Vodafone und Telefónica: Keine Angaben zur wirklichen Flächenabdeckung durch 5G
Werbeaussagen zum 5G-Ausbau in der besiedelten Fläche nützen Wanderern und Campern wenig. Doch die Bundesnetzagentur hält die Daten zur Flächenversorgung bereit, wenn man weiß, wo.
Vodafone macht keine Angaben dazu, wie viel Prozent der Fläche von Deutschland durch den Netzbetreiber mit 5G ausgebaut sind. "Vodafone hat bereits 91 Prozent der besiedelten Fläche mit der neuen Breitband-Technologie 5G versorgt – die Hälfte auch bereits mit 5G+", sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf Golem.de auf Anfrage. "Zahlen zur Versorgung von solchen unbewohnten Flächen, die abseits von Hauptverkehrswegen liegen und für die kein Versorgungsauftrag besteht, veröffentlichen wir nicht", erklärte er.
Telefónica hat unsere Anfrage zur Flächenabdeckung nicht beantwortet. Die Netzbetreiber machen tatsächlich kaum Angaben, die sich nicht auf die versorgte Fläche in der Bundesrepublik bezieht, sondern nur auf die Bevölkerung. Doch eine Netzabdeckung von 98 Prozent der Haushalte dürfte nicht viel mehr als eine 70-Prozent-Abdeckung der Fläche in Deutschland bedeuten. Die Netzbetreiber wenden hier ein, dass die Fläche auch unbewohnte Gebiete wie Wälder und Seen einschließe. Doch wer in der Natur oder auf dem Campingplatz Mobilfunk braucht, dürfte das anders sehen.
Welche Fläche ist mit 5G ausgeleuchtet?
Bei 5G lassen sich zudem nur im C-Band wirklich hohe Datenübertragungsraten erreichen. Mit steigender Frequenz sinkt die Reichweite, dafür steigt aber die erzielbare Datenübertragungsrate. Weil hier viele Antennen nötig sind, bauen die Netzbetreiber das C-Band fast nur in Städten aus.
Doch bei der Bundesnetzagentur finden sich nach intensiver Suche Angaben zur Flächenabdeckung mit 5G durch die Netzbetreiber. Die Deutsche Telekom stellte uns den Link freundlicherweise zur Verfügung. Der Stand der Daten ist vom April 2023.
Demnach kommt die Telefónica in der Fläche auf einen 5G-Ausbau von nur 52,67 Prozent. Vodafone erreicht sogar nur 26,8 Prozent. Die Telekom liegt mit 73,11 Prozent ganz weit vorne, ist aber auch noch weit von einer Flächenabdeckung entfernt.
Keine Angaben zu 5G im C-Band
Alle Mobilfunkbetreiber kommen zusammen in der Fläche auf 84,64 Prozent bei 5G. Dazu kommen Angaben zu 5G DSS, was für Dynamic Spectrum Sharing und damit eine gleichzeitige Nutzung von 4G und 5G im gleichen Frequenzbereich steht. Im Vergleich zu 4G ist bei 5G DSS jedoch nur eine leicht höhere durchschnittliche Datenrate zu erwarten.
Bei 5G DSS kommt die Telekom auf 48,15 Prozent, Telefónica auf nur 4,7 Prozent und Vodafone auf 61,5 Prozent.
In der Kategorie 5G werden im Gigabit-Grundbuch 5G Non Standalone (5G NSA) und 5G Standalone (5G SA) über alle Frequenzbereiche kombiniert ausgewiesen. Separate Darstellungen oder Auswertungen zu 5G Standalone beziehungsweise zu eingesetzten Frequenzen aus dem C-Band sind im Breitbandatlas nicht enthalten.