Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Volkswagen: E-Auto-Werk Zwickau soll jährlich Tausende Autos zerlegen

Aktuell werden im Zwickauer VW -Werk nur Elektroautos gebaut. Künftig soll der Standort eine wichtige Rolle beim Recycling einnehmen.
/ Friedhelm Greis
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Aus einem Verbrennermotor lassen sich noch viele wertvolle Rohstoffe gewinnen. (Bild: VW)
Aus einem Verbrennermotor lassen sich noch viele wertvolle Rohstoffe gewinnen. Bild: VW

Der VW-Konzern will seinen Standort Zwickau als "zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft" ausbauen. "Bis 2030 ist ein stufenweiser Aufbau der Kapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant" , teilte der Autohersteller am 21. Januar 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Dazu investiere das Unternehmen bis zu 90 Millionen Euro an dem Standort. Das Bundesland Sachsen fördere das Gesamtprojekt mit bis zu 10,7 Millionen Euro.

Zwickau war die erste VW-Fabrik, die auf die Produktion von Elektroautos umgerüstet wurde . Dort werden sechs Modelle der Konzernmarken VW, Audi und Seat hergestellt. Doch die Nachfrage lag in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurück. Daher wurde in den Tarifverhandlungen vom Dezember 2024 vereinbart, neben der Fahrzeugproduktion das Recycling als zweites Standbein aufzubauen.

Bei einer jährlichen VW-Produktion von aktuell neun Millionen Fahrzeugen macht ein Recycling von 15.000 Fahrzeugen einen verschwindend geringen Anteil von 0,17 Prozent aus. Allerdings sollen in Zwickau vor allem "neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt" .

Auch Verbrenner werden demontiert

Durch die Nutzung von Datenplattformen und KI könne Volkswagen "Materialflüsse, Recyclingprozesse und Geschäftsmodelle effizient nachverfolgen, steuern und neue Standards setzen" . Darüber hinaus werde Zwickau für die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern in der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. In einem ersten Schritt würden "Demontageprozesse definiert, erprobt und abgesichert, um so Standards für alle weiteren Standorte setzen zu können" . Das betrifft nicht nur E-Autos, sondern auch Verbrenner.

Das Thema Recycling soll in der Autoindustrie generell eine größere Rolle spielen . So einigten sich am 12. Dezember 2025 die Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten darauf(öffnet im neuen Fenster) , dass alle Neufahrzeuge so konstruiert sein sollten, "dass möglichst viele Teile und Komponenten von zugelassenen Verwertungsanlagen leicht entfernt werden können" .

Die Unterhändler einigten sich bei der sogenannten End-of-Life-Verordnung (ELV) zudem darauf, dass der in jedem neuen Fahrzeugtyp verwendete Kunststoff innerhalb von sechs Jahren nach Inkrafttreten der Vorschriften mindestens 15 Prozent und innerhalb von zehn Jahren mindestens 25 Prozent recycelten Kunststoff enthalten muss. Von diesem Anteil muss wiederum 20 Prozent aus gebrauchten Fahrzeugteilen stammen, was als geschlossener Kreislauf (Closed Loop) bezeichnet wird.


Relevante Themen