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Ein Großteil der Daten wird über WLAN übertragen

Mit einem Anteil von knapp 91 Prozent verfügt ein im Vergleich zu fast allen anderen EU-Ländern hoher Anteil der Bevölkerung in Deutschland über einen Festnetzanschluss mit Telefon- oder Internetanbindung. Die stationäre Leitung wird hierzulande in der Regel für die Übertragung des größten Anteils an Datenmengen genutzt. In anderen Ländern, beispielsweise der Schweiz, ergänzen und ersetzen Mobilfunkanschlüsse zunehmend die geringere Anzahl an Festnetzzugängen, so dass andere Tarife benötigt werden.

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Bei den meisten Nutzern beschränkt sich die mobile Internetnutzung laut einer Studie von Ericsson lediglich auf Kommunikationsanwendungen wie Whatsapp und das Teilen von kleineren Elementen wie zum Beispiel Fotos über Twitter. Zudem möchten die Nutzer bewusst verhindern, dass der eigene Internetzugang gedrosselt wird. Aus diesen Gründen brauchen viele Mobilfunkkunden das im Vertrag enthaltene Datenvolumen bis zum Ende des Monats nicht vollständig auf. Daher sehen sich die Provider anscheinend nicht unbedingt dazu gezwungen, ihre Inklusivvolumina stark zu erhöhen.

Außerdem wurden die Mobilfunknetze in Deutschland weitgehend privatisiert. Der Staat übernimmt in Deutschland nicht die Ausbaukosten für ländliche Gebiete. Trotzdem sind die Netzbetreiber dazu verpflichtet, auch in wirtschaftlich unrentablen Regionen einen mobilen Internetzugang zu gewährleisten. In EU-Ländern wie Großbritannien und Frankreich stellt der Staat in diesen Fällen zusätzliche Fördermittel zur Verfügung. Darüber hinaus werden die zum Betreiben eines Mobilfunknetzwerks erforderlichen Frequenzen in Deutschland zu den höchsten Preisen europaweit versteigert. Diese Ausgaben veranlassen die Provider dazu, ihre Tarife erheblich teurer zu gestalten, um die Kosten zu kompensieren.

Mobilfunknetze sind durch EU-Roaming überlastet

Durch die im vergangenen Jahr eingeführten Regelungen zum Roaming innerhalb der EU haben sich in einigen Staaten Probleme ergeben. Das von O2 in Großbritannien betriebene Mobilfunknetz wurde als Folge des freien Datenroamings von ausländischen Kunden anderer Provider überlastet, so dass der Netzbetreiber die Übertragungsrate temporär auf 0,5 MBit pro Sekunde beschränkt hat. Das Einwählen in das LTE-Netz ist fremden SIM-Karten oftmals nicht möglich. Dieser Effekt charakterisiert einen typischen Nachteil eines geteilten Internetanschlusses, auch Shared-Medium genannt, welches die Anforderungen vieler an einem Punkt konzentrierter Nutzer nicht mehr erfüllen kann.

Obwohl ein Großteil der Datenmengen aufgrund der hohen Preise für das Datenvolumen immer noch über WLAN-Netzwerke übertragen wird, wünschen sich viele Verbraucher trotzdem eine Lösung, um beispielsweise Videoinhalte auch unterwegs abrufen zu können, ohne innerhalb kürzester Zeit in die Drosselung zu geraten.

Um diesen Ansprüchen in Bezug auf den Medienkonsum noch gerecht werden zu können, hat die Telekom im vergangenen Jahr das Stream-On-Konzept eingeführt. Damit können einige Dienste genutzt werden, ohne dass der Traffic auf das Datenvolumen des Nutzers angerechnet wird. Inzwischen bietet auch Vodafone mit dem Gigapass ein ähnlich funktionierendes Angebot an.

Die Ansätze von Telekom und Vodafone sind sehr verschieden. Bei der Telekom gibt es die Stream-On-Option ohne Aufpreis kostenlos dazu. Allerdings muss sich der Kunde dann für einen vergleichsweise teuren Tarif entscheiden, um eine Stream-On-Option buchen zu können. Wer nur die Musik-Flatrate benötigt, braucht mindestens einen Magenta-Mobil-M-Vertrag, der monatlich 44,95 Euro kostet

Die Videonutzung per Stream On gibt es nur zusammen mit der Musik-Option, also nicht einzeln. Und wer beide Stream-On-Optionen nutzen will, muss mindestens den Magenta-Mobil-L-Vertrag wählen, der monatlich 54,95 Euro kostet. Wer beim Videostreaming HD-Qualität haben möchte, muss mindestens einen Magenta-Eins-Vertrag nehmen, bei dem der Festnetzanschluss mit dem Mobilfunkanschluss vertragsrechtlich gekoppelt ist.

Bei Vodafone lassen sich die Pässe für alle Red-Tarife dazubuchen. Selbst für den kleinsten Ted-Tarif für monatlich 24,99 Euro ist das möglich. Vodafone bietet Pässe für Chat-Apps, Musik-Apps sowie Social-Apps und Video-Apps. Jeweils 5 Euro pro Monat kostet der Chat-, Social- oder Music-Pass. Der Video-Pass ist mit 10 Euro monatlich doppelt so teuer. Wer sich aber mit dem kleinsten Tarif begnügt, bekommt bei Vodafone ein zu den Telekom-Tarifen vergleichbares Angebot schon für 40 Euro statt für 55 Euro.

Pass-Angebote verletzen die Netzneutralität

Dennoch können Angebote, die auf dem Modell von Stream On basieren, nicht als vollwertige Flatrates bezeichnet werden. Auch wird hiermit eine Verletzung der Netzneutralität hervorgerufen. Um eine allgemeine Netzstabilität zu gewährleisten, wird die Datenübertragungsrate beim Videostreaming auf 1,7 MBit pro Sekunde sowie die Auflösung durch ein nicht mehr zeitgemäßes 480p-Signal begrenzt. Um die Inhalte von weiterem Traffic unterscheiden zu können, werden Pakete mit Hilfe von Deep Package Engineering untersucht. Damit wird tief in den Datenverkehr eingegriffen.

Während die Telekom betont, dass jeder Anbieter mit dem Telekommunikationsunternehmen kooperieren kann, um die eigenen Dienste in das Angebot zu integrieren, werden nicht in das System eingebundene Services zunächst einmal benachteiligt. Dies wird bereits seit einiger Zeit von Verbraucherschützern kritisiert. Die Bundesnetzagentur hat sogar temporär eine vollständige Abschaffung der entsprechenden Angebote gefordert, da von der Behörde gestellte Auflagen innerhalb einer gesetzten Frist nicht erfüllt wurden.

Inzwischen klagt die Telekom im Eilverfahren gegen die Auflagen der Bundesnetzagentur. Der Provider hält die Reduzierung des Video-Traffics in bestimmten Tarifen grundsätzlich mit der EU-Verordnung zur Netzneutralität vereinbar. Dem Verwaltungsgericht Köln zufolge verzichtet die Bundesnetzagentur bis zum Abschluss des Verfahrens auf eine Vollstreckung der Auflagen.

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 Volumen statt Flatrate: Die Problematik des mobilen Internetzugangs5G bringt nicht unbedingt Besserung 
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Kaapersven 03. Mär 2020

Was man dadurch für Kosten spart

Shoopi 07. Aug 2018

Ich glaube du hast das nicht verstanden. 80¤ im Monat halte ich für puren Luxus und die...

DerSchwarzseher 07. Aug 2018

echt? Nich gewusst. Muss ich mir mal anschauen. Danke für den Hinweis.

Shoopi 07. Aug 2018

Die Frage ist eher, warum ist mobiles Streaming ausgerechnet Benchmark? Verstehe das...

PiranhA 07. Aug 2018

Gerade bei YouTube ist der Player ja nicht so blöd und lädt ohne WLAN das ganze Video...


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