Abo
  • Services:
Anzeige
Behörden haben in manchen Staaten direkten Zugriff auf das Vodafone-Netz.
Behörden haben in manchen Staaten direkten Zugriff auf das Vodafone-Netz. (Bild: Rupak De Chowdhuri/Reuters)

Vodafone-Transparenzbericht: Staaten verlangen kompletten Netzzugang

Der Mobilfunkkonzern Vodafone startet eine Transparenzoffensive. Auf umfangreiche Weise erläutert er die Kooperation mit den Ermittlungsbehörden in 29 Ländern. Mehr als 23.000 Anschlüsse in Deutschland wurden 2013 überwacht.

Anzeige

Der Mobilfunkkonzern Vodafone hat detailliert die Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden in 29 Ländern aufgelistet. Dabei räumte er einen teilweise direkten Zugriff der Behörden ein: "In einer geringen Zahl von Staaten schreibt das Gesetz vor, dass bestimmte Dienste und Behörden einen direkten Zugang zu den Telekommunikationsnetzen haben müssen und damit jede Art von operativer Kontrolle über die gesetzmäßige Überwachung auf Seiten des Betreibers umgehen", heißt es in der Stellungnahme. In diesen Staaten gebe es keinerlei Abhöranfragen an Vodafone, da die entsprechenden Dienste ohnehin einen direkten Zugriff auf die Kommunikation hätten. In Deutschland seien im vergangenen Jahr mehr als 23.000 Anschlüsse von Vodafone-Kunden durch die Behörden überwacht worden, sagte ein Sprecher auf Anfrage von Golem.de.

Dem britischen Guardian zufolge ist Vodafone verpflichtet, in sechs Ländern direkten Zugriff zu gewähren. In Albanien, Ägypten, Ungarn, Indien, Katar, Malta, Rumänien, Südafrika und der Türkei sei es nicht erlaubt, Informationen zu den Abhörmaßnahmen zu veröffentlichen. In den meisten Staaten behält Vodafone nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über die Infrastruktur zur Überwachung. Zudem sei es nicht möglich, dass die Behörden eines Landes auf das Netz eines anderen Staates zugreifen könnten. Vodafone räumte ein, dass mehrere Länder die Herausgabe von Schlüsseln verlangen können, die der Netzbetreiber selbst zur Verschlüsselung von Daten verwendet. Auf Schlüssel, die ein Nutzer beispielsweise per PGP auf seinen eigenen Geräten zur Verschlüsselung nutzt, sei hingegen kein Zugriff möglich.

Vodafone-Sprecher Alexander Leinhos verwies auf Anfrage darauf, dass es in Deutschland keinen automatisierten Zugriff der Behörden auf das Netz gebe. Zudem speichere Vodafone in Deutschland keine IP-Adressen, so dass im Falle der Redtube-Abmahnungen Vodafone im Gegensatz zur Deutschen Telekom keine Daten hätte herausgeben können. Auf anderen Gebieten seien die Zahlen allerdings mit denen der Telekom vergleichbar. Der Bonner Konzern hatte Anfang Mai einen Transparenzbericht veröffentlicht.

Internationale Vergleiche schwierig

International sei es generell schwierig, die Daten der Behördenzugriffe zu vergleichen, sagte Leinhos. In manchen Staaten würden die Durchsuchungsbeschlüsse gezählt, in anderen dagegen die davon betroffenen Personen oder Anschlüsse. Einer Aufstellung des Guardian zufolge musste Vodafone in Frankreich im vergangenen Jahr lediglich in drei Fällen Daten herausgeben, in Italien hingegen mehr als 600.000-mal.

Vodafone gilt als der zweitgrößte Mobilfunktbetreiber der Welt und verfügt nach eigenen Angaben über eigene Netze in 21 Staaten sowie Kooperationen in 40 weiteren Ländern.

Nachtrag vom 6. Juni 2014, 14:05 Uhr

Nach Angaben von Vodafone gab es im vergangenen Jahr in Deutschland 23.582 Anfragen zur Überwachung von Anschlüssen. In 51.824 Fällen musste das Unternehmen sogenannte Verkehrsdatensätze herausrücken. Die Bestandsdaten von Teilnehmern wollten die Behörden 28.642-mal wissen.

Zum Vergleich: Die Anzahl der überwachten Anschlüsse bei der Telekom belief sich im vergangenen Jahr auf 49.796. Insgesamt 436.331 Verkehrsdatensätze wurden abgefragt. Die Zahl der Auskünfte über Teilnehmerbestandsdaten betrug 28.162.


eye home zur Startseite
Moe479 08. Jun 2014

also jetzt sind die kleingeister schuld, dass z.b. die afd oder andere zulauf haben und...

Anonymer Nutzer 07. Jun 2014

Seit ich kein Handy mehr habe, befinde ich mich ausserhalb der Überwachung welche durch...

Hasenhirn 06. Jun 2014

Solange es nur um eine "Bereichsvermittlung" geht, sollte dies ausreichen um "Meinungen...

Hasenhirn 06. Jun 2014

Hier kann man noch hinzufügen, das die Arbeit und die Arbeitsweise - auch wenn ich sie...

wire-less 06. Jun 2014

Wir wählen ja leider immer die "Ich regle alles" - Parteien. "Mehr Staat wagen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Stuttgart
  2. Hauni Primary GmbH, Schwarzenbek
  3. Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen (bei Stuttgart)
  4. über Hanseatisches Personalkontor Rhein-Neckar, Mannheim


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-78%) 8,99€
  2. ab 129,99€

Folgen Sie uns
       


  1. HP Elite Slice im Kurztest

    So müsste ein Mac Mini aussehen!

  2. Neuralink

    Elon Musk will Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln

  3. Neue Rotorblätter

    Hubschrauber könnten bald viel leiser fliegen

  4. Microsofts Project Torino

    Programmieren für sehbehinderte Kinder

  5. Activision

    Mehr als Hinweise auf Destiny 2 und neues Call of Duty 14

  6. Amazon Go

    Kassenloser Supermarkt scheitert im Praxistest

  7. WLAN-Störerhaftung

    Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?

  8. Pannen-Smartphone

    Samsung will Galaxy Note 7 zurückbringen

  9. WatchOS 3.2 und TVOS 10.2

    Apple Watch mit Kinomodus und Apple TV mit fixem Scrollen

  10. Apple

    MacOS Sierra 10.12.4 mit Nachtschicht-Modus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Technik-Kritiker: Jaron Lanier will Facebook zerschlagen
Technik-Kritiker
Jaron Lanier will Facebook zerschlagen
  1. Dieter Lauinger Minister fordert Gesetz gegen Hasskommentare noch vor Wahl
  2. Messenger Facebook sagt "Daumen runter"
  3. Let's Play Facebook ermöglicht Livevideos vom PC

Mass Effect Andromeda im Test: Zwischen galaktisch gut und kosmischem Kaffeekränzchen
Mass Effect Andromeda im Test
Zwischen galaktisch gut und kosmischem Kaffeekränzchen
  1. Mass Effect Andromeda im Technik-Test Frostbite für alle Rollenspieler
  2. Mass Effect Countdown für Andromeda
  3. Mass Effect 4 Ansel und Early Access für Andromeda

D-Wave: Quantencomputer oder Computer mit Quanteneffekten?
D-Wave
Quantencomputer oder Computer mit Quanteneffekten?
  1. IBM Q Qubits as a Service
  2. Rechentechnik Ein Bauplan für einen Quantencomputer

  1. Re: Sand einfüllen

    1ras | 11:57

  2. Re: RFID

    sky_net | 11:57

  3. Re: Flüchtige Speicher

    slashwalker | 11:57

  4. Re: Nobles Vorhaben

    BNO | 11:57

  5. Re: Das hat man auch vom Transrapid gesagt

    frankietankie | 11:55


  1. 12:02

  2. 11:51

  3. 11:46

  4. 11:35

  5. 10:15

  6. 09:45

  7. 09:30

  8. 08:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel