Visio.M: Kleines Elektroauto mit 160 Kilometern Reichweite

Das Visio.M-Projekt will ein ansehnliches und alltagstaugliches Elektrofahrzeug zu einem akzeptablen Preis entwickeln. Das Konsortium hat ein Kleinstfahrzeug vorgestellt, das nur 535 kg wiegt und mit einer Akkuladung 160 km weit fahren soll. Der Fahrspaß soll dabei nicht zu kurz kommen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Visio.M wird bei der eCarTec vorgestellt.
Der Visio.M wird bei der eCarTec vorgestellt. (Bild: TU München)

Forscher der Technischen Universität München (TUM) und ein Konsortium von BMW, Daimler und zahlreichen anderen Unternehmen haben mit dem Visio.M ein kleines Elektroauto vorgestellt. Der 1,55 m breite und 1,31 m hohe Zweisitzer erreicht einen cw-Wert von 0,24. Seine auf niedrigen Rollwiderstand hin ausgewählten Reifen der Größe 115/70 R 16 sind sehr schmal und dürften kaum Begeisterung hervorrufen.

  • Visio.M (Bild: TU München)
  • Visio.M (Bild: TU München)
  • Visio.M (Bild: TU München)
  • Active Yaw des Visio.M (Bild: TU München)
  • Visio.M (Bild: TU München)
  • Visio.M (Bild: TU München)
Visio.M (Bild: TU München)
Stellenmarkt
  1. Controllerin / Controller (m/w/d), Referat Finanzcontrolling und Risikomanagement
    GKV-Spitzenverband, Berlin
  2. Projektmanager "technische Administration Schulnetzwerk" (m/w/d)
    Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Frankfurt
Detailsuche

Der Visio.M hat den Angaben zufolge eine Reichweite von rund 160 Kilometern und bietet Platz für zwei Personen mit Gepäck. Mit nur 15 kW Motorleistung erreicht das Auto maximal 120 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku wurde hinter den Sitzen untergebracht. Er hat eine Kapazität von 13,5 kWh und wiegt etwa 85 kg. Er soll in drei bis vier Stunden an einem 230-V-Anschluss aufgeladen werden können.

Das geringe Fahrzeuggewicht konnte nur durch einen ungewöhnlichen Materialmix erreicht werden. Die Fahrgastzelle wurde als Monocoque aus Karbon gefertigt, viele Rahmenelemente bestehen aus Aluminium und bei den Scheiben wurde auf kratzfesten Kunststoff statt Glas gesetzt.

Zahlreiche Airbags

Das Fahrweg soll mit Radarsensoren und Kameras die Umgebung überwachen und vor Unfallgefahren warnen. Im Fall einer unvermeidlichen Kollision werden Airbags gezündet, die sich auch im Stoßfänger und in den Türen befinden. Ein Gasgenerator sorgt über Druckschläuche dafür, dass sie gefüllt werden. Dazu kommen Gurtstraffer. Auch die Sitze sollen im Fall von Seitenaufprallen nach innen gerückt werden, um Passagiere und Fahrer in Sicherheit zu bringen. Einen Seitenairbag gibt es ebenfalls. Damit Fahrer und Beifahrer nicht zusammenschlagen, gibt es einen Airbag zwischen den Sitzen.

Golem Akademie
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    13.–16. Dezember 2021, virtuell
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Visio.M verfügt über einen Touchscreen, über den Radio, Klimaanlage und Navigation gesteuert werden. Wischgesten sollen diese Geräte steuern, wobei der Benutzer nicht auf virtuelle Schaltflächen treffen muss. So soll die Ablenkung gering gehalten werden.

Active Yaw für agiles Fahrverhalten

Darüber hinaus besitzt das Fahrzeug noch eine Besonderheit: Ein Torque Vectoring-Differenzial verteilt die Kraft des Antriebs auf die Hinterräder - und zwar so, dass durch unterschiedliche Momentverteilung diese auf das jeweilige Rad besser verteilt werden kann. So kann ein agiles, aber auch stabiles Fahrverhalten erzielt werden. Auch beim Bremsen soll das zu einer höheren Energierückgewinnung führen.

Damit der Akku beim Heizen oder Klimatisieren nicht übermäßig strapaziert wird, wurden in den Sitzen Peltier-Elemente eingebaut. Ein Kältemittel sowie ein Kompressor sind nicht erforderlich. Außerdem wird im Winter mit Ethanol geheizt und die Frontscheibe von Eis befreit.

Preis bei 20.000 Euro - mit einem Haken

Die Süddeutsche Zeitung berichtet unter Berufung auf den Leiter des Projekts, Markus Lienkamp, dass das Fahrzeug in Großserie (100.000 Stück) derzeit etwa 20.000 Euro koste. Ob es jedoch jemals gebaut wird, ist nicht bekannt.

Das Forschungsvorhaben wurde vom Bund über zweieinhalb Jahre mit 7,1 Millionen Euro gefördert. Die Forscher stellen ihr Fahrzeug auf der eCarTec vom 21. bis 23. Oktober 2014 der Öffentlichkeit vor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


flasherle 23. Okt 2014

ich hatte ein halbes jahr lang der tesla. und ich sage dir mehr schein als sein!!

Dwalinn 22. Okt 2014

Du sagst es schon, es ist ein Stadt Auto. Garagen gibt es da bloß in den Randbezirken...

trust 22. Okt 2014

Das ist gut! Also Ethanol in den Spritzwassertank und ein Piezo. Besonders bei...

Hello_World 22. Okt 2014

Angesichts schwindener Ölreserven und Klimawandel => ja, ist es.

Flexy 22. Okt 2014

Nicht ganz. Mit breiteren Reifen hast du mehr Grip auf dem Boden. Das liegt daran, dass...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ada & Zangemann
Das IT-Märchen, das wir brauchen

Das frisch erschienen Märchenbuch Ada & Zangemann erklärt, was Software-Freiheit ist. Eine schöne Grundlage, um Kinder - aber auch Erwachsene - an IT-Probleme und das Basteln heranzuführen.
Eine Rezension von Sebastian Grüner

Ada & Zangemann: Das IT-Märchen, das wir brauchen
Artikel
  1. Elektroauto: Project Deep Space wird ein sechsrädriges Hypercar
    Elektroauto
    Project Deep Space wird ein sechsrädriges Hypercar

    Von dem sechsrädrigen Elektroauto werden nur wenige Exemplare gebaut - und nur wenige werden es sich leisten können.

  2. TTDSG: Neue Cookie-Regelung in Kraft getreten
    TTDSG
    Neue Cookie-Regelung in Kraft getreten

    Mit jahrelanger Verspätung macht Deutschland die Cookie-Einwilligung zur Pflicht. Die Verordnung zu Einwilligungsdiensten lässt noch auf sich warten.

  3. Prozessoren: Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus
    Prozessoren
    Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus

    Tausende ältere CPUs und andere Hardware lagern bei Intel in einem Lagerhaus in Costa Rica. Damit lassen sich Probleme exakt nachstellen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Last Minute Angebote bei Amazon • Crucial-RAM zu Bestpreisen (u. a. 16GB Kit DDR4-3600 73,99€) • HP 27" FHD 165Hz 199,90€ • Razer Iskur X Gaming-Stuhl 239,99€ • Adventskalender bei MM/Saturn (u. a. Surface Pro 7+ 849€) • Alternate (u. a. Adata 1TB PCIe-4.0-SSD für 129,90€) [Werbung]
    •  /