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Vodafone, Tele Columbus: Telekom will TV-Kabelnetze abschalten, nur nicht das eigene

Die Deutsche Telekom ist in Österreich Kabelnetz-Betreiber. Sie verrät Golem, warum sie in Deutschland das Kabelnetz abgeschaltet haben will.
/ Achim Sawall
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Rodrigo Diehl, Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich, im Jahr 2023 (Bild: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann)
Rodrigo Diehl, Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich, im Jahr 2023 Bild: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann

Die Deutsche Telekom fordert in Deutschland eine Gleichbehandlung: Wenn das alte DSL-Kupfernetz abgeschaltet werde, um den Umstieg auf Glasfaser (FTTH) zu befördern, müsse dies auch für das Kabelnetz gelten, da dieses ebenfalls auf Kupfertechnologie basiert und deutlich mehr Strom verbraucht als reine Glasfaser. Doch ihr eigenes Kabelnetz nimmt sie davon aus.

Die Bundesnetzagentur hat im Januar 2026 ein konkretes Regulierungskonzept vorgelegt, das den Übergang vom alten Kupfernetz (DSL) zur Glasfaser (FTTH) steuern soll. Dabei ist das Koaxialnetz ausgenommen, wogegen die Telekom energisch opponiert.

In ihrer Unternehmenspräsentation 2025 (PDF) erklärte die Telekom(öffnet im neuen Fenster) auf Seite 18 sogar, es gebe mehr als 20 Millionen Haushalte, die sie in Deutschland und Europa mit Glasfaser versorge. In der Fußnote dazu wird erklärt, dass sie unter Glasfaserversorgung in Europa auch ihr TV-Kabelnetz in Österreich einberechne: "DE: FTTH inklusive Joint Ventures; EU: FTTH/B & Docsis 3.1 (1 GBit/s) inklusive eigene, finanzierte und mit Partnern ausgebaute Netze, aber exklusive Wholebuy."

Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria hatte im Dezember 2017 für 1,9 Milliarden Euro den Kabelnetzbetreiber UPC Austria gekauft.

Diehl: Diskussion über die Technologie führe zu nichts

Auch Rodrigo Diehl, früherer Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich und neuer Deutschlandchef der Telekom, lobte das eigene Netz im März 2024 in einem Bericht des Standard. Auf die Frage, warum Magenta in vielen Bereichen noch immer auf Koaxialkabel setze, sagte Diehl(öffnet im neuen Fenster): "Weil die Technologie Gigabit-fähig ist." Diese Diskussion über die Technologie führe zu nichts, "wir sollten über die tatsächlichen Geschwindigkeiten in den Wohnungen der Menschen reden", forderte er weiter.

Schon im August 2023 erklärte Diehl ebenfalls dem Standard(öffnet im neuen Fenster): "Heute haben wir 1,5 Millionen HFC-Haushalte (Hybrid Fiber Coaxial). Das sind Häuser mit Glasfaseranbindung, wo die letzte Meile aber ein Koaxial-Kabel ist. Diese Technologie ist gigabitfähig, die USA setzen sehr stark darauf. Bis 2030 wollen wir 200.000 weitere Häuser mit dieser Technologie anschließen."

Kennt die Telekom Zahlen zu den Nodes der Konkurrenz?

Doch dies begründet die Telekom mit qualitativen Unterschieden zwischen ihrem Netz in Österreich und den Kabelnetzen von Tele Columbus und Vodafone in Deutschland. Telekom-Sprecherin Nicole Schmidt sagte Golem am 13. Februar 2026: "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Denn der entscheidende Unterschied ist: In das Kabelnetz in Deutschland ist nicht investiert worden. So sind in Deutschland im Kabelnetz durchschnittlich deutlich mehr Breitbandkunden pro Node angebunden als in anderen europäischen Kabelnetzen, die mit hohen Investitionen modernisiert wurden. Dort beträgt die Zahl der Breitbandkunden pro Node nur die Hälfte, teils sogar nur ein Viertel des deutschen Wertes."

Dies wirke sich auf die Qualität aus. In Stoßzeiten wie in den Abendstunden können deutsche Kabelkunden deutliche Netzbeeinträchtigungen spüren. "Für den zu erwartenden Anstieg der Datenvolumina ist das kein gutes Rüstzeug, auch wenn Kabel bei den Kundinnen und Kunden als technologieoffene Gigabitanschlüsse vermarktet werden", sagte Schmidt.

Koaxialkabel und Telekom-Klingeldraht

Tatsächlich besteht das Kabelnetz auch in großen Teilen aus Kupfer, weshalb man von Hybrid-Fibre-Coax-Netzen (HFC) spricht. Die Zuleitungen zu den Haushalten werden über Koaxialkabel realisiert, dies sind aber bessere Kupferkabel als die der Telekom. Koaxialkabel sind dicker, haben eine dickere Isolierung und eine bessere Abschirmung. Koaxialnetze können daher mit den Kabelnetzstandards 3.1 und 4.0 sehr viel höhere Datenraten als das Vectoring im Kupfernetz der Telekom bieten, wo bei 250 MBit/s meist der Höchstwert erreicht ist. Allerdings müssen sich alle Kabelnetzkunden die Kapazität in einem Node teilen. Daher ist zutreffend, dass weniger Haushalte an einem Node gut für die Nutzer sind.

Rein rechnerisch hängen bei Vodafone laut früheren Angaben vom Januar 2023 500 Haushalte an einem Node und teilen sich die Gesamtkapazität von 1 GBit/s.


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