Volkswagen: Eine Stunde autonomes Fahren für 7 Euro

VW will Funktionen wie autonomes Fahren künftig stundenweise anbieten. Auch zusätzliche Reichweite bei Elektroautos könnte eine Extragebühr kosten.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Autonome Testautos von VW in Hamburg
Autonome Testautos von VW in Hamburg (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Der Autokonzern Volkswagen erwägt neue Verkaufsmodelle für künftige Softwarefunktionen seiner Fahrzeuge. "Beim autonomen Fahren können wir uns vorstellen, dass wir es stundenweise zuschalten. Wir gehen von einem Preis von rund sieben Euro pro Stunde aus. Wer also drei Stunden lang nicht selbst fahren möchte, kann das dann für 21 Euro tun", sagte Klaus Zellmer, Vertriebsvorstand der Marke VW, der Welt (Paywall).

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Zellmer begründete das Konzept mit den Worten: "Das macht autonomes Fahren für alle zugänglich - und nicht nur für diejenigen, die sich ein Auto mit einem 5-stelligen Aufpreis leisten können." Mit solchen Angeboten sei aber erst gegen Ende des Jahrzehnts zu rechnen, hieß es in einer Gesprächsrunde zu Software-Innovationen am Dienstag mit Zellmer und Volkswagen-Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich in Wolfsburg.

Das Konzept von Volkswagen würde allerdings voraussetzen, dass das Fahrzeug bereits über die komplette Hardware für das autonome Fahren verfügt. Neben zusätzlichen Sensoren wie Laserscanner können dafür auch redundante Steuerungs-, Brems- und Lenksysteme erforderlich sein. Tesla hat Ende 2020 den Preis für das "Volle autonome Fahren" (Full Self Driving/FSD), das jedoch nur teilautomatisiertes Fahren nach Stufe 2 ermöglicht, auf 10.000 US-Dollar erhöht.

Mehr Reichweite gegen Extragebühr

Ähnliche Zubuch-Angebote soll es zudem bei Elektroautos von VW geben. "In den Fahrzeugen auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens werden wir ab dem zweiten Quartal 2022 Functions on Demand anbieten. Ab dann gehen wir von einem wachsenden Portfolio aus", sagte Ulbrich der Welt. Statt sich für Extras vor dem Kauf eines Autos zu entscheiden, können sich die Kunden Zusatzfunktionen dann stunden- oder tageweise dazubuchen. "Wir planen Angebote bis hin zu Reichweiten- oder Leistungserhöhungen bei Elektroautos, die man zuschalten kann. Da sind wir bereits in der Abstimmung mit den Regulierungsbehörden", sagte Ulbrich.

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VW will dabei die eigene Software nicht beliebig für Fremdanbieter öffnen. "Funktionen aus dem Unterhaltungsbereich, beispielsweise Spiele, werden wir nicht selbst machen. Die werden aber zuschaltbar sein", sagte Ulbrich. Was den zeitlichen Horizont für solche Angebote betrifft, sagte er: "Es wird nicht mehr so lange dauern. In den Ladepausen, selbst wenn sie nur 15 Minuten dauern, wollen wir den Kunden schon etwas anbieten."

Einstellungen zwischen Fahrzeugen übertragen

Künftig sollen Kunden ihren Account mit allen persönlichen Einstellungen auch zwischen verschiedenen Wagen übertragen können. So könnte etwa die Nutzung von Carsharing-Diensten stärker als bisher in die Breite kommen, hofft das Unternehmen. Für das Angebot Weshare stelle die VW-Kernmarke künftig weitere Modelle der elektrischen ID-Reihe bereit, sagte Zellmer am Dienstag in dem Innovationstalk.

Laut Zellmer will Volkswagen mit den individualisierten Programmpaketen einen "dreistelligen Millionenbetrag" umsetzen. Der Konkurrent BMW peilt einen ehrgeizigen Wert für das entsprechende Erlöspotenzial an: Bis 2030 wollen die Münchner mit individualisierten, digitalen Upgrades im Auto bis zu fünf Milliarden Euro jährlich erzielen.

Ulbrich sieht in solchen passgenauen Funktionen einen wichtigen Wettbewerbsfaktor: "Es wird in Zukunft mehr und mehr so sein, dass der Kunde mehr auswählt nach dem, was die Software bietet - und nicht unbedingt danach, ob das Auto noch ein Zehntel schneller fährt", sagte der Entwicklungsvorstand.

Bei der Einführung neuer Systeme und Steuergeräte im Golf 8 und im vollelektrischen ID.3 musste VW aufgrund der Komplexität allerdings auch Lehrgeld zahlen. "Es gab Softwarefehler, das ist unbestritten", meinte Ulbrich. "Aber wir haben entsprechend nachgebessert." Inzwischen sei das Feedback der Kunden, die teils mit abgespeckten Versionen starten mussten, "deutlich positiver". Vom Jahr 2026 an ist mit dem Projekt Trinity dann eine gänzlich neue Plattform geplant.

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robinx999 13. Jun 2021

Naja Spracheingabe ist so eine Sache, bei manchen muss man sehr genau die Vorgaben...

JensBerlin 11. Jun 2021

Aber VW hat schon ganz andere Stückzahlen bzw. ist eben (emotional) tiefer verwurzelt. Da...

gadthrawn 10. Jun 2021

Ab 2022 ist verpflichtend für Hersteller, ja das Updates und Parametrierung abgesichert...

malmi 10. Jun 2021

Ja, ich finde das Beispiel auch extrem sehr schlecht gewählt. Oder hat der gebrauchte...



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