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Volumen statt Flatrate: Die Problematik des mobilen Internetzugangs

Mit kommenden Funkstandards soll die mobile Datenübertragung schneller werden als jemals zuvor. Allerdings ist das Datenvolumen in Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Ländern eher teuer, so dass die Nutzer zunächst nur wenig von den höheren Geschwindigkeiten profitieren werden.

Artikel von Tobias Rduch veröffentlicht am
Kunden in Deutschland müssen vergleichsweise viel für eine unlimitierte mobile Datenflatrate bezahlen.
Kunden in Deutschland müssen vergleichsweise viel für eine unlimitierte mobile Datenflatrate bezahlen. (Bild: Public Domain/Montage: Golem.de)

Seitdem Internetdienste über Mobilfunknetze flächendeckend verfügbar sind, lassen sich unterwegs immer mehr datenintensive Services wie beispielsweise Videostreaming nutzen. Mit der steigenden Auflösung und Qualität der Inhalte erhöhen sich allerdings auch die Übertragungsgeschwindigkeit sowie das benötigte Datenvolumen. Bereits heute ist es im Alltag möglich, Übertragungsraten von mehr als 300 MBit in der Sekunde über ein 4G-Netzwerk (LTE) mit Kanalbündelung und einer dafür ausgelegten MIMO-Antenne zu erreichen.

Inhalt:
  1. Volumen statt Flatrate: Die Problematik des mobilen Internetzugangs
  2. Ein Großteil der Daten wird über WLAN übertragen
  3. 5G bringt nicht unbedingt Besserung

Die Übertragungsgeschwindigkeit soll sich mit der nächsten Mobilfunkgeneration erneut stark erhöhen. Erst vor kurzem wurde der 5G-Standalone-Standard verabschiedet. Dieser soll ab dem Jahr 2020 eingeführt werden und in Zusammenhang mit einigen Anwendungen Übertragungsraten von bis zu 20 GBit pro Sekunde ermöglichen.

Doch die schnelleren Übertragungsraten können ihren Vorteil lediglich bei dem Einsatz von großen Datenmengen entfalten. Da die Abrufgeschwindigkeiten von Internetseiten durch die Laufzeit eines Pings beschränkt sind, werden kleine Webinhalte nicht mehr proportional schneller zur Übertragungsrate geladen. Somit bieten hohe Netzwerkgeschwindigkeiten hauptsächlich bei großen Downloads, zum Beispiel dem Herunterladen eines kompletten 4K-Films in kurzer Zeit, einen Nutzen. Hierfür wird jedoch ein hohes Datenvolumen gebraucht.

Mobiles Datenvolumen ist in Deutschland im EU-Vergleich eher teuer

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das in deutschen Mobilfunktarifen enthaltene Inklusivvolumen teuer. Denn die kommerziellen Interessen einiger weniger Netzbetreiber stehen dem schnellen und uneingeschränkten Internetzugang entgegen. Die Provider stellen selbstverständlich keine Bemühungen an, um möglichst viel Datenvolumen für wenig Geld zu verkaufen, da die Preise hierzulande von den Nutzern weitestgehend akzeptiert werden.

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Der sogenannte Digital Fuel Monitor hat zuletzt im April 2018 aufgelistet, wie viel LTE-Datenvolumen ab einer Geschwindigkeit von 3 MBit pro Sekunde Nutzer in verschiedenen Ländern jeweils zu einem Preis von maximal 30 Euro erhalten können. Während die Nutzer in Kroatien sowie in den Niederlanden lediglich knapp 22 Euro im Monat für unlimitiertes Datenvolumen zahlen, werden in Deutschland 30 Euro für gerade einmal bis zu 15 GByte fällig.

Nur in Belgien, Zypern, Norwegen, Portugal, Tschechien, Malta, Ungarn und Griechenland erhält man auf dem europäischen Kontinent noch weniger Übertragungsvolumen für sein Geld. Für 12 GByte werden in Belgien 30 Euro und für ein einziges GByte in Ungarn beinahe 26 Euro fällig. Im Gegensatz dazu kann man in Großbritannien und Polen mit niedrigeren Preisen rechnen. 100 GByte Daten kosten hier jeweils 23 Euro beziehungsweise 9,60 Euro.

Es gibt eine große Anzahl an Ländern in Europa, in denen die Datenmenge im Mobilfunk in Tarifen bis zu 30 Euro monatlich nicht beschränkt ist. Hierzu zählen neben Kroatien und den Niederlanden auch Dänemark, die Schweiz, Bulgarien, Finnland, Litauen, Lettland, die Slowakei und Estland. Im zuletzt genannten Land können die Nutzer für 16 Euro monatlich unbegrenzt im Internet surfen. Sogar in Frankreich erhält man großzügige 120 GByte LTE-Volumen für nur 19 Euro.

Deutschland schneidet im internationalen Vergleich durchschnittlich ab

Auch im internationalen Vergleich schneidet Deutschland als Industrieland nicht sonderlich gut ab. Zwar sind Volumentarife mit jeweils 10 GByte in den Vereinigten Staaten für gut 20 Euro, in Mexiko für etwa 22 Euro und in Neuseeland für 27 Euro sowie Verträge in Japan mit 6 GByte für knapp 23 Euro und in Südkorea mit einem GByte für 29 Euro erheblich teurer als hierzulande, allerdings erhält man in vielen Ländern bessere Konditionen. Ein Netzbetreiber in der Türkei bietet 30 GByte LTE-Daten für fast 28 Euro an. In Australien erhalten Nutzer 45 GByte für umgerechnet weniger als 30 Euro. Israel ist mit 100 GByte für 13,57 Euro einer der günstigsten Staaten weltweit in Bezug auf das enthaltene Volumen.

Hierfür sind unterschiedliche Gründe verantwortlich. Einem Sprecher der Deutschen Telekom zufolge müssen die Netzbetreiber in Deutschland mit höheren Kosten kalkulieren, da es sich um ein großflächiges Land mit teilweise ungünstigen topographischen Gegebenheiten handelt. Der Netzausbau in den schwerer zu erreichenden Regionen würde daher zu erheblich höheren Kosten führen.

Dementsprechend höher seien auch die Investitionen für die Instandhaltung der Funknetze, wozu unter anderem die Stromversorgung sowie Modernisierungsprozesse zählen. Warum die Mobilfunktarife zum Beispiel in der Schweiz trotzdem günstiger angeboten werden können, obwohl es sich ebenso um ein Land mit bergiger Topographie handelt, bleibt anhand dieser Aussage allerdings ungeklärt.

Ein Großteil der Daten wird über WLAN übertragen 
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Shoopi 07. Aug 2018

Ich glaube du hast das nicht verstanden. 80¤ im Monat halte ich für puren Luxus und die...

DerSchwarzseher 07. Aug 2018

echt? Nich gewusst. Muss ich mir mal anschauen. Danke für den Hinweis.

Shoopi 07. Aug 2018

Die Frage ist eher, warum ist mobiles Streaming ausgerechnet Benchmark? Verstehe das...

PiranhA 07. Aug 2018

Gerade bei YouTube ist der Player ja nicht so blöd und lädt ohne WLAN das ganze Video...

Sharra 07. Aug 2018

Damit das passiert, muss man überhaupt nichts getan haben. Unsere Polizei hat immer noch...


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