Fernsteuerung nur in Notfällen vorgesehen

Ein entsprechendes Konzept hat das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) im Juni 2019 in Berlin gezeigt. In Schweden gibt es solche Versuche mit automatisierten Lastwagen.

Stellenmarkt
  1. Data Engineer (m/f/d)
    Lidl Digital, Berlin, Neckarsulm
  2. Mitarbeiter für die Funktionsstelle IT-Prozesse (m/w/d)
    Medizinischer Dienst Niedersachsen, Hannover
Detailsuche

Doch im Falle von Fokus ermöglichte die Fernsteuerung nur eine geringe Geschwindigkeit von 5 km/h. "Es geht wirklich nur darum, durch diesen Bereich durchzukommen, damit wir nicht den Verkehr blockieren", erläuterte damals Forschungsgruppenleiter Oliver Sawade.

Gesetz verbietet direkte Eingriffe

Auch das neue Gesetz für autonomes Fahren nach Stufe 4 sieht ausdrücklich vor, dass die Fahrzeuge aus der Ferne überwacht werden müssen. Allerdings lässt das Gesetz es gerade nicht zu, dass die Aufsicht die Fahraufgabe aus der Ferne übernehmen kann.

Stattdessen muss das Fahrzeug in der Lage sein, seine Systemgrenzen selbst zu erkennen und sich in einen "risikominimalen Zustand" versetzen zu können. Die sogenannte technische Aufsicht darf lediglich den Betrieb des Fahrzeugs deaktivieren oder vom Fahrzeug vorgeschlagene alternative Fahrmanöver freigeben. Das ist jedoch nicht erlaubt, wenn diese nicht dem Straßenverkehrsrecht entsprechen oder die Verkehrssicherheit gefährden.

Regulatorisches Erfordernis

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
  2. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    21.–24. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

In diesem Zusammenhang ergeben sogar die Tests von Vodafone und Sony in Aldenhoven Sinn. Denn das Gesetz schreibt vor, dass die autonomen Autos nur betrieben werden dürfen, "wenn ausreichend stabile und vor unautorisierten Eingriffen geschützte Funkverbindungen" vorhanden sind. Laut Vodafone-Sprecher Tobias Krzossa geht es auf der Strecke beispielsweise darum, die Stabilität der Verbindung unter verschiedenen Konfigurationen oder beim Wechsel zwischen Basisstationen zu testen. Auf Nachfrage konnte Sony allerdings nicht angeben, welcher Datendurchsatz für den Test tatsächlich genutzt wurde.

Die gesetzlich vorgeschriebene Fernüberwachung der Fahrzeuge ist derzeit allerdings weniger ein technisches als ein regulatorisches Erfordernis. Denn das Gesetz muss den Vorgaben des sogenannten Wiener Übereinkommens entsprechen. Diese internationale Vereinbarung zum Straßenverkehr erlaubt seit dem März 2016 die Zulassung hoch- und vollautomatisierter Fahrzeuge. Nach Auffassung der Regierung sieht das Übereinkommen aber vor, dass eine Übersteuerung solcher Fahrzeuge zumindest in Form einer Deaktivierung möglich sein muss.

Schlechte Alternative zum autonomen Fahren

Der Zwang zur Fernüberwachung könnte daher entfallen, wenn internationale Vereinbarungen künftig autonome Autos ohne jede menschliche Eingriffsmöglichkeiten zuließen. In diesem Zusammenhang könnte dann auch geregelt werden, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Teleoperator ein Fahrzeug durch den öffentlichen Verkehr steuern darf.

Eine solche Möglichkeit ist aufgrund der damit verbundenen Risiken hoffentlich noch in weiter Ferne. Als Alternative für den Fall, dass das autonome Fahren selbst in fünf bis zehn Jahren noch nicht serienreif ist, scheint die Fernsteuerung ebenfalls fragwürdig. Denn anstatt aus dem Homeoffice ein Taxi permanent zu überwachen, kann sich der Fahrer auch gleich selbst hineinsetzen. Dann kann er am Flughafen den Passagieren sogar noch dabei helfen, den Koffer einzuladen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Vodafone und Sony: Der (Alb)-Traum vom ferngesteuerten Taxi
  1.  
  2. 1
  3. 2


Bolzkopf 09. Jan 2022 / Themenstart

... hätten hier ja eine neue, zivile, Beschäftigungsmöglichkeit. Aber wäre es nicht...

MountWalker 09. Jan 2022 / Themenstart

Sein Argument ist, dass nicht jedes wartende Taxi einen mit ihm wartenden Fahrer...

bw71236196231 07. Jan 2022 / Themenstart

Wenn der Fahrer nur annähernd so fährt wie ich in GTA, dann möchte ich nicht der Fahrgast...

bw71236196231 07. Jan 2022 / Themenstart

Das fernsteuern von anderen Fahrzeugen ist bereits bewiesen. Siehe Drohnen, Flugzeuge...

Genie 06. Jan 2022 / Themenstart

Willkommen bei Golem. Faktenwissen wurde schon lange durch Marketingabteilungen ersetzt.

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Musterfeststellungsklage
Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
Artikel
  1. Digitalminister Wissing: Jedes Funkloch hat seine eigene Geschichte
    Digitalminister Wissing
    "Jedes Funkloch hat seine eigene Geschichte"

    Digitalminister Wissing will den Weg zur Klimaneutralität mit digitalen Angeboten attraktiv machen. Das gilt vor allem für die Mobilität.

  2. Streaming: Discovery+ startet im Sommer in Deutschland
    Streaming
    Discovery+ startet im Sommer in Deutschland

    Sky-Q-Abonnenten sollen Discovery+ ein Jahr lang kostenlos nutzen können, sobald das Abo in Deutschland im Sommer startet.

  3. Open Source: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden
    Open Source
    "Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden"

    Die E-Mail eines großen Konzerns an den Entwickler von Curl zeigt wohl eher aus Versehen, wie problematisch das Verhältnis vieler Firmen zu Open-Source-Software ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • RX 6900XT 16 GB für 1.495€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Alternate (u.a. Razer Gaming-Maus 39,99€) • RX 6800XT 16GB 1.229€ • Corsair 16GB DDR4-4000 110,64€ • 10% auf Gaming bei Ebay (u. a. Gigabyte 34" Curved UWQHD 144Hz 429,30€) • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /