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Vivaldi 1.5: Browser mit Lampensteuerung

Mehr Browserkomfort verspricht Vivaldi 1.5. Der Browser kann Philips-Hue -Lampen ansteuern und die Tab-Verwaltung ist umfangreicher geworden. Außerdem gibt es einen Lesemodus, eine bessere Notizfunktion und kompaktere Updates.
/ Ingo Pakalski
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Vivaldi 1.5 kann Philips-Hue-Lampen schalten. (Bild: Vivaldi)
Vivaldi 1.5 kann Philips-Hue-Lampen schalten. Bild: Vivaldi

Der Browser Vivaldi erhält ein fünftes Update mit einigen Verbesserungen. Vielfach geht es darum, das Surfen im Web komfortabler zu machen. Eher eine Spielerei ist die Anbindung an Philips-Hue-Lampen, aber die Vivaldi-Entwickler wollen damit zeigen, was mit einem Browser technisch möglich ist und Wege eröffnen, Browser und Smart-Home-Komponenten zu verzahnen.

Vivaldi 1.5 - Trailer
Vivaldi 1.5 - Trailer (00:25)

In einem ersten Schritt können Philips-Hue-Lampen dazu genutzt werden, die Farbe des aktuell gewählten Browser-Themes anzunehmen. Wenn das Theme also gerade rot ist, aktiviert die Hue-Lampe ebenfalls einen Rotton. Analog dazu wird die Lampenfarbe blau, sobald das Theme diese Farbe annimmt. Beim ersten Ausprobieren funktionierte das ohne Probleme.

Vivaldi sieht Möglichkeiten für die Zukunft

Damit die Hue-Lampen von Vivaldi gefunden werden, muss dem Browser der Zugriff auf die Hue-Bridge erlaubt werden. Der Menüpunkt befindet sich in den Theme-Einstellungen. Sobald sich Bridge und Vivaldi gegenseitig autorisiert haben, können die im Netzwerk verfügbaren Lampen ausgewählt werden. Wir haben das Ganze mit Vivaldi 1.5 ausprobiert und in unserem Fall wurde nur eine von drei Hue-Lampen gefunden.

"Im jetzigen Zustand ist das ein Gimmick, ein cooles Gimmick" , räumt Vivaldi-Chef Jon S. von Tetzchner im Gespräch mit Golem.de ein. Aber er sehe nützliche Einsatzmöglichkeiten. So könnte etwa eine Lampe blinken, wenn auf einer Webseite neue Nachrichten ankommen. Damit soll langfristig eine bessere Einbindung des Browsers in das Umfeld des Nutzers möglich sein.

Tabs mit der Maus verschieben

Deutlich praktischer dürften für viele Vivaldi-Nutzer die neuen Möglichkeiten beim Umgang mit Tabs sein. Tabs können jetzt auch mit der Maus in ein anderes Vivaldi-Fenster oder auf das Papierkorb-Icon verschoben werden, um die betreffenden Tabs zu schließen. Neben einzelnen Tabs können auch ganze Tab-Gruppen verschoben werden. Außerdem können selektiv einzelne Tabs oder Gruppen ausgewählt werden, um diese in ein anderes Vivaldi-Fenster zu verschieben.

Mit gedrückter Strg-Taste werden einzelne Tabs selektiert und mittels Shift-Taste werden alle Tabs zwischen zwei Markierungen ausgewählt. Aber auch Tabs innerhalb einer Tab-Gruppe können selektiert und dann verschoben werden. Nutzer müssen eine Gruppe also nicht erst auflösen, wenn sie ein Tab daraus in ein anderes Fenster verschieben wollen.

Diese neuen Möglichkeiten seien von vielen Vivaldi-Nutzern gewünscht worden und das dürfte auch für die anderen Neuerungen gelten.

Updates werden deutlich beschleunigt

In der Adresszeile gibt es einen Button, um eine Leseansicht der aktuellen Seite zu aktivieren. Ein Klick auf den Button öffnet nur den zum Lesen relevanten Teil einer Webseite und blendet die übrigen Navigationselemente aus. Dadurch soll das Lesen auf Webseiten angenehmer gemacht werden.

Verbesserte Notizfunktion

Die bereits in Vivaldi enthaltene Notizfunktion wurde ergänzt. Wenn in einer Webseite Text für eine Notiz markiert wurde, wird beim Anlegen einer Notiz automatisch ein Screenshot der aktuellen Seite angelegt. In den Paneel-Einstellungen kann diese Funktion bei Bedarf auch ausgeschaltet werden. Anwender können ihre Notizen umbenennen, um diese mit aussagekräftigen Bezeichnungen leichter wiederfinden zu können.

Eine nützliche Kleinigkeit betrifft den Ruhemodus für Hintergrund-Tabs. Mit der neuen Version zeigt das Kontextmenü den betreffenden Befehl nicht mehr an, wenn sich bereits alle Hintergrund-Tabs im Ruhemodus befinden. Bisher war der Eintrag trotzdem im Kontextmenü vorhanden, mit der Änderung sieht der Vivaldi-Nutzer, wenn der Ruhemodus nicht für alle Tabs aktiviert wurde. Der Ruhemodus soll den Speicherbedarf des Browsers verringern, indem die Tabs quasi deaktiviert werden und keinen oder weniger Speicherplatz belegen. Wird ein pausierter Tab geöffnet, muss die betreffende Webseite aber neu aufgebaut werden, was einige Zeit kostet.

Vivaldi 1.0 - Test
Vivaldi 1.0 - Test (01:58)

Ab der Version 1.5 von Vivaldi profitieren zumindest die Windows-Nutzer von schnelleren Updates. Künftig enthält ein Vivaldi-Update nur noch die geänderten Komponenten, so dass der Download entsprechend schneller durchgeführt werden kann. Wird der Browser also aus Vivaldi heraus aktualisiert, wird nicht mehr das komplette Installationsarchiv heruntergeladen. Bereits in den Snapshot-Builds wurde diese Funktion ausprobiert und beschleunigte die Aktualisierung des Browsers erheblich.

Vivaldi 1.5(öffnet im neuen Fenster) steht kostenlos für Windows, Mac OS und Linux zum Herunterladen bereit. Im Abstand von sechs Wochen sollen eigentlich neue Vivaldi-Versionen erscheinen, diesmal hat es aber mit zehn Wochen deutlich länger gedauert. Falls Vivaldi das selbst gesteckte Sechs-Wochen-Zeitfenster für die nächste Version nicht erheblich verkürzt, wird es in diesem Jahr keine weitere Vivaldi-Version geben.


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