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Vodafone: EU-Kommission wird Unitymedia-Verkauf wohl zustimmen

Das Zusammengehen von Vodafone und Unitymedia dürfte nach Zugeständnissen doch noch die Zustimmung der EU-Kommission erhalten. Damit erwächst der Telekom ein mächtiger Festnetzgegner.
/ Achim Sawall
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Der Deal im Kabelnetz kommt wohl doch. (Bild: Vodafone Deutschland)
Der Deal im Kabelnetz kommt wohl doch. Bild: Vodafone Deutschland

Vodafone wird voraussichtlich die kartellrechtliche Genehmigung der EU für den 22-Milliarden-Dollar-Kauf der Kabelnetze von Liberty Global in Deutschland und Mitteleuropa erhalten, nachdem es im Mai Konzessionen angeboten hat. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise. Die EU-Kommission hat bis zum 23. Juli Zeit, um über die Übernahme zu entscheiden.

Die Wettbewerbsbehörde und Liberty Global lehnten eine Stellungnahme an Reuters ab. Vodafone reagierte nicht auf eine Anfrage nach einem Kommentar.

Im Rahmen des EU-Verfahrens hatte Vodafone eine Vereinbarung über die Öffnung des fusionierten Kabelnetzes für Telefónica Deutschland vorgestellt .

Durch den Zugang zum Kabelnetz kann Telefónica Deutschland sein bundesweites Angebot mit Internet im Festnetzbereich deutlich ausbauen. Vodafone vermietet an Telefónica aber ausschließlich Kabelanschlüsse mit Geschwindigkeiten von maximal 300 MBit/s.

Damit würde es im Festnetz erstmals einen bundesweiten Konkurrenten zum Vectoring-Angebot der Deutschen Telekom geben. Durch Docsis 3.1 ist das Kabelnetz zudem in der Lage, Gigabitdatenraten anzubieten, was selbst mit Super-Vectoring nicht möglich ist.

Bei einer gemeinsamen Marktbeherrschung des künftigen Vodafone-Kabelnetzes inklusive Netzzugang von Telefónica und Deutscher Telekom verbleibe kaum mehr Potenzial für einen FTTB-/FTTH-Ausbau in diesen Gebieten, hatte der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) erklärt . Dies würde vor allem lokal und regional tätige, mittelständische Unternehmen gefährden, die den Glasfaserausbau vorantrieben. Für einen eigenwirtschaftlich realisierten, rentablen Glasfaserausbau bliebe somit praktisch kein Raum mehr. Die für Breitband-Internet ausgebauten Kabelgebiete würden so auf Jahre zur "Glasfaser-Diaspora" .


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