Vodafone, Orange, Telefónica: Telekom redet von Übernahme europäischer Konkurrenten
Die Deutsche Telekom habe sich "eine Ausgangssituation erarbeitet, um eine europäische Konsolidierung aktiv zu betreiben" . Das sagte Konzernchef Tim Höttges am 13. August 2020 im Conference Call mit Journalisten(öffnet im neuen Fenster) zu den Quartalsergebnissen. Er betonte aber eindeutig, dass es sich hier um "theoretische Möglichkeiten" handele.
Dafür müssten die politischen Rahmenbedingen geschaffen werden. Zu einer Fusion mit Orange in Frankreich gab es jedoch 2019 schon ein Planspiel bei der Telekom .
Noch im Jahr 2014 sei die Telekom von der Marktkapitalisierung her deutlich kleiner als Vodafone, Orange oder Telefónica gewesen, rechnete Höttges vor. Mit einem Börsenwert von 73,3 Milliarden Euro sei die Telekom nun die Nummer eins unter Europas Telekommunikationskonzernen. "Dies schützt uns auch vor Übernahmen" , erklärte Höttges.
Die Telekom hat sogar das Ziel einer Börsenkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich erreicht. "Die Schwelle von 100 Milliarden Euro adressieren wir, wenn der US-Deal mit Sprint durchkommt" , sagte Höttges im November 2019 zur Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) . Inzwischen ist Sprint ein Teil des Telekom-Konzerns, die Marke ist in den USA fast verschwunden.
Telekom: Führung auch bei 5G angestrebt
Dass der europäische Mobilfunkmarkt zu viele Anbieter und eine Konsolidierung brauche, sagte Höttges auch im Februar 2020 im Interview mit RTL und N-TV(öffnet im neuen Fenster) . "In Europa haben wir 110 Mobilfunkanbieter, und da zähle ich die Telekom nur einmal, obwohl wir in zwölf Märkten vertreten sind." Der Markt müsse sich gesundschrumpfen, damit Unternehmen wettbewerbsfähig blieben.
Auch bei 5G will die Telekom die Führung: Höttges sagte am 13. August: "Für die 5G-Netzführerschaft in Deutschland haben wir in den vergangenen Wochen rund 18.000 Antennen ins Live-Netz integriert. Insgesamt verfügen wir derzeit über 30.000 5G-Antennen. Bis Ende des Jahres werden wir unseren Kunden in 20 der größten Städte zudem Höchstgeschwindigkeiten auf dem 3,6-GHz-Frequenzband ermöglichen." Auf dem europäischen Kontinent werde weiter in 5G investiert: In den Niederlanden sei eine komplette Abdeckung bis Jahresende das Ziel. In Österreich und Polen habe die Telekom "einen beachtlichen Start hingelegt" , erklärte der Konzernchef.
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