Vodafone: Anzahl der DSL-Anschlüsse geht nach unten

Vodafone verzeichnet in seinem DSL-Geschäft einen Rückgang. Das sagte Vodafone-Sprecher Johannes Fuxjäger Golem.de auf Anfrage. Bisher hatte der Netzbetreiber hierzu in seinen Quartalsberichten Angaben gemacht, in dem am 2. Februar 2022 vorgelegten Bericht jedoch nicht.
"Unser DSL-Geschäft ist geprägt von der Migration von DSL auf Kabel, da wir wo immer möglich den Kunden bevorzugt auf unserer eigenen Infrastruktur bedienen möchten – von daher geht die Anzahl unserer berichteten DSL-Anschlüsse nach unten. Der überwiegende Teil des Rückgangs ist allerdings eine Migration auf das Kabelnetz" , erklärte Fuxjäger. Angaben zum Umfang des Rückgangs und zum gegenwärtigen Kundenbestand machte er nicht.
Vodafone verfügt über kein eigenes DSL-Netz und bietet wie Telefónica die Anschlüsse im Netz des Konkurrenten Deutsche Telekom an.
Kontingentvertrag für Kupferanschlüsse von der Telekom
Seit dem Jahr 2013 bezieht Vodafone in einem Kontingentvertrag Kupferanschlüsse von der Telekom, die sie an seine Endkunden weitervermarktet. Vodafone versucht jedoch zunehmend, die Kunden in sein eigenes Kabelnetz zu holen. Im Dezember 2020 hatten die Telekom und Vodafone einen Vertrag über eine weitere Zusammenarbeit im Festnetz unterzeichnet. Die Telekom gewährte Vodafone weiter Zugang zu ihrem VDSL-/Vectoring-Netz und erweiterte die Nutzung auf bestehende und zukünftige FTTH-Glasfasernetze. Der Vertrag hatte eine Laufzeit von zehn Jahren.
Die Anmietung der TAL vom Kabelverzweiger (KVz) am Straßenrand ist für Vodafone, 1&1 und Telefónica ein gutes Geschäft, jedoch nach Angaben von Branchenexperten nur zusammen mit der Vermarktung weiterer eigener Bausteine. Die Telekom hatte im Januar bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der Preise für die Anmietung der (V)DSL-Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von 7,05 Euro (2019) auf 8,25 Euro pro Monat beantragt .