Volker Wissing: Deutschlandticket soll in Frankreich gelten - und umgekehrt

Für 49 Euro durch Deutschland und Frankreich: Frankreich plant nach Angaben von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) ein nationales Ticket, ähnlich wie das Deutschlandticket. Wissing möchte eine Zusammenarbeit bei den nationalen Tickets.
"Ich hätte eine große Sympathie dafür, dass wir unsere nationalen Tickets gegenseitig anerkennen" , sagte der Minister der Funke-Mediengruppe(öffnet im neuen Fenster) und der französischen Tageszeitung Ouest-France. Das Angebot könnte seiner Ansicht nach später sogar ausgeweitet werden.
"Deutschland und Frankreich könnten einen Anfang machen, andere europäische Länder mitziehen" , sagte Wissing. "Allerdings wäre das ein komplexes Unterfangen, das Zeit in Anspruch nehmen wird."
Freundschaftsticket zu Freundschaftsjubiläum
Deutschland will am 12. Juni Jugendlichen in Frankreich und Deutschland zwischen 18 und 27 Jahren 60.000 kostenlose Tickets für eine Fahrt ins Nachbarland bereitstellen, in jedem Land jeweils 30.000. Anlass ist das 60. Jubiläum des Élysée-Vertrags(öffnet im neuen Fenster) .
Um zehn Uhr wird dafür in beiden Ländern jeweils eine Website freigeschaltet, für Jugendliche in Deutschland ist es diese(öffnet im neuen Fenster) . "Es gilt: Wer sich zuerst bewirbt, bekommt als erstes ein Ticket, bis das Kontingent erschöpft ist" , sagte Wissing. "Mit diesen Tickets kann dann an sieben Tagen in einem Monat der Fern- und Nahverkehr kostenfrei genutzt werden. Das Angebot gilt zwischen Juli und Dezember."
Das Deutschlandticket für 49 Euro im Monat gilt seit dem 1. Mai. Es berechtigt bundesweit zur Fahrt in allen Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs. Das Ticket ist als Abonnement gedacht, aber monatlich kündbar. Zum Start waren die Server der Deutschen Bahn überlastet . Das soll laut Wissing beim deutsch-französischen Freundschaftspass nicht passieren.
Kritik, wonach das Deutschlandticket auf dem Land wenig sinnvoll ist, wies der Minister zurück. "Je nach Region und täglicher Fahrzeit sind für Verbraucher bei einer kombinierten Nutzung von Auto und ÖPNV Ersparnisse von bis zu 4.000 Euro pro Jahr möglich. Wegen der längeren Pendlerstrecken ist das CO2-Einsparpotenzial hier auch um ein Vielfaches höher als in den Städten." Es sei unrealistisch, bundesweit eine flächendeckende enge ÖPNV-Taktung wie in Großstädten zu ermöglichen. Daher müssten Auto und ÖPNV kombiniert gedacht werden.



