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Volume 3 von Star Wars Visionen: Krieg der Sterne im Bilder- und Farbenrausch

Zeichentrick in unterschiedlichen Stilen, aber immer mit japanischem Flair – das bietet das dritte Volume von Star Wars: Visionen.
/ Peter Osteried
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Black ist der wagemutigste Kurzfilm in Volume 3. (Bild: Lucasfilm)
Black ist der wagemutigste Kurzfilm in Volume 3. Bild: Lucasfilm

Star Wars : Visionen, eine preisgekrönte Anthologie animierter Kurzfilme, kehrt in der dritten Runde zu den Wurzeln zurück. Geboten werden diesmal neun Kurzfilme von acht verschiedenen Animestudios. Sie dauern insgesamt 171 Minuten und werden allesamt heute (29. Oktober 2025) freigeschaltet.

Die Studios sind David Production, Kamikaze Douga + Anima, Kinema Citrus Co., Polygon Pictures, Production I.G, Project Studio Q, Trigger und Wit Studios. Sie zeigen die Vielfalt und Kreativität der japanischen Animation.

Die erste Staffel hatte 2021 Premiere und erhielt eine Emmy-Nominierung für den Kurzfilm The Duel. Die zweite Staffel erschien 2023 mit Kurzfilmen von internationalen Animationsstudios wie Aardman, Cartoon Saloon, Triggerfish und Punkrobot und wurde mit einem Emmy, einem französischen Filmpreis, dem Lumière, und einem Annie Award ausgezeichnete.

Neun Geschichten

Mit The Duel: Payback gibt es auch eine Fortsetzung zu dem preisgekrönten The Duel . Mithilfe unerwarteter Verbündeter tritt Ronin gegen seinen größten Feind an – einen Jedi namens Grand Master, der auf Rache sinnt.

Der Kurzfilm ist überwiegend in Schwarzweiß und erinnert an klassische Kinofilme, gerade auch japanische, die sich mit Schwertkämpfern befassten. Farbe wird hier nur spärlich eingesetzt, vor allem für die Lichtschwerter, was sehr atmosphärisch ist. Die Geschichte ist nicht nur actionreich, sie zeigt auch, dass Hass einen Menschen so verändern kann, bis er wird, was er eigentlich verabscheut. Ach ja, Ewoks(öffnet im neuen Fenster) im Schnee gibt es hier auch!

In The Song of Four Wings beschützt eine Prinzessin, die zur Rebellin wurde, auf einem schneebedeckten Planeten ein Kind vor der Macht des Imperiums. Der Kurzfilm nutzt klassischen Zeichentrick, die Figuren wirken niedlich und haben jene großen Augen, die man mit Anime in Verbindung bringt. Das Besondere für Star-Wars-Fans ist der Einsatz der selten gesehenen Snow Troopers(öffnet im neuen Fenster) aus Das Imperium schlägt zurück.

The Ninth Jedi: Child of Hope zeigt Kara, die von Jedi-Jägern verfolgt und ins All geschleudert wird. Sie stößt auf ein scheinbar verlassenes Schiff, das von einem mysteriösen Droiden bewacht wird, der sie für eine Jedi hält. Auch dieser Kurzfilm nutzt klassischen Anime-Zeichentrick, kombiniert das zum Teil aber mit CGI-Bildern.

Es wird auch psychedelisch

The Bounty Hunters dreht sich um eine skrupellose Kopfgeldjägerin, die einen Auftrag für einen zwielichtigen Industriellen annimmt, der unerwartete Folgen für sie und ihren Droiden hat. Denn wie sich herausstellt, jagt sie jemanden, der nicht ist, was ihr Auftraggeber behauptete.

The Bounty Hunters ist eine der wenigen Star-Wars-Geschichten, die sich mit dem Thema Sklaverei befasst, und mehr noch: mit Kinderarbeit. Mit diesem ernsthaften Unterbau zeigt dieser Kurzfilm, wie viel Geschichte in eine kurze Laufzeit gepresst werden kann, da die Hauptfigur eine Veränderung durchmacht, die aus Ereignissen ihrer Vergangenheit resultiert.

Yuko's Treasure dreht sich um ein behütetes Waisenkind, das sich mit einem Straßenkind zusammentut, um seinen betreuenden Droiden zu retten und einen längst verlorenen Schatz zu finden. Dieser Kurzfilm bietet eine Rückkehr nach Tatooine, das Figurendesign ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Das Ganze wirkt visuell wie ein Mix aus Studio-Ghibli(öffnet im neuen Fenster) -Produktionen mit Detective Conan, und das alles im Star-Wars-Flair.

The Lost Ones erzählt von einer Gruppe, die bei der Flucht vor einer Naturkatastrophe geholfen hat und deren Flüchtlingsschiff vom Imperium abgefangen und in unbekanntes Weltraum-Territorium gebracht wird. Der Stil ist etwas platt und kantig, was sich auch auf die Figuren erstreckt.

The Smuggler zeigt eine Schmugglerin, die verzweifelt auf der Suche nach schnellem Geld einen Auftrag annimmt. Sie soll einen Flüchtigen vor dem Imperium retten. Besonders schön ist die Backstory des Flüchtigen.

The Bird of Paradise zeigt eine Jedi-Padawan, die sich, nachdem sie im Kampf ihr Augenlicht verloren hat, einer Reihe spiritueller Prüfungen unterziehen muss, um der Versuchung der Dunklen Seite der Macht zu widerstehen. Der Kurzfilm setzt auf Computeranimation, wobei die Figuren vom Stil her eher klassischer Anime-Zeichentrick sind. Das Ergebnis sind traumhaft schöne Bilder in einer poetisch anmutenden Geschichte.

In Black geht es um einen psychedelischen Kampf in Vergangenheit und Gegenwart, Licht und Dunkelheit, Leben und Tod. All das spielt sich in der gequälten Psyche eines imperialen Soldaten ab, der kurz vor der Niederlage steht. Black ist der experimentellste Kurzfilm des dritten Volume, ein Farben- und Bilderrausch, der vom Publikum sicher sehr unterschiedlich aufgenommen werden wird. Die einen werden ihn kunstvoll finden, die anderen zum Abschalten.

Bunte Mischung

Wie schon bei den ersten beiden Staffeln ist auch in der dritten Abwechslung Trumpf. Das ist das Schöne an der Serie: Die Kurzfilme gehen in sehr unterschiedliche Richtungen, sowohl inhaltlich als auch formal und bieten damit Star Wars, wie man es nur selten sieht. Die neun Kurzfilme stellen im Grunde auch so etwas wie eine Reise durch die Welt unterschiedlicher Anime-Stile dar und geben einen Eindruck davon, was technisch möglich ist.

Zudem wird die Kurzform sehr geschickt genutzt, um abseits etablierter Geschichten in dieser Galaxie weit, weit entfernt, ganz neue narrative Möglichkeiten zu entdecken.


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