VISC Shasta/Mojave: Soft Machines' neue CPUs beherrschen Reversed Hyperthreading

Der CPU-Entwickler Soft Machines hat die ersten Chips auf Basis der VISC-Architektur angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Das steht für Virtual Instruction Set Computing und beschreibt eine Technik, bei der mehrere Prozessorkerne an einem Thread arbeiten – Reverse Hyperthreading sozusagen. Einer der beiden Chips – Shasta – ist eine reine CPU, der andere – Mojave genannt – ein komplettes System-on-a-Chip mit integrierter Grafikeinheit.





Vorgestellt wurden die zwei Chips auf der Linley Processor Conference in Kalifornien – im vergangenen Jahr hatte Soft Machines dort über die Architektur gesprochen. Die basiert auf physischen und virtuellen Kernen, Letztere zerlegen einen einzelnen Thread in sogenannte Threadlets. Durch diese Aufteilung sollen Shasta und Mojave pro Takt die zwei- bis dreifache Menge an Instruktionen verglichen mit heutigen Architekturen abarbeiten können. Die VISC arbeitet mit AMR-, x86- und eigenem Code zusammen.
Laut Soft Machines werden die Chips in einem 16FF-Verfahren bei TSMC gefertigt, die beiden 64-Bit-Kerne des Shasta laufen mit 2 GHz. Die niedrige Frequenz und die hohe IPC sollen die beiden Modelle sehr energieeffizient machen, Soft Machines spricht von Faktor vier verglichen mit aktuellen Designs (8-wide OoO, also 8fach ausgelegter Scheduler) wie Intels Haswell oder neuer.





Folgerichtig sind die Chips für das Mobile-Segment gedacht, da auch die Leistung für diesen Bereich ausgelegt ist. Da wundert es wenig, dass im Mojave neben zwei CPU-Kernen eine integrierte Power-VR-Grafikeinheit, ein DDR4-Speichercontroller, PCIe-Lanes und weitere Funktionen stecken.
Soft Machines erwartet erste Produkte für 2016, zu den Investoren gehören unter anderem AMD, Globalfoundries und Samsung.