Vizepräsident Joe Biden: "Aggressiv bei drei bis sechs Stunden Videospiel am Tag"

Wenn sich deutsche Politiker über Computerspiele äußern, haben sie so gut wie immer klare Vorstellungen über die Wirkungsweise der Games - und entsprechende Forderungen, die oft auf Beschränkungen hinauslaufen. Zumindest das scheint beim amerikanischen US-Präsidenten Barack Obama und seinem Vize Joe Biden anders zu sein. Letzterer hat sich nun als Folge des Schulmassakers von Newtown in einer Fragerunde mit US-Bürgern per Google Hangout über Waffenverbote, aber auch über Computerspiele geäußert.

"Es gibt keine gesicherten Daten darüber, ob diese exzessiv gewalthaltigen Games wirklich zu unsozialem Verhalten oder zur Verwendung von Waffen führen" , so Biden zu einem Fragesteller (im Video circa ab Minute 25). Es gebe lediglich eine Studie der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie, "der zufolge es zu aggressivem Verhalten führen kann, wenn Kinder drei bis sechs Stunden Videospiele am Tag konsumieren - was viele tun" . Allerdings sage die Studie nicht, dass gewalttätiges Verhalten die Folge sei, aber dazu gibt es schlicht keine überzeugenden Studien.
Biden fordert, dass die Gesundheitsbehörde (CDC) und das Nationale Gesundheitsinstitut (NIH) untersuchen, ob Computerspiele pathologisch auffälliges Verhalten fördern, das dann zu Waffengewalt führt. "Wir sollten keine Angst vor den Fakten haben" , so der Vizepräsident.
Bereits Mitte Januar 2013 hatte sich Biden mit Vertretern der Spieleindustrie getroffen , um unter anderem über Gewaltinhalte zu reden und daraus Vorschläge für Obama und andere Initiativen zu machen. Biden war dabei eher gnädig mit der Branche umgegangen - an ihrem Image sollte sie aber arbeiten.