Vodafone und Telekom: LTE-Ausbau in Berliner Bahntunneln dauert weitere Jahre

Der flächendeckende Ausbau des LTE-Netzes in den Berliner Bahntunneln für Vodafone und die Deutsche Telekom verzögert sich bis zum Jahr 2024. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe an den Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) hervor(öffnet im neuen Fenster) , die dieser offenbar dem Tagesspiegel vorlegte(öffnet im neuen Fenster) . Laut der Antwort ist erst eines der vier BTS-Hotels (Base Transceiver Station) für den gemeinsamen Betrieb komplett ausgebaut und wird von allen drei Betreibern genutzt.
Telefónica Deutschland führt den Projektausbau in der U-Bahn. Der Netzbetreiber bietet dort bereits seit 2016 LTE-Versorgung. Kunden der Telekom und von Vodafone müssen bisher in der U-Bahn teilweise das GSM-Netz mit mobilem Internet über GPRS und EDGE nutzen.
Im November 2019 rüstete Telefónica Teile der ersten vier Linien für die Telekom und Vodafone mit LTE aus . Beide starteten die LTE-Versorgung für ihre Kunden auf den Linien U2 (Pankow bis Stadtmitte), U5 (Alexanderplatz bis Tierpark), U7 (Gneisenaustraße bis Rudow) sowie U8 (Bernauer Straße bis Hermannstraße).
Das verschwundene BTS-Hotel
Bei der Vorstellung wurde ein BTS-Hotel im Berliner Bahnhof Alexanderplatz gezeigt, das von allen drei Mobilfunknetzbetreibern betrieben wird – Golem.de war dort vor Ort. Dieses BTS fehlt jedoch in der aktuellen Antwort des Senats. Mathias Poeten, Senior Vice President Best Mobile, Deutsche Telekom Technik, sagte im Jahr 2019: "Der Ausbau der kompletten U-Bahn in Berlin mit LTE ist zweifelsohne ein herausforderndes Projekt, bei dem wir jetzt endlich einen großen ersten Schritt gehen." Laut Brancheninformationen sollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Mietforderungen von 500.000 Euro pro Mobilfunkbetreiber stellen.
Der weitere Ausbau verzögert sich laut dem Bericht des Tagesspiegels. Nur das BTS-Hotel in der Franz-Mett-Straße (Friedrichsfelde) sei demnach komplett ausgebaut und werde von den beiden anderen Betreibern mitgenutzt. Am Schlosserweg in Neukölln sei ein BTS zwar seit November 2022 fertig, aber Vodafone und die Telekom noch nicht aufgeschaltet.
In der Müllerstraße im Berliner Wedding werde das BTS Mitte 2023 komplett sein, in der Motardstraße in Siemensstadt hingegen erst im Jahr 2024. Telefónica stelle deshalb den Konkurrenten als Übergang einen Teil der eigenen Netzkapazität per Roaming zur Verfügung. Das bedeutet, dass alle drei Betreiber sich die Netzkapazität teilen.



