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Visio.M: Kleines Elektroauto mit 160 Kilometern Reichweite

Das Visio.M-Projekt will ein ansehnliches und alltagstaugliches Elektrofahrzeug zu einem akzeptablen Preis entwickeln. Das Konsortium hat ein Kleinstfahrzeug vorgestellt, das nur 535 kg wiegt und mit einer Akkuladung 160 km weit fahren soll. Der Fahrspaß soll dabei nicht zu kurz kommen.
/ Andreas Donath
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Der Visio.M wird bei der eCarTec vorgestellt. (Bild: TU München)
Der Visio.M wird bei der eCarTec vorgestellt. Bild: TU München

Forscher der Technischen Universität München (TUM) und ein Konsortium von BMW, Daimler und zahlreichen anderen Unternehmen haben mit dem Visio.M(öffnet im neuen Fenster) ein kleines Elektroauto vorgestellt. Der 1,55 m breite und 1,31 m hohe Zweisitzer erreicht einen cw-Wert von 0,24. Seine auf niedrigen Rollwiderstand hin ausgewählten Reifen der Größe 115/70 R 16 sind sehr schmal und dürften kaum Begeisterung hervorrufen.

Der Visio.M hat den Angaben zufolge eine Reichweite von rund 160 Kilometern und bietet Platz für zwei Personen mit Gepäck. Mit nur 15 kW Motorleistung erreicht das Auto maximal 120 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku wurde hinter den Sitzen untergebracht. Er hat eine Kapazität von 13,5 kWh und wiegt etwa 85 kg. Er soll in drei bis vier Stunden an einem 230-V-Anschluss aufgeladen werden können.

Das geringe Fahrzeuggewicht konnte nur durch einen ungewöhnlichen Materialmix erreicht werden. Die Fahrgastzelle wurde als Monocoque aus Karbon gefertigt, viele Rahmenelemente bestehen aus Aluminium und bei den Scheiben wurde auf kratzfesten Kunststoff statt Glas gesetzt.

Zahlreiche Airbags

Das Fahrweg soll mit Radarsensoren und Kameras die Umgebung überwachen und vor Unfallgefahren warnen. Im Fall einer unvermeidlichen Kollision werden Airbags gezündet, die sich auch im Stoßfänger und in den Türen befinden. Ein Gasgenerator sorgt über Druckschläuche dafür, dass sie gefüllt werden. Dazu kommen Gurtstraffer. Auch die Sitze sollen im Fall von Seitenaufprallen nach innen gerückt werden, um Passagiere und Fahrer in Sicherheit zu bringen. Einen Seitenairbag gibt es ebenfalls. Damit Fahrer und Beifahrer nicht zusammenschlagen, gibt es einen Airbag zwischen den Sitzen.

Der Visio.M verfügt über einen Touchscreen, über den Radio, Klimaanlage und Navigation gesteuert werden. Wischgesten sollen diese Geräte steuern, wobei der Benutzer nicht auf virtuelle Schaltflächen treffen muss. So soll die Ablenkung gering gehalten werden.

Active Yaw für agiles Fahrverhalten

Darüber hinaus besitzt das Fahrzeug noch eine Besonderheit(öffnet im neuen Fenster): Ein Torque Vectoring-Differenzial(öffnet im neuen Fenster) verteilt die Kraft des Antriebs auf die Hinterräder – und zwar so, dass durch unterschiedliche Momentverteilung diese auf das jeweilige Rad besser verteilt werden kann. So kann ein agiles, aber auch stabiles Fahrverhalten erzielt werden. Auch beim Bremsen soll das zu einer höheren Energierückgewinnung(öffnet im neuen Fenster) führen.

Damit der Akku beim Heizen oder Klimatisieren nicht übermäßig strapaziert wird, wurden in den Sitzen Peltier-Elemente eingebaut. Ein Kältemittel sowie ein Kompressor sind nicht erforderlich. Außerdem wird im Winter mit Ethanol geheizt und die Frontscheibe von Eis befreit.

Preis bei 20.000 Euro – mit einem Haken

Die Süddeutsche Zeitung berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf den Leiter des Projekts(öffnet im neuen Fenster), Markus Lienkamp, dass das Fahrzeug in Großserie (100.000 Stück) derzeit etwa 20.000 Euro koste. Ob es jedoch jemals gebaut wird, ist nicht bekannt.

Das Forschungsvorhaben wurde vom Bund über zweieinhalb Jahre mit 7,1 Millionen Euro gefördert. Die Forscher stellen ihr Fahrzeug auf der eCarTec vom 21. bis 23. Oktober 2014 der Öffentlichkeit vor.


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