenieure zu schicken. Tencent geht darauf ein. Arbeitnehmer können in vielen Fällen bereits per Wechat Urlaubstage anmelden.

Sicherheitsbehörden haben Zugriff auf die Daten

Doch auch die Verzahnung von Wechat mit dem Arbeitsleben ist Chefprogrammierer und Wechat-Gründer Zhang nicht genug. In Shenzhen kooperiert Tencent mit den örtlichen Behörden. Sie probieren in mehreren Pilotprojekten eine völlig neue Form des E-Government aus. So sind Ausweis und Sozialversicherungskarte in dem personalisierten Wechat-Barcode gespeichert, ebenso Führer- und Fahrzeugschein.

Bei einem Verkehrsdelikt reicht es nun, wenn der Polizist mit seinem Dienst-Smartphone über den Code des Autofahrers scannt, schon hat er seine Daten beisammen. Zhangs Ziel: Nicht nur Bargeld soll obsolet werden, sondern alles, was derzeit bei den meisten noch im Portemonnaie oder in der Brieftasche steckt. Das Smartphone in der Hosentasche reicht. Chinas Regierung hat Tencent den Zuschlag fürs E-Government gegeben.

Dabei ist Tencent ein Privatunternehmen. Im staatskapitalistischen China mit seiner autoritären Führung ist es aber gar nicht möglich, mit der Regierung nicht zu kooperieren. Wie alle IT-Konzerne, die in China tätig sind, gibt auch die Firmenleitung von Tencent unverhohlen zu: Die chinesischen Sicherheitsbehörden haben jederzeit Zugriff auf die Daten. Zahlreiche Nutzer sitzen in China in Haft, wegen aus Sicht der kommunistischen Führung politisch nicht korrekter Einträge, die der Nutzer selbst verfasste oder es zuließ, dass andere sie auf der Gruppe posteten.

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mfeldt 03. Mai 2019

zu den liberalen Demokratien. Die als sogenannten antiliberalen Demokratien getarnten...

486dx4-160 01. Mai 2019

Dafür sind überall Google und Facebook. Und deren Kontrolle ist noch schlimmer als...

Mechwarrior 28. Apr 2019

Felix Lee ... ja, da war doch grad wer auf China-Reise ... :-D

Urbautz 26. Apr 2019

... oder vielleicht Bitcoins.

Urbautz 26. Apr 2019

Die haben doch damals schon von heutigen möglichkeiten geträumt. Der E-Blockwart.


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