VMware: Ingram Micro kappt Geschäftsverbindungen zu Broadcom

Seit der Übernahme von VMware im November 2022 durch den Halbleiterhersteller Broadcom für rund 69 Milliarden US-Dollar sind viele Kunden und bisherige Partner verärgert. Jetzt kündigte mit Ingram Micro einer der weltweit größten IT-Distributoren an, seine Geschäfte mit VMware stark reduzieren zu wollen, berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster) .
Ingram Micro werde im kommenden Jahr nicht mehr mit Broadcom und mit der Tochtergesellschaft VMware nur noch in ausgewählten Gegenden zusammenarbeiten, so die britische Webseite.
In einer an The Register gesandten Stellungnahme teilte der Distributor mit, dass man keine Vereinbarung mehr mit Broadcom habe treffen können. Ab Anfang Januar 2025 werde man daher keine Geschäfte mehr mit Broadcom machen und auch mit VMware nur noch in geringerem Umfang zusammenarbeiten.
Broadcom nennt andere Prioritäten
Die VMware-Muttergesellschaft verwies in einem Statement, das dem Onlinemagazin Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) vorliegt, auf seine eigenen, "sich entwickelnden Geschäftsprioritäten" und darauf, dass "die Notwendigkeit eines strafferen und gezielteren Vertriebsnetzes die Änderung erforderlich" gemacht habe.
Anfang Dezember wurde bereits bekannt, dass VMware unter anderem wegen der von Broadcom seit der Übernahme durchgesetzten Preiserhöhungen einen Großkunden in Großbritannien mit rund 20.000 virtuellen Maschinen verloren hat . Das Unternehmen Beeks Group setzt nun stattdessen auf die alternative Plattform Opennebula.
Offener Brief an die EU
In einem auf den 8. November 2024 datierten offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) (PDF) an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zudem der Bundesverband der IT-Anwender Voice e. V. "das missbräuchliche Marktverhalten von Broadcom und seiner Tochter VMware kritisiert und die Kommission gebeten, dieses Anwender schädigende Verhalten zu unterbinden" .
Im Zuge der Übernahme durch Broadcom habe VMware sein Lizenzmodell auf ein Cloud-Abomodell umgestellt. Außerdem diktiere das Unternehmen seinen Kunden jetzt Lizenzbedingungen, "die ihnen gravierende Nachteile und erhebliche Kostensteigerungen" einbrächten, führt der Verband in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) vom 11. November 2024 weiter aus.
Teilweise handele es sich um "Preiserhöhungen von mehreren 100 Prozent" . Außerdem hätten Broadcom und VMware neue Kundenkategorien eingeführt, die den Zugang zu Services entweder einschränkten oder "enorm verteuerten" . Man überlege sich daher nun, rechtliche Schritte gegen Broadcom und VMware einzuleiten.



