Volkswagen: 5G ermöglicht flexible Software-Betankung in der Produktion
Der Volkswagen-Konzern will eigene 5G-Netze in seinen Werken installieren. "Ja, wir streben den Erhalt privater 5G-Funklizenzen für die industrielle Nutzung an", sagte der zuständige VW-Sprecher Jonas Kulawik der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Da der Software-Anteil in den Fahrzeugen deutlich steige, werde die Übertragung großer Datenmengen in die Autos nötig. Die 5G-Technologie biete eine Art "Software-Betankung" zu einem flexiblen Zeitpunkt der Produktion.
Volkswagen will bereits im kommenden Jahr mit dem Bau eigener 5G-Mobilfunknetze in den deutschen Werken beginnen. "Wir rüsten die Fabriken ab 2020 selbst aus" sagte ein Sprecher bereits am 5. April 2019. Derzeit laufe die Ausschreibung für den Technologielieferanten.
Der neue Mobilfunkstandard soll eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s, bei einigen Anwendungen sogar 20 GBit/s, eine sehr niedrige Latenzzeit von weniger als 1 Millisekunde und hohe Verfügbarkeit ermöglichen. Weltweit sollen 100 Milliarden mobilfunkfähige Geräte gleichzeitig ansprechbar werden. Der Datenfluss zwischen Endgeräten und Anwendungsservern kann mit Slicing in flexiblen Netztopologien erfolgen. Wichtiges Architekturelement ist die Trennung von Datenfluss-Steuerebene (Control) und der Nutzerdaten-Weiterleitungsebene (User Plane).
Die neue Technologie solle für die Marke Volkswagen schrittweise umgesetzt werden. "Wir wollen deshalb zunächst einen Pilotbetrieb etablieren, daraus lernen und dann lokale 5G-Netzwerke in den Fabriken ausrollen", erklärte Kulawik. Die Standorte für den Pilotbetrieb stehen noch nicht fest, doch gelten Wolfsburg und Zwickau als Favoriten. Obwohl die Kooperation mit kommerziellen Netzbetreibern zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen wird, strebt Volkswagen für die eigenen Standorte den Eigenausbau an.
Wichtig ist 5G beispielsweise auch für die Vernetzung der rund 5.000 Roboter im Wolfsburger Volkswagen-Werk, aber auch für weitere Maschinen und Anlagen. Bei der Tochter Audi laufen bereits bei Ingolstadt Vorversuche mit einer schon installierten Funkzelle – was laut Kulawik noch fehlt, sind 5G-fähige Chips. Auch Porsche strebt an, ab 2020 bereits erste funktionsfähige Infrastrukturen in den Erprobungsbetrieb nehmen zu können.
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