Open Source für .Net
Seit Jahren baut Microsoft seine Aktivitäten bei Open-Source-Software aus, zunächst hauptsächlich im Bereich der Interoperabilität. Dafür ist 2012 sogar ein eigenes Tochterunternehmen gegründet worden. Eine besondere Relevanz erreichte die vor allem bei Codeplex gehostete Software aber nicht, da das Unternehmen lange kein großes Interesse an der Offenlegung seiner Kernprodukte zeigte.
Roslyn ist Plattform, kein Compiler
Doch seit mehr als einem Jahr vollzieht sich ein spürbarer Wandel der Unternehmensphilosophie von Microsoft. So wurde auf der Entwicklerkonferenz Build im April 2014 die .NET-Compiler-Plattform im Quellcode veröffentlicht. Das Projekt ist besser unter seinem Codenamen Roslyn bekannt.
Der Eigenbeschreibung folgend ist Roslyn kein Compiler früherer Art, der sich wie eine Black Box verhält, Quellcode annimmt und Binärdateien erzeugt. Vielmehr stehen mit Roslyn viele Einzelheiten des Kompiliervorgangs nun über APIs bereit. Microsoft nutzt dies in VS2015 intensiv und hat dafür große Teile des Code-Editors umgebaut.
So bauen die Analysewerkzeuge für den Code nun fast vollständig auf Roslyn auf. Das gilt etwa für die Autovervollständigung und die Möglichkeiten zur Umgestaltung von Code, aber auch für die farbige Hervorhebung und die Navigation in Projekten. Ebenso lassen sich mit Hilfe von Roslyn Erweiterungen für Visual Studio erstellen, wie etwa die Anzeige eines Syntaxbaums für ein Programm.
Ebenfalls neu ist der 64-Bit-Compiler Ryujit - wie der Name vermuten lässt ein Jit-Compiler. Dieser soll viel leistungsfähiger sein als der Vorgänger, aber kein geändertes Verhalten aufweisen. Mit LLILC entsteht zudem ein quelloffener Compiler der LLVM nutzt und für ähnliche Aufgaben wie Ryujit gedacht ist. Das hauseigene Build-Werkzeug MS Build ist inzwischen ebenfalls Open Source.
.Net 4.6 und .Net Core 5
Die Aktualisierung des .Net-Frameworks auf Version 4.6 ist weitgehend abwärtskompatibel und enthält vor allem neue Schnittstellen. Dazu gehören etwa ein verbesserter Garbage Collector und bestimmte Typen, die SIMD-Anweisungen verwenden können.
Anwendungen unter Windows können außerdem HTTP/2 verwenden oder als native Anwendungen kompiliert werden. Letzteres geschieht standardmäßig für Software, die mit dem neuen .Net Core 5 erstellt wurde. Die 4er- und 5er-Reihe von .Net teilen sich zwar viele Grundlagen, unterscheiden sich aber in ihrer Konzeption und der Lizenzierung.
Bisher umfasst .Net eine vergleichsweise große Kernbibliothek mit 200 MByte. Für .Net Core verzichteten die Entwickler jedoch auf diesen monolithischen Ansatz, weshalb der Kern in Binärform nicht viel mehr als 10 MByte groß ist. Weitergehende Funktionalität kann durch Pakete erreicht werden, deren Verwaltung das freie Nuget übernimmt.
Der Referenzcode für .Net 4.6 steht unter der MIT-Lizenz bereit, was eine Übernahme in Mono ermöglicht. Beiträge dazu akzeptiert Microsoft aber nicht. Das auf Github entwickelte .Net Core 5 ist dagegen ein Open-Source-Projekt und steht auch für OS X und Linux bereit.
Vereint werden diese Open-Source-Anstrengungen in der .Net-Foundation, einer unabhängigen Organisation, welche die Entwicklung rund um das Framework fördern soll. Neben den bisher genannten Projekten - Roslyn, LLILC, MS Build, .Net Core, ASP.NET 5 und Nuget - werden bereits viele weitere Anwendungen und Bibliotheken unter der Obhut der Stiftung quelloffen entwickelt.
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Offensichtlich. Dienste sind Dienste. Dienstprogramme sind z.B. Terminal...
wobei man bei VM umgebungen stets darauf achten sollte, das der host auf jeden fall...
Also wenns mal nicht reicht vom VS aus, nutz ich gerne noch https://code.google.com/p...
Aha, "macht sich strafbar", soso. Da kommt Microsoft einfach so daher und macht aus...