Abo
  • Services:
Anzeige
Die zwangsweise verordneten Router von Vodafone Kabel hatten schwere Sicherheitsmängel.
Die zwangsweise verordneten Router von Vodafone Kabel hatten schwere Sicherheitsmängel. (Bild: Vodafone)

Vodafone-Zwangsrouter: Sicherheitslücke ermöglicht Root-Zugriff und Spionage

Die zwangsweise verordneten Router von Vodafone Kabel hatten schwere Sicherheitsmängel.
Die zwangsweise verordneten Router von Vodafone Kabel hatten schwere Sicherheitsmängel. (Bild: Vodafone)

Die Zwangsrouter von Vodafone Kabel haben vermutlich über Jahre hinweg eklatante Schwachstellen gehabt, die für Spionagezwecke ausgenutzt werden konnten. Der Hacker Alexander Graf will auf dem 32C3 in Hamburg weitere Details zu dem Hack vorstellen.

Eigentlich wollte Alexander Graf nur seine Telefonieverbindung umstellen - von analog auf Voice-over-IP, wegen der besseren Qualität. Dazu fragte er bei Vodafone Kabel nach den notwendigen Zugangsdaten. Die hatten nach Angaben der Süddeutschen Zeitung nichts dagegen - wenn er sich auskenne, könne er die Umstellung gern im Alleingang vornehmen.

Anzeige

Doch Graf stellte nicht nur erfolgreich seine Verbindung um - während des Prozesses fand er mehrere eklatante Sicherheitslücken in den zwangsweise verordneten Routern. In der kommenden Woche will er die Ergebnisse seiner Untersuchung beim Hackerkongress 32C3 in Hamburg vorstellen. Vodafone Kabel sagt selbst, das etwa 2,8 Millionen Kunden von dem Angriff betroffen gewesen seien.

Der Kunde wird zum Wartungstechniker

Als er sich das Modem genauer anschaute, fand Graf heraus, dass es zu Wartungszwecken eine versteckte Netzwerkverbindung gab, wie Heise berichtet. Dabei soll es sich um das interne Wartungsnetz von Vodafone Kabel handeln - auf das normalerweise nur die Techniker des Unternehmens Zugriff haben. Graf gelang es jedoch, über die Verbindung andere Modems im Kabelnetz über Telnet und SSH zu erreichen. "Mein Ziel ist nicht gewesen, das Modem anzugreifen. Ich wollte wissen, was ich tun muss, damit mich keiner angreifen kann", sagte er der Zeitung.

Dazu brauchte er das Passwort - aber das lieferte das Modem mit. Eines der benötigten Kennwörter soll im Klartext im Speicher des Routers auffindbar gewesen sein, andere waren zwar gehasht, aber für Graf trotzdem leicht zu knacken.

Über den Wartungskanal konnte er sich Zugriff auf die Anschlüsse anderer Kabelnutzer verschaffen. Diese sollen von der Aktion vorab gewusst haben und hätten dem Hack zugestimmt. Dort lud er Linux-Binaries auf die Geräte, mit denen er den Datenverkehr der Kunden hätte mitschneiden können. Mit dem Zugriff hätte er auch andere Geräte im Netzwerk angreifen und etwa auf Netzwerkfestplatten oder andere angeschlossene Speicher zugreifen können.

Telefonieren auf fremde Rechnung

Graf fand noch weitere Schwachstellen. Der Prozess der Verteilung von VoiP-Zugangsdaten sei unsicher gewesen, so habe er sich die Zugangsdaten anderer Anschlussteilnehmer schicken lassen können. Er hätte damit auf fremde Rechnung telefonieren oder die Telefonanschlüsse komplett kapern können. Wie genau der Hack funktioniert, ist bislang nicht bekannt. Möglicherweise wird Graf auf dem 32C3 weitere Details bekanntgeben.

Vodafone soll Anfang November über die Schwachstellen informiert worden sein. Das Unternehmen bestätigte die Lücke: "Wir sind Mitte November auf eine ernstzunehmende Schwachstelle von Kabelnetzbetreibern hingewiesen worden, über die sich ein externer IT-Experte zwischenzeitlich Zugang auf das Wartungsnetz von Vodafone Kabel Deutschland verschafft hatte", sagte ein Unternehmenssprecher der Süddeutschen Zeitung. Mittlerweile sollen die Kundenmodems im Wartungsnetz nun voneinander isoliert worden sein. Auch die Zuteilung der VoiP-Zugangsdaten soll jetzt sicher sein. Wie lange die Schwachstelle existiert hat, wollte Vodafone nicht sagen. Insgesamt seien 2,8 Millionen Kunden davon betroffen gewesen. Vodafone sagt, dass es keine Anzeichen für aktive Angriffe gegeben habe.

Der Talk von Alexander Graf auf dem 32C3 wird am 27. Dezember um 18:30 Uhr stattfinden - ein Livestream ist über die Webseite des Congress verfügbar.


eye home zur Startseite
anuserformhere 27. Dez 2015

https://streaming.media.ccc.de/32c3/relive/7133/

Sammie 26. Dez 2015

Kannst du, aber eben auch nur mit besagtem Billigrouter. Wenn du eine Fritzbox von denen...

Rulf 24. Dez 2015

vodafone ist ein britischer konzern...dort ist schon paketfilterung üblich...

Rulf 24. Dez 2015

wieso nur die geheimdienste?...die provider können so mit den daten der eigenen kunden...

Rulf 24. Dez 2015

war/ist vielleicht gezwungen sowas einzubauen, denn so wie diese lücke beschaffen ist...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Landeshauptstadt München, München
  2. State Street Bank International GmbH, Frankfurt
  3. WBS Training AG, deutschlandweit (Home-Office)
  4. über Nash Direct GmbH, Stuttgart-Vaihingen


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 299,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 1 Monat für 1€

Folgen Sie uns
       


  1. Unternehmen

    1&1 Versatel bietet Gigabit für Frankfurt

  2. Microsoft

    Xbox One emuliert 13 Xbox-Klassiker

  3. DMT Bonding

    Telekom probiert 1 GBit/s ohne Glasfaser aus

  4. Telekom-Software

    Cisco kauft Broadsoft für knapp 2 Milliarden US-Dollar

  5. Pubg

    Die blaue Zone verursacht künftig viel mehr Schaden

  6. FSFE

    "War das Scheitern von Limux unsere Schuld?"

  7. Code-Audit

    Kaspersky wirbt mit Transparenzinitiative um Vertrauen

  8. iOS 11+1+2=23

    Apple-Taschenrechner versagt bei Kopfrechenaufgaben

  9. Purism Librem 13 im Test

    Freiheit hat ihren Preis

  10. Andy Rubin

    Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Essential Phone im Test: Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
Essential Phone im Test
Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
  1. Teardown Das Essential Phone ist praktisch nicht zu reparieren
  2. Smartphone Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung
  3. Andy Rubin Essential gewinnt 300 Millionen US-Dollar Investorengelder

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test: Google fehlt der Mut
Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test
Google fehlt der Mut
  1. Pixel Visual Core Googles eigener ISP macht HDR+ schneller
  2. Smartphones Googles Pixel 2 ist in Deutschland besonders teuer
  3. Pixel 2 und Pixel 2 XL im Hands on Googles neue Smartphone-Oberklasse überzeugt

Krack-Angriff: Kein Grund zur Panik
Krack-Angriff
Kein Grund zur Panik
  1. Neue WLAN-Treiber Intel muss WLAN und AMT-Management gegen Krack patchen
  2. Ubiquiti Amplifi und Unifi Erster Consumer-WLAN-Router wird gegen Krack gepatcht
  3. Krack WPA2 ist kaputt, aber nicht gebrochen

  1. Re: HA HA, Reactive, Non-blocking am A****

    Dungeon Master | 03:49

  2. Re: Zu schnell eingegeben!?

    My1 | 03:43

  3. Re: Sind immer die selben Probleme

    Dino13 | 02:37

  4. Re: NSA rät ab => muss gut sein

    Apfelbrot | 01:50

  5. 4-2

    Stegorix | 01:47


  1. 18:46

  2. 17:54

  3. 17:38

  4. 16:38

  5. 16:28

  6. 15:53

  7. 15:38

  8. 15:23


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel