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Vodafone: Was ein top ausgebautes Koaxialnetz kosten würde

Vodafone Deutschland hat Angaben zu seinem Kabelnetz-Ausbau in den vergangenen zwölf Monaten gemacht. Anlass für Golem, einmal durchzurechnen, wie man es richtig gut machen könnte.
/ Achim Sawall
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Grafik von Vodafone vom Juli 2020 (Bild: Vodafone Deutschland)
Grafik von Vodafone vom Juli 2020 Bild: Vodafone Deutschland

Eine vollständige Umstellung des gesamten deutschen Vodafone-Kabelnetzes auf Docsis 4.0 würde nach Branchenanalysen und einer Studie (PDF) von Goldmedia(öffnet im neuen Fenster) für das Vodafone Institut schätzungsweise insgesamt rund 11,9 Milliarden Euro kosten.

Goldmedia ging in der Studie von Kosten von 400 Euro pro Haushalt aus. Bei 25 Millionen aktuell versorgbaren Haushalten (Homes Passed) kostet das Netz-Upgrade zehn Milliarden Euro. Dazu kommen die Endgeräte-Kosten (CPE/Router), die mit einer Basis von 7,5 Millionen aktiven Kabelinternetkunden und 150 bis 250 Euro pro DOCSIS-4.0-Router eine Summe von 1,125 bis 1,875 Milliarden Euro ergeben.

Um das Netz für Frequenzen bis zu 1,8 Gigahertz und die nötigen High-Split-Verfahren auszubauen, müssen Kabelverzweiger, Verteiler und Verstärker ausgetauscht oder aufwendig umgebaut werden.

Hinzu kommt der Austausch der Kunden-Kabelnetzrouter vor Ort. Bei derzeit rund 7,5 Millionen aktiven Kabelinternetkunden bei Vodafone kostet der Wechsel auf neue Docsis-4.0-Router weitere 1,1 bis 1,9 Milliarden Euro, ausgehend von kalkulierten Hardwarekosten zwischen 150 und 250 Euro pro Gerät. Die Goldmedia-Studie ist jedoch aus dem Jahr 2022.

Docsis 4.0 brächte im deutschen Kabelnetz Downloads bis zu 10 GBit/s und im Upload bis zu 6 GBit/s. Doch Vodafone erklärte bereits, dass es keine Pläne gebe, Docsis 4.0 einzusetzen.

Sind knapp zwölf Milliarden Euro eine unmögliche Summe für den Festnetzausbau? Die Telekom investiert nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) seit 2022 jährlich knapp sechs Milliarden Euro pro Jahr, einen großen Teil davon in den Glasfaserausbau.

Vodafone: Wie viele Haushalte pro Node?

Vodafone macht keine aktuellen Angaben, wie viele Haushalte durchschnittlich an einem Node/Cluster hängen, oder wie viel in den Kabelnetzausbau investiert wird. Rein rechnerisch hingen bei Vodafone laut Angaben vom Januar 2023 noch 500 Haushalte an einem Node und teilten sich die Gesamtkapazität. Neue Informationen liegen nicht vor.

Laut der Vodafone-Auftragsstudie sollte bis Mitte 2022 pro Cluster die gesamte Datenrate auf 7 GBit/s im Download und mit High-Split-Technik auf 1 GBit/s im Upload steigen. Das müssen sich alle 500 oder mehr Haushalte teilen.

Technisch wäre im Kabelnetz bereits mehr möglich. Magenta, die Tochter Deutschen Telekom, versorgte in ihrem Kabelnetz in Wien mit Docsis 3.1e bereits rund 40 Prozent der Haushalte in Wien mit Datenraten bis zu 2 GBit/s im Download und 100 MBit/s im Upload.

Datennutzung im Kabelnetz steigt moderat an

Das Kabelnetz von Vodafone transportierte in den vergangenen zwölf Monaten 47,6 Milliarden Gigabyte Daten. Das gab der Netzbetreiber am 3. August 2026 bekannt: ein Plus von 12,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr und 40 Prozent mehr als im Jahr 2022.

Gemäß Jahresberichten der Bundesnetzagentur bewegt sich das durchschnittliche Datenwachstum im deutschen Festnetz seit Jahren relativ konstant in einem Bereich von 10 bis 15 Prozent pro Jahr. Lediglich in den Ausnahmejahren 2020 und 2021 gab es durch Homeoffice und Lockdowns kurzfristig Sprünge über 20 Prozent, was Vodafone große Probleme bereitete.

Um die für das Kabelnetz typischen Überlastungsprobleme wegen zu vieler Haushalte pro Node in den Griff zu bekommen, waren in den vergangenen zwölf Monaten 2.438 Modernisierungsmaßnahmen nötig(öffnet im neuen Fenster).

Ausgeführt wurden 2.168 Segmentierungen sowie 270 Fiber-Deep-Ausbauten, bei denen Glasfaser näher an die Haushalte herangeführt wurde. In den vergangenen fünf Jahren waren es in Summe 19.000 neue Netzsegmente im Upstream und 9.000 Netzsegmente im Downstream erforderlich.

Die Techniker des Netzbetreibers schalteten Anfang Februar den sogenannten Upload-Booster frei. Deutschlandweit sollten damit 75 MBit/s im Upload möglich werden. Bislang waren mit dem Kabelnetzstandard Docsis 3.1 maximal 50 Megabit pro Sekunde im Upload nutzbar, außer in räumlich begrenzten Pilotprojekten.

"Die Wirkung zeigt sich deutlich: Während der Datenanstieg im Download um 6,8 Prozent zulegte, haben sich die Datenmengen im Upload sogar um 13,6 Prozent erhöht", erklärte das Unternehmen.

"Die Investitionen ins Netz kommen direkt bei den Verbrauchern an", sagte Marcel de Groot, Vodafone-Deutschland-Chef. Laut den Angaben sank seit 2022 die Zahl der Ausfallstunden im Festnetz um 50 Prozent. Im gleichen Zeitraum habe sich die Anzahl der von Kabelausfällen betroffenen Haushalte um 52 Prozent verringert. Weniger Ausfälle bedeuten nicht, dass die Datenrate für alle ausreicht.


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