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Vodafone Italia (Swisscom) und TIM: Zwei Mobilfunkbetreiber machen RAN Sharing

Nach längerem Rätselraten ist jetzt klar: Swisscom und TIM machen Multi-Operator Core Network (MOCN) für 5G .
/ Achim Sawall
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Mobilfunknetz von TIM (Bild: TIM)
Mobilfunknetz von TIM Bild: TIM

Die Mobilfunkbetreiber Vodafone Italia (Swisscom) und TIM wollen sich neue 5G-Netzkapazität in Italien teilen. Wie die Swisscom am 7. Januar 2026 erklärte(öffnet im neuen Fenster) , will man den Ausbau der 5G-Abdeckung für Gemeinden mit weniger als 35.000 Einwohnern vorantreiben und die Netze dann gegenseitig öffnen. Laut TIM handelt(öffnet im neuen Fenster) es sich um RAN Sharing.

Jeder Betreiber wird für den Netzausbau in zehn Regionen verantwortlich sein, so dass bis Ende 2028 ein Netz mit etwa 15.500 Standorten pro Betreiber entsteht. Das RAN (Funkzugangsnetz) wird dann gegenseitig geöffnet. Laut Swisscom lässt sich damit die 5G-Abdeckung in dünn besiedelten und unterversorgten Gebieten schneller ausweiten.

Swisscom-Sprecher Sepp Huber sagte Golem auf Anfrage: "Es ist kein National Roaming. Das gewählte Modell ist ein Multi-Operator Core Network. Die Kernnetze bleiben vollständig getrennt. Die Frequenzen werden nicht gepoolt, so dass jeder Betreiber seinen eigenen Teil des Spektrums nutzen wird."

Was Multi-Operator Core Network bedeutet

Multi-Operator Core Network bedeutet, dass sich zwei oder mehr Anbieter eine Mobilfunk-Sendeanlage teilen. Über eine Antennenanlage werden mittels mehrerer Netzkennungen die Kunden der kooperierenden Anbieter bedient. Dabei geht es um aktives Sharing.

Eine ähnliche Vereinbarung hatten Deutsche Telekom und Vodafone im März 2022 für rund 2.000 graue Flecken geschlossen. Ein grauer Fleck ist eine Gegend, in dem die Bewohner von lediglich einem Mobilfunkanbieter versorgt werden. Verabredet wurde die Zusammenarbeit im Februar 2020 für 4.000 Antennenstandorte. Danach folgten Gespräche mit dem Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur. Bei dem deutschen Modell teilen Vodafone und Telekom aber auch ihre Mobilfunkspektren. Die Kooperation beschränkt sich allerdings auf LTE bei 800 MHz.

Die Vereinbarung in Italien ist noch vorläufig und muss vom Wirtschaftsministerium, der Wettbewerbsbehörde (AGCM) und der Kommunikationsbehörde (AGCom) des Landes erst genehmigt werden. Man erwartet eine gültige Vereinbarung aber bereits im zweiten Quartal 2026.

Swisscom hatte im März 2024 vereinbart, Vodafone Italia zu einem Preis von acht Milliarden Euro zu kaufen . Swisscom wird Vodafone Italia mit seinem italienischen Festnetzbereich Fastweb zu einem "konvergenten Anbieter" zusammenlegen.


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