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Vodafone-Chef: USA schadet mit Huawei-Ausschluss nur Europa

Europa verschwendet mit der Sicherheitsdebatte um Huawei und 5G laut dem Vodafone-Chef kostbare Zeit. Das nützt am Ende nur den USA sowie China und behindert den Netzausbau in Europa.
/ Achim Sawall
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Vodafone-Konzernchef Nick Read (links) mit etwas unglücklichem Nokia-Chef (Bild: Vodafone Group)
Vodafone-Konzernchef Nick Read (links) mit etwas unglücklichem Nokia-Chef Bild: Vodafone Group

Die einzige Region, der ein Ausschluss von Huawei schade, sei Europa. Das sagte(öffnet im neuen Fenster) Vodafone-Konzernchef Nick Read auf der Veranstaltung 5G Game Changers(öffnet im neuen Fenster) in Brüssel, an der Mitglieder des Europäischen Parlaments und der Konzernchef von Nokia, Rajeev Suri, teilnahmen. "Sie müssen verstehen, dass sie in den USA Huawei nicht verwenden und China ist eine Größe für sich. Die einzige Region, die davon wirklich stark beeinträchtigt wird, ist Europa."

"Hindern Sie Europa nicht, voranzukommen" , sagte er an die Politiker gewandt. Dies sei im Grunde das, was die 5G-Sicherheitsdiskussion bewirke.

Der Konzernchef forderte die europäischen Gesetzgeber auf, sich an einen "herstellerunabhängigen" Ansatz zu halten, der die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE genauso behandele wie die europäischen Firmen Ericsson und Nokia. "Wir müssen über mehr Vielfalt nachdenken, anstatt die Optionen einzuschränken."

Im Januar schränkte Vodafone die Nutzung von Huawei-Produkten in seinem Core-Netzwerk ein, weil es laut Read zu dieser Zeit viel "Lärm" um den Ausrüster gegeben hat. Die Deutsche Telekom schließt aktuell gar keine neuen Verträge mehr mit Anbietern von 5G-Netzausrüstung ab. Wegen der anhaltenden politischen Debatte in Deutschland warte man, bis Klarheit herrsche, ob Huawei doch noch ausgeschlossen werde.

Read warnte, europäische Technologiearbeitsplätze würden verloren gehen, wenn Unternehmen keinen herstellerunabhängigen Ansatz für 5G verfolgen dürften. "Das ist Wettbewerb. Wir müssen unsere IKT- und digitalen Fähigkeiten stärken."

"Wir müssen dieses Zeitfenster nutzen, um gegen die USA und China anzutreten, oder es schließt sich" , sagte Read weiter. Schließlich würden als Folge Arbeitsplätze und Chancen in die USA und nach China verlagert.


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