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VLC-Player 2.2.0: Rotation, Addons-Verwaltung und digitale Kinofilme

Der VLC-Player kann in Version 2.2.0 digitale Kinofilme im DCP-Formate abspielen. Zudem werden Videos automatisch rotiert, der Blu-ray-Support ist erweitert worden, und die Addons können leichter verwaltet werden. Das Team hat auch einen häufigen Fehler beim Darstellen von bestimmten Porno-Filmen behoben.
/ Sebastian Grüner
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VLC 2.2.0 ist erschienen, (Bild: VLC)
VLC 2.2.0 ist erschienen, Bild: VLC

Fast ein Jahr später als ursprünglich geplant(öffnet im neuen Fenster) ist der VLC-Player 2.2.0 alias Weatherwax(öffnet im neuen Fenster) erschienen. Das sei natürlich ein viel zu langer Zeitraum, wie einer der Hauptentwickler, Jean-Baptiste Kempf, auf der diesjährigen Fosdem sagte. Dafür habe das Team viele Fehler beheben und die wichtigsten Bibliotheken ausgiebig testen können. Immerhin werden letztere bereits als Basis für die mobilen Versionen eingesetzt.

Eine der wichtigsten neuen Funktionen ist Kempf zufolge die automatische Videorotation. Bisher sorgte das Abspielen von Videos, die etwa mit Smartphones aufgenommen wurden und unterschiedliche Ausrichtungen haben, für Probleme, worüber sich etwa Linus Torvalds öffentlichkeitswirksam beschwerte(öffnet im neuen Fenster) . Die Rotation wird mit Hilfe der Metadaten der Videos ausgeführt und ist sofern auch GPU-beschleunigt möglich. Unter Linux ist dies wohl aber noch mit Schwierigkeiten verbunden.

Schon sehr lange lässt sich der VLC-Player über Addons erweitern, dazu existiert sogar eine eigene Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Besonders viele Anwender scheint das Team damit aber nicht erreicht zu haben. Wohl auch deshalb steht in der Anwendung nun eine leicht erreichbare Addons-Verwaltung bereit.

Für (Heim-)Kino und Pornos

Von dem freien Mediaplayer wird nun auch das Format Digital Cinema Package (DCP)(öffnet im neuen Fenster) unterstützt. Dieses wird hauptsächlich zur Projektion aktueller Filme in Kinos verwendet. Die gesamten Dateien umfassen üblicherweise mehrere Hundert Gigabyte Daten, sodass Verleiher oft Festplatten mit den Filmen darauf an die Kinos vertreiben. Das Entschlüsseln von geschützten DCP-Dateien ist ebenfalls möglich. Dafür müssen Anwender allerdings über den richtigen Schlüssel verfügen.

Wird der Player zum Abspielen von Blu-ray-Discs verwendet, kann nun auch eine Region gewählt werden, und das Menü wird in der bevorzugten Sprache angezeigt. Außerdem ist eine Navigation möglich, sofern dies auf der Dics nach dem Standard BD-J(öffnet im neuen Fenster) umgesetzt ist. Fast alle Discs, die dieses System verwenden, sollten sich nun problemlos darstellen lassen.

In seinem Vortrag erklärte Kempf auch die Hintergründe zu den eher unscheinbaren Umbauarbeiten am Demuxer für ASF- und WMV-Dateien. Die Verbesserungen betreffen insbesondere das Suchen in den Dateien. Kempf sagte dazu, dass wohl verschiedene Produzenten von Pornofilmen den gleichen Encoder für dieses Format benutzten. Dies führte bei Anwendern dazu, dass bei einer Suche in der Datei lediglich ein graues Einzelbild angezeigt worden sei, "was ja offensichtlich nicht gewollt ist" . Das Problem sei nun behoben.

Verbesserte Hardwarebeschleunigung

Mit dem Begriff Zero-Copy(öffnet im neuen Fenster) wird der direkte Zugriff auf bestimmte Speicherbereiche und damit verbundene Operationen beschrieben. Der VLC-Player nutzt dieses Konzept nun für verschiedene Grafikschnittstellen, sodass für GPU-Operationen keine Umwege mehr über die CPU notwendig sein werden. Genutzt werden kann dies zum Dekodieren via VDPAU(öffnet im neuen Fenster) , Mediacodec(öffnet im neuen Fenster) in Android sowie MMAL. Letzteres ist eine spezielle API von Broadcom für die Videocore-Prozessoren, wie sie unter anderem im Raspbery Pi verbaut sind.

Unter Android können Videos nun zudem mittels OpenGLES 2.0 dargestellt werden - dank eines EGL-Ausgabemoduls. Ebenso können HLSL-Shader in die Videoausgabe per Direct3D geladen werden, und NPAPI-Plugins können auf CoreAnimation via OpenGL zugreifen.

Viele kleine Details

Die Arbeiten an Version 2.2.0 des VLC-Players umfassen laut Kempf ungefähr 4.500 einzelne Codebeiträge, sodass die Veröffentlichung auch viele kleinere Änderungen enthält. Dazu gehören die Unterstützung von FTPS, das Encoding von H.265 sowie einige Verbesserungen beim Streaming von Dateien. Sicherheitslücken haben die Entwickler ebenfalls geschlossen.

Eine Liste weiterer Änderungen ist in einem Changelog(öffnet im neuen Fenster) zusammengefasst. VLC 2.2.0 steht auf der Webseite des Projekts zum Download bereit.


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