Abo
  • Services:

Vivendi SFR: 13,5 Milliarden Euro für französischen Mobilfunkprovider

Zuletzt hat der Medienkonzern Vivendi sich von seiner Beteiligung an Activision-Blizzard getrennt, nun verkauft er seine Mobilfunktochter SFR an den Telekomkonzern Altice.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Logo SFR
Logo SFR (Bild: SFR)

Weichenstellung im französischen Mobilfunkmarkt: Beim Poker um die Vivendi-Tochter SFR - die Nummer zwei der Branche - hat der Kabelnetz- und Telekomkonzern Altice das Rennen gemacht. Der von der Regierung favorisierte Bau- und Mobilfunkanbieter Bouygues geht leer aus, wie Vivendi am Samstag in Paris mitteilte. Dieser muss sich nun ebenso wie der größte Mobilfunker des Landes, Orange, auf einen weiteren Konkurrenten einstellen. Der Markt wird bereits seit einiger Zeit durch den Internetkonzern Iliad und die Anfang 2012 gestartete Billigmarke Free durcheinander gewirbelt.

Stellenmarkt
  1. CRM Partners AG, München, Frankfurt am Main
  2. ERWIN HYMER GROUP AG & Co. KG, Bad Waldsee

Nicht zuletzt deshalb hatte Vivendi entschieden, SFR zu verkaufen. Für das Medienunternehmen ist der Deal zudem ein weiterer wichtiger Schritt im Konzernumbau. Zuletzt hatte sich Vivendi von der Mehrheit am US-Computerspieleverlag Activision (World of Warcraft, Call of Duty) und Marco Telecom getrennt und dabei Milliarden eingenommen. Im Gegenzug sicherte sich Vivendi die Alleinherrschaft beim größten Pay-TV-Sender Canal+. Dieser ist neben dem zuletzt stark wachsenden Musikgeschäft das wichtigste Standbein des Konzerns.

Das Geld aus den Verkäufen will Vivendi in den Schuldenabbau und den Ausbau des Stammgeschäfts stecken. Für SFR erhält Vivendi 13,5 Milliarden Euro sofort. Weitere 750 Millionen Euro kommen noch, wenn vereinbarte Gewinnziele erreicht werden. Zudem behält der Konzern erst einmal 20 Prozent an dem Mobilfunker, kann diesen Anteil aber nach einem Jahr verkaufen. Das vom Milliardär Patrick Drahi kontrollierte Unternehmen Altice hat ein Vorkaufsrecht. Altice will SFR mit seinem Kabelnetzbetreiber Numericable zusammenlegen und 20 Prozent des neuen Unternehmens sollen an der Börse gehandelt werden, um die Übernahme finanziell zu stemmen.

Drahi hatte die Offerte für SFR in letzter Minute noch einmal aufpoliert und den Baranteil des Gebots um 1,75 Milliarden Euro erhöht. Durch einen Verkauf an Bouygues hätte Vivendi allerdings mehr einnehmen können. Der Bau- und Telekomkonzern hatte nach eigenen Angaben zuletzt 15,5 Milliarden Euro in bar sowie fünf Prozent des Mobilfunkgeschäfts geboten. Wegen der Fusion der Nummer zwei und drei der Branche hätte sich der Abschluss des Geschäfts aber wegen der Kartellprüfung wahrscheinlich in die Länge gezogen.

Vivendi wollte die Sache jedoch schnell hinter sich bringen und wählte mit Altice einen Neueinsteiger im französischen Mobilfunkmarkt. Die Regierung hatte sich einen Verkauf an Bouygues erhofft, da sie dabei eine höhere Sicherheit für die 9.000 Arbeitsplätze sah. Vivendi versicherte, auch bei den Verkaufsverhandlungen mit Altice sei die Sicherung der Arbeitsplätze ein wichtiger Punkt gewesen.

SFR hatte zuletzt 21 Millionen Kunden. Der Umsatz sank 2013 vor allem wegen des von Iliad ausgelösten Preisdrucks um fast zehn Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn brach um 16 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro ein.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 59,99€
  3. 39,99€
  4. (-80%) 3,99€

cat24max1 06. Apr 2014

Zumindest wo ich gerade bin. Weder auf dem Land noch in der Stadt. Ich roame seit einer...


Folgen Sie uns
       


Frösteln in Frostpunk - Golem.de Live

Frostpunk ist ein düsteres Aufbauspiel, aber mit der Unterstützung unserer Community haben wir frostige Zeiten im Livestream überwunden.

Frösteln in Frostpunk - Golem.de Live Video aufrufen
Grenzenloser Datenzugriff: Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet
Grenzenloser Datenzugriff
Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet

Neue Gesetze in den USA und der EU könnten den Weg für einen ungehinderten und schnellen weltweiten Datenzugriff von Ermittlungsbehörden ebnen. Datenschützer und IT-Wirtschaft sehen die Pläne jedoch sehr kritisch.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektronische Beweise EU-Kommission fordert weltweiten Zugriff auf Daten
  2. Panera Bread Café-Kette exponiert Millionen Kundendaten im Netz
  3. Soziale Netzwerke Datenschlampereien mit HIV-Status und Videodateien

Ancestors Legacy angespielt: Mittelalter für Echtzeit-Strategen
Ancestors Legacy angespielt
Mittelalter für Echtzeit-Strategen

Historisch mehr oder weniger akkurate Spiele sind angesagt, nach Assassin's Creed Origins und Kingdom Come Deliverance will nun auch Ancestors Legacy mit Geschichte punkten. Golem.de hat eine Beta des im Mittelalter angesiedelten Strategiespiels ausprobiert.

  1. Into the Breach im Test Strategiespaß im Quadrat

Klimaschutz: Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
Klimaschutz
Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben

Die Kohlendioxid-Emissionen steigen und steigen. Die auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarten Ziele sind so kaum zu schaffen. Fachleute fordern daher den Einsatz von Techniken, die Kohlendioxid in Kraftwerken abscheiden oder sogar aus der Luft filtern.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Physik Maserlicht aus Diamant
  2. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  3. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden

    •  /