Voice Labs: Vorerst doch keine Werbung in Alexa-Skills

Voice Labs gibt auf und bringt keine Werbung in Alexa-Skills. Das Startup wollte eigentlich Werbung vermarkten, die dann von Amazons Echo-Lautsprechern angesagt wird. Ein Skill-Entwickler droht mit der Abkehr von Alexa.

Artikel veröffentlicht am ,
Alexa-Skills bleiben erstmal werbefrei.
Alexa-Skills bleiben erstmal werbefrei. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Vorerst wird es keine zugeschaltete Werbung in Alexa-Skills geben. Das Startup Voice Labs wollte Entwicklern die Möglichkeit geben, Werbung in eigene Alexa-Skills einzubinden, um damit Geld zu verdienen. Viele Entwickler hätten sich Einnahmequellen für Skills gewünscht. Daraufhin hat Amazon die Richtlinien für die Zulassung von Alexa-Skills geändert und die meisten Werbeformate ausgeschlossen. Darauf reagiert Voice Labs nun mit der Einstellung des entsprechenden Angebots.

Kunden haben Werbung in Skills akzeptiert

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In einem Blog-Posting hat Voice Labs die Einstellung von Sponsored Messages bekanntgegeben. Seit Januar 2017 habe das Startup damit experimentiert und im Mai 2017 wurde die Funktion für Skill-Entwickler bereitgestellt.

Nach Beobachtung des Anbieters seien einige Kunden mit den Werbeeinblendungen unzufrieden gewesen. Die meisten Alexa-Nutzer hätten die Werbeformen aber akzeptiert und die betreffenden Skills auch mit Werbeschaltungen weiter verwendet. "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Millionen von Audio-Anzeigen über den Alexa-Dienst ausgespielt haben, die von den Verbrauchern akzeptiert wurden", sagt Voice-Labs-Chef Adam Marchick.

Skill-Anbieter bestimmt Art und Form der Werbung

Bei den Sponsored Messages handelte es sich um gesprochene Werbebotschaften. Sie waren ähnlich wie Radiowerbung gestaltet. Die Sponsored Messages durften 6 bis 15 Sekunden lang sein und wurden am Anfang oder Ende einer Unterhaltung mit einem Skill ausgespielt. Der Skill-Anbieter konnte bestimmen, dass etwa die Werbeausspielung nur alle 15 Aufrufe erscheint, oder aber nachdem der Skill das vierte Mal benutzt wurde.

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Voice Labs begründet die Einstellung der Sponsored Messages mit Amazons Änderung der Richtlinien für die Zulassung von Alexa-Skills. Rund zehn Tage nachdem Voice Labs Sponsored Messages für Skill-Anbieter bereitgestellt hatte, änderte Amazon die Skills-Richtlinien. Drei Wochen später zieht Voice Labs die Konsequenz daraus und stellt den Dienst ein. Innerhalb der zehn Tage will das Unternehmen mehrere Tausend US-Dollar an Skill-Entwickler ausbezahlt haben, die mit Werbebotschaften eingespielt wurden.

Voice Labs akzeptiert Amazons Entscheidung

Der Voice-Labs-Chef sagt, er habe Verständnis für die Entscheidung von Amazon, die meisten Werbeformate in Alexa-Skills zu unterbinden, führt das allerdings nicht weiter aus. Amazon selbst sieht keine Notwendigkeit, Skills-Entwickler generell die Möglichkeit von Werbeeinnahmen zu erlauben.

Derzeit werden nur ganz wenige ausgewählte Werbeformen gestattet. Und keine davon geht in die Richtung, die sich Voice Labs vorgestellt hatte. Skills für Musik-Streaming, Radio-Streaming, Podcasts oder Tageszusammenfassungen können Werbung enthalten. Allerdings darf diese Werbung nicht von Alexa oder einer Alexa-ähnlichen Stimme vorgelesen werden. Die betreffende Werbung muss vorher aufgenommen worden und Bestandteil des betreffenden Dienstes sein.

Wenn also ein Radiosender Werbung ausstrahlt, kann diese auch über Alexa-Skills gehört werden. Gleiches gilt für Podcasts oder Werbung innerhalb von Tageszusammenfassungen. Wichtig dabei ist, dass die betreffende Werbung auch ausgespielt wird, wenn der Dienst über ein nicht Alexa-fähiges Gerät gehört wird. Die Werbung darf also nicht speziell an das Alexa-Skill angepasst sein.

Skill-Entwickler vermissen Werbemöglichkeiten

Etwas anders ist es bei Skills, die zum Bestellen von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden können. Dann dürfen sich darin Werbebotschaften zum eigenen Dienst befinden. Andere Produkte oder Dienste dürfen darüber allerdings nicht beworben werden.

Nach Beobachtung von Voice Labs vermissen viele Entwickler die fehlenden Einnahmemöglichkeiten für Alexa-Skills. Zur Vorstellung von Sponsored Messages wurde ein recht bekannter Skill-Entwickler damit zitiert, dass er mit Skills Geld verdienen müsse, um die Entwiklungskosten zu tragen. Falls das nicht möglich sei, müsse er "auf eine andere Plattform wechseln oder seine Skill-Entwicklung ganz einstellen". Die nächsten Monate werden zeigen, ob es dazu kommt.

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jayrworthington 16. Jun 2017

Ja, heul, ich hab extra in eine grosse Schaufel investiert, und dann kommt das bloede...

jayrworthington 16. Jun 2017

Jaja, blah Branding blubber... Die Zeiten sind lange vorbei, heute raufen sich dieselben...

ChristianTF 16. Jun 2017

Amazon kann keine anderen Anbieter zulassen, weil das selbstverständlich selbst angeboten...

ip (Golem.de) 16. Jun 2017

danke, Tippfehler korrigiert.

Noren 16. Jun 2017

Eine Art Reselling könnte doch die Vertragsbestimmungen umgehen: Der Dev macht eine...



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