Der Desktop wird zum Telefon, das Telefon zum Desktop

Zwar gibt es einige Geräte mit Windows 10 Mobile - auch aktuelle, welche die von Microsoft Continuum genannte Technik unterstützten, um das Smartphone als Desktop-PC zu verwenden. Microsoft will das Konzept im kommenden Jahr wohl noch ausbauen. Überzeugt hat uns mit einem derartigen Konzept im vergangenen Jahr jedoch das als Hobbyprojekt gestartete ROM Maru, das im Test besser abgeschnitten hat als Continuum.

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Maru kombiniert ein typisches Android-ROM für die Smartphone-Funktionalität mit der Linux-Distribution Debian für den Desktop. Das Debian läuft dabei in einem Container auf dem Android - beide Systeme teilen sich einige Ordner, um Dateien problemlos sowohl auf dem Desktop als auch auf der Smartphone-Oberfläche bereitzustellen. Besonders hilfreich: Läuft der Desktop, kann das Telefon weiter als solches genutzt werden.

Nach einer anfangs geschlossenen Testphase steht Maru für alle Interessierten zum Download bereit und wird als Open-Source-Software weiterentwickelt. Maru schnitt im Test nicht nur besser ab als Microsofts Continuum, sondern war auch ausgereifter als die konvergente Oberfläche Unity 8 von Ubuntu.

Letzteres hat vor allem auf Seiten des Desktops noch deutlich Nachholbedarf, bis dieser auch vom Smartphone aus genutzt werden kann. Immerhin ist der Unity-8-Desktop seit diesem Jahr erstmals offiziell Teil einer Ubuntu-Veröffentlichung, und die Verantwortlichen planen die Fertigstellung bis 2018. Sollte dies umgesetzt werden können, steht zwar die Software. Ob es aber auch neue Smartphones mit Ubuntu und Unity 8 geben wird, bleibt abzuwarten.

Android läuft auf ChromeOS

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Auch die Google-Entwickler zwängen eines ihrer Betriebssysteme in einen Container, um es in einem anderen System auszuführen, allerdings entgegengesetzt zu dem Konzept von Maru. Bei Google läuft das Smartphone-System Android auf dem Chrome-OS-Desktop. Google verspricht sich davon vor allem eine größere App-Vielfalt für die Chromebooks.

Auf der Messe Linuxcon in Berlin erklärte der Google-Angestellte Dylan Reid, dass die ersten Schritte der Umsetzung eine einfache Aufgabe gewesen seien. Schwierig seien dagegen die vielen Kleinigkeiten gewesen, die eine nutzerfreundliche Umsetzung benötigen. Dafür nutzt das Team viele Möglichkeiten, die der Linux-Kernel ihnen bietet. Auch der Userspace wurde angepasst. Zum Einsatz kommt hier das Wayland-Protokoll, wie die Beteiligten auf der X.org Developers Conference 2015 erläuterten.

Zudem gab es in diesem Jahr mehrfach Gerüchte, dass Google Android und ChromeOS unter dem Namen Andromeda vollständig zusammenführen wolle. Bis auf einige Hinweise, die sich aus dem Code der beiden Betriebssysteme ergeben, gibt es jedoch noch keine konkreteren Hinweise zu der Zusammenführung.

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