Vom Handelskrieg zum Cyberkrieg: Das Risiko für chinesische Cyberangriffe steigt

Experten für Informationssicherheit befürchten, dass China mit systematischen Cyberattacken auf die wachsenden Spannungen mit den USA reagieren könnte. Wie The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster) , ist China mit seinen Typhoon-Kampagnen bereits in weitreichende Teile der kritischen US-amerikanischen Infrastruktur eingedrungen.
Tom Kellermann, ein Berater für Cybersicherheit, sagte dem Register: "Die Typhoon-Kampagnen haben ihnen eine solide Basis innerhalb kritischer Infrastrukturen verschafft, die sie nutzen werden, um zerstörerische Angriffe zu starten" , und ergänzte: "Handelskriege waren ein historisches Instrument der sanften Machtausübung. Cyberangriffe werden das moderne Instrument der Wahl sein."
Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass die chinesische Hackergruppe Salt Typhoon in die Kommunikationsnetze mehrerer Provider in den USA eingedrungen war und darüber unter anderem die Handys vom jetzigen US-Präsidenten Donald Trump und seinem Vizepräsidenten J. D. Vance angegriffen hatte.
Das Schlachtfeld ist bereits vorbereitet
Die Direktorin der Abteilung für Cyber- und Technologieinformation des Thinktanks Foundation for Defense of Democracies, Annie Fixler, sagte dem Register, dass China sich bei der Durchführung bestimmter Arten von Cyberangriffen noch zurückhalte.
Geheimdienste haben laut Fixler zudem festgestellt, "dass China das Schlachtfeld operativ vorbereitet hat, um die kritische Infrastruktur der USA zu stören, eine gesellschaftliche Panik auszulösen, die Entscheidungsfindung der US-Regierung zu behindern und unsere Fähigkeit zur Mobilisierung von Streitkräften zu beeinträchtigen."
Weiter heißt es, dass es unwahrscheinlich sei, dass die chinesische Regierung diese Fähigkeiten jetzt einsetze, da diese für eine mögliche Taiwan-Krise in Reserve gehalten würden. Es sei aber, als habe China Bomben auf die kritische Infrastruktur der USA gelegt, ergänzte Fixler.
Die ebenfalls chinesische Hackergruppe Flax Typhoon betrieb mindestens seit dem Jahr 2020 ein weitreichendes Botnetz, welches erst im Jahr 2023 nach Gegenmaßnahmen durch das FBI aufgegeben wurde (g+) . Hinzu kommt die Gruppe Volt Typhoon, die mindestens seit dem Jahr 2023 in kritische Infrastruktursysteme der USA eingedrungen sein soll(öffnet im neuen Fenster) .